Rina Shnerb. Foto zVg
Rina Shnerb. Foto zVg
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Rina Shnerb, die 17-jährige Jugendliche, die bei einem palästinensischen Terroranschlag im Westjordanland am 23. August getötet wurde, kam in der israelischen Stadt Lod zur Welt und wuchs dort auf. Sie hatte noch nie in einer Siedlung im Westjordanland gelebt. Ausserdem war sie nie bei den Israelischen Streitkräften (IDF) oder einer Sicherheitsbehörde tätig, da sie zu jung war, um für den Dienst eingestellt zu werden.

von Bassam Tawil

Rina wurde bei einer Bombenexplosion getötet, als sie und ihre Familie die beliebte Ein-Buvin-Quelle in der Nähe der West Bank Stadt Ramallah besuchten. Ihr Vater Eitan und ihr Bruder Dvir, wurden verletzt, als der Sprengsatz in der Nähe der Quelle explodierte. 

Warum sind die Details über Rina’s Heimatstadt und ihr Alter erwähnenswert? Weil die palästinensischen Medien wieder eine Kampagne von Erfindungen und Lügen betrieben haben, um den Terroranschlag und die Ermordung eines unschuldigen jüdischen Teenagers zu rechtfertigen.

Lod ist keine Siedlung. Es ist eine Stadt im Zentralbezirk Israels und hat sogar eine arabische Bevölkerung von rund 30%. 

Die palästinensischen Medien fühlen sich jedoch nicht wohl dabei, über die Fakten des Terroranschlags zu berichten. In den Augen der palästinensischen Nachrichtenredakteure und Journalisten war Rina eine „Siedlerin“ und eine „Soldatin„. Mit solchen Begriffen versuchen die Palästinenser den Eindruck zu erwecken, dass sie keine unschuldige Jugendliche war, sondern eine Jüdin, die in einer Siedlung lebte und sogar bei der IDF diente. 

Diese Art von Fehlinformation zielt darauf ab die Botschaft zu senden, dass Rina ein legitimes Ziel war, weil sie eine von Hunderttausenden von jüdischen Siedlern im Westjordanland und ein aktives Mitglied der IDF war. Die palästinensische Öffentlichkeit ihrerseits ist oft schnell bereit, solche Lügen zu unterstützen, um Terroranschläge gegen Juden zu rechtfertigen. 

Besonders beunruhigend ist, dass selbst die vom Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, kontrollierten Medien die Lüge verbreitet haben, dass die ermordete Jugendliche ein „Siedler“ und „Soldat“ sei. 

Die offizielle Nachrichtenagentur Wafa berichtete über den Terroranschlag in einer Meldung vom 23. August: 

„Die israelischen Besatzungstruppen haben am Freitag die Hauptstrassen zu den Dörfern westlich von Ramallah abgeriegelt und ihre militärische Präsenz im Gebiet von Ramallah unter dem Vorwand verstärkt, dass eine Siedlerin getötet und andere in der Nähe der Siedlung Dolev, die auf dem Land der[palästinensischen] Bewohner westlich von Ramallah errichtet wurde, verletzt wurden.“ 

Der Begriff „Vorwand“ zielt darauf ab, Zweifel an der Version der israelischen Behörden über die Umstände des Mordes an der jungen Frau zu wecken. Es ist, als ob die Nachrichtenagentur von Abbas ihren Lesern sagt, dass es keinen Beweis dafür gibt, dass die jüdische Jugendliche bei einem Terroranschlag ermordet wurde und es sich nur um eine Behauptung der israelischen Behörden handle.

Palästinensische Lügenkampagne

Obwohl der Nachrichtenagentur bekannt war, dass Rina aus einer israelischen Stadt in der Nähe des wichtigsten internationalen Flughafens Israels (Ben Gurion Airport) kam, bezeichnete sie sie dennoch als „Siedlerin“. Warum? Weil es nach Ansicht von Abbas Nachrichtenagentur zulässig ist, Siedler zu ermorden, da sie „auf dem Land der palästinensischen Bewohner“ leben. Mit anderen Worten, die offizielle Nachrichtenagentur von Abbas sagt, dass diese jüdische Frau einen schrecklichen Tod verdient hat, weil sie in einer „illegalen Siedlung“ lebte. 

Abbas‘ regierende Fatah-Fraktion schloss sich ebenfalls der palästinensischen Lügenkampagne an, indem sie die ermordete jüdische Jugendliche als „Siedlerin“ und ihren Vater und Bruder als „Siedler“ bezeichnete. Wiederum deutet die Verbreitung solcher Lügen an, dass Rina nicht nur ein gewöhnlicher Teenager war, die mit ihrer Familie auf einem Picknick war. 

Während Abbas‘ offizielle Medien und die Partei Rina als „Siedlerin“ bezeichnen, verbreiten andere populäre palästinensische Medien die andere Lüge, dass sie eine „Soldatin“ gewesen sei – und erwecken den falschen Eindruck, dass sie bei einer „legitimen Widerstandsoperationgegen einen bewaffneten Juden in Militäruniform angegriffen wurde. 

Die palästinensische Nachrichtenagentur Ma’an, die eng mit der Palästinensischen Autonomiebehörde und Abbas verbunden ist, war eine der ersten Medienorganisationen, die die gefälschte Nachricht veröffentlichte, dass Rina eine „Soldatin“ sei. Die Agentur hatte sogar die Unverfrorenheit, ihren Lesern mitzuteilen, dass „israelische Medien berichteten, eine Soldatin“ sei bei einer Bombenexplosion getötet worden.

Unangenehme Wahrheiten

Unnötig zu sagen, dass die israelischen Medien Rina nie als „Soldatin“ oder „Siedlerin“ bezeichnet haben. Ma’an und der Rest der palästinensischen Medien werden es jedoch nicht zulassen, dass sich ihnen die Fakten in den Weg stellen, denn die Wahrheit kann „unangenehm“ sein. 

Apropos unangenehme Wahrheiten, hier ist noch eine weitere: Abbas und seine Palästinensische Autonomiebehörde haben es unterlassen, den Mord an dem jüdischen Teenager zu verurteilen. Ihr Schweigen untermauert ihre Zustimmung zu solchen Terroranschlägen, besonders wenn das Opfer, wie sie behaupten, ein „Siedler“ oder „Soldat“ ist. Wie kann Abbas den Mord an einem jüdischen Mädchen verurteilen, wenn er seinen Leuten über seine Medien sagt, dass Rina kein unschuldiger Teenager war? 

Kein einziger Palästinenser hat es gewagt, sich gegen das Gemetzel auszusprechen; dieses Schweigen kommt natürlich nicht überraschend. Angesichts der anhaltenden anti-israelischen Aufstachelung in den palästinensischen Medien wird es kein Palästinenser wagen, gegen den Strom zu schwimmen, indem er einen Terroranschlag aus Angst als Verräter bezeichnet zu werden, verurteilt. Im Gegenteil, jeder Palästinenser, der einen Terroranschlag gegen Israel lobt, wird respektiert. 

Abschliessend ist es wichtig festzustellen, dass viele palästinensische Medien und Funktionäre Israel weiterhin als „besetztes Palästina“ bezeichnen. Sie sehen keinen Unterschied zwischen einem Juden, der im Westjordanland lebt und einem Juden der in Israel lebt. Für sie sind alle Juden Siedler und Kolonisatoren und alle Städte in Israel – Tel Aviv, Haifa, Aschkelon, Aschdod, Eilat und Lod, die Heimatstadt von Rina – sind „besetzt“. In den Augen der Palästinenser ist ganz Israel „besetzt“ und eine „Siedlung„.

Sie betrachten auch jeden Juden, der den Tempelberg in Jerusalem besucht, als „Siedler“, auch wenn er oder sie nicht in einer Siedlung lebt. Ziel ist es, die jüdischen Besucher als feindliche Kolonisatoren auf einer Mission zur „Schändung“ einer Moschee darzustellen. Auch hier zielt diese Art von Rhetorik darauf ab, die Palästinenser zu ermutigen, Terroranschläge gegen jüdische „Aggressoren“ zu starten. 

Als palästinensische Terroristen am 25. August drei Raketen auf Sderot abfeuerten, berichteten palästinensische Medien, dass Sderot eine „Siedlung“ ist. Falls jemand Zweifel hat, Sderot ist eine israelische Stadt in der Negev-Wüste, keine „Siedlung“. Mit dem Begriff „Siedlung“ versuchen die Palästinenser erneut den Eindruck zu erwecken, dass eine Stadt ein legitimes Ziel für Raketenangriffe ist, weil es eine „illegale Siedlung“ sei. 

Die Rhetorik und die Fälschungen der palästinensischen Medien sind schlichtweg Teil einer langjährigen palästinensischen Kampagne der Aufstachelung gegen Israel und die Juden. Für dieses Medientheater ist Wahrheit nur ein weiteres Wort für nichts, worüber man noch lügen könnte.

Bassam Tawil ist Muslim und lebt als Wissenschaftler und Journalist im Nahen Osten. Auf Englisch zuerst erschienen bei Gatestone Institute. Übersetzung Audiatur-Online.

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