Screenshot Twitter
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Die jüdische Gemeinde in der Türkei ist immer noch geschockt vom Inhalt eines Videos, das Ende Juli auf Twitter veröffentlicht wurde. Das Video zeigt ein sommerliches Ferienlager, in dem kleine Kinder mit einer Gruppe burkabekleideter Frauen hinter sich, von einer jungen Betreuerin auf türkisch zu antisemitischem Ausrufen angeleitet werden.

 

von Uzay Bulut

In dem 39 Sekunden langen Video, schreit die Betreuerin : „Die Juden“ und die verhüllten Frauen und die Kinder schreien zurück: „Tod!“

Als sie sagt: „Palästina“, antworten sie: „Es wird gerettet werden.“

Als sie dann ruft, „Hagia Sophia“ – unter Bezugnahme auf das byzantinische Kirchen-Museum in Istanbul, welches laut dem türkischen Präsident Recep Tayyip Erdoğan in eine Moschee verwandelt werden soll – schreien sie: “ Wird eröffnet werden“.

Einige Tage nachdem das Video in Umlauf kam, tweete Garo Paylan, ein Abgeordneter der oppositionellen Demokratischen Volkspartei, seine Empörung. Er kündigte an, eine Strafanzeige gegen die Lagerleitung und die hinter ihr stehende Organisation einzureichen. Zwei Tage nach der Veröffentlichung des Tweets übermittelte Paylan der Familien-, Arbeits- und Sozialministerin Zehra Zümrüt Selçuk, dem Innenminister Süleyman Soylu und dem Justizminister Abdülhamit Gül die folgenden parlamentarische Anfragen:

  • Wo und unter wessen Obhut befanden sich die Kinder im Film?
  • Waren ihre Eltern oder andere Familienmitglieder während der Veranstaltung anwesend?
  • Sind die Kinder, die angewiesen wurden, „Tod den Juden“ zu rufen, bei dieser Veranstaltung als Teil einer Organisation zusammengekommen?
  • Hat die Veranstaltung mit dem Wissen Ihres Ministeriums stattgefunden?
  • Werden Sie eine Untersuchung in Bezug auf die Organisatoren und die Familien der Kinder einleiten, die sie missbrauchen und ermutigen Hassverbrechen zu begehen?
  • Werden Sie administrative Ermittlungen gegen die Behörden einleiten, die es versäumt haben, den Vorfall offenzulegen?
  • Werden Sie diese Kinder unter den Schutz Ihres Ministeriums stellen?
  • Welche Vorsichtsmassnahmen wird Ihr Ministerium ergreifen, damit unsere Kinder nicht wieder solchen Missbräuchen ausgesetzt sind?

Paylan fragte den Justizminister auch, ob „diejenigen, die sich an Hassreden und Hassdelikten beteiligen, effektiv bestraft werden oder ob es ein Klima der Straflosigkeit bei solchen Verbrechen gibt“.

Die Minister haben bisher noch keine Antwort gegeben.

Mois Gabay, ein jüdischer Kolumnist mit Sitz in Istanbul, sagte gegenüber dem Gatestone Institute, dass der im Video offenbarte Antisemitismus die Art von Vorfall sei, der die ohnehin schon schwindende jüdische Gemeinde der Türkei extrem besorgt über die Zukunft mache. Gabay schrieb in seiner Kolumne vom 31. Juli in der jüdischen Wochenzeitung der Türkei, Şalom:

„Man könnte noch viele weitere Beispiele nennen [des Antisemitismus in der Türkei]….. Es scheint, dass solange keine Strafen verhängt werden… und der Holocaust und der Antisemitismus nicht in die Lehrpläne der Schulen aufgenommen werden, einige Leute weiterhin Vogel Strauss spielen werden, egal wie viel wir über diese Themen schreiben. Ich hoffe, dass der von Tag zu Tag wachsende Hass und die Ausgrenzung[der Juden] hier eines Tages ein Ende finden wird.“

Şalom-Chefredakteur İvo Molinas beklagte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bianet am 5. August die im Video offenbarte antisemitische Hetze:

„In der Türkei gibt es einen sehr intensiven Antisemitismus in den visuellen Medien und der gedruckten Presse sowie in den sozialen Medien. Aber dieses Video ist die bedeutsamste und schwerste Form des Antisemitismus. Kleinkinder werden zu Judenhass und Menschenhass indoktriniert, ohne überhaupt zu wissen wer Juden sind.Diese Kinder werden zu potentiellen Judenhassern heranwachsen und das ist die grösste Gefahr. Für Rassismus und Hassverbrechen sollten Strafen verhängt werden. Es sollten unbedingt Klagen gegen diejenigen eingereicht werden, die Rassismus und Hassverbrechen begehen und Kinder auf diese Dinge einschwören. Das ist die kurzfristige Lösung, aber die langfristige Lösung ist die Bildung. Wir leben in einem Land, in dem eine ethnische Gruppe als Feinde in das Gehirn von sehr kleinen Kindern eingepflanzt wird. Und das Traurigste ist, dass wir nicht in der Lage sind, etwas dagegen zu unternehmen. Als Gesellschaft beschweren wir uns nur, können aber sonst nichts anderes tun. Es ist so traurig, dass weder politische noch juristische Versuche unternommen werden, diese Dinge zu stoppen.“

Uzay Bulut, ist eine türkische Journalistin. Sie ist Distinguished Senior Fellow des Gatestone Institute und lebt derzeit in Washington D.C. Auf Englisch zuerst erschienen bei Gatestone InstituteÜbersetzung Audiatur-Online.

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1 KOMMENTAR

  1. Die derzeitigen Nazis ,sprich Faschisten sind die türkischen Islamfaschisten mit ihren islamfaschistischen Gruppierungen. Europa sollte sich ein Beispiel an Israel nehmen, wie konsequent Israel gegen islamfaschistische Palästinenser oder andere antisemitische Gruppierungen vorgeht und sollte das auf die selbe Art und Weise tuen.

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