Israelische Sicherheitskräfte an der Stelle, an der am 8. August 2019 die Leiche von Dvir Sorek gefunden wurde. Foto Gershon Elinson/Flash90
Israelische Sicherheitskräfte an der Stelle, an der am 8. August 2019 die Leiche von Dvir Sorek gefunden wurde. Foto Gershon Elinson/Flash90
Lesezeit: 4 Minuten

Palästinenser feiern erneut den Mord an einem Juden – diesmal am 18-jährigen Dvir Sorek, einem unbewaffneten Soldaten, der erstochen wurde und dessen Leiche am 8. August auf einem Felsvorsprung im Dorf Gush Etzion nahe Bethlehem entdeckt wurde.

 

von Bassam Tawil

Praktisch kein einziger Palästinenser hat die rücksichtslose Ermordung des Teenagers verurteilt. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA), dessen Führer Mahmoud Abbas kürzlich erklärt hat, dass er gegen den Terrorismus ist, sieht offenbar keine Notwendigkeit, die Ermordung von Dvir Sorek zu verurteilen.

Stattdessen gab die Palästinensische Autonomiebehörde erneut mehrere Erklärungen ab, in denen sie Israel wegen „Verletzung des Völkerrechts“ beim Bau neuer Wohneinheiten für jüdische Familien im Westjordanland verurteilte. Die Stellungnahmen, die Stunden nach dem Terroranschlag in Gush Etzion abgegeben wurden, erwähnten den Mord an dem jüdischen Jugendlichen mit keiner Silbe.

In den Augen der Führung der Palästinensischen Autonomiebehörde ist die Einweihung eines neuen Stadtviertels in einer Siedlung ein „schweres Verbrechen“, mit dem der Internationale Strafgerichtshof beauftragt werden muss.

So äusserte sich der Sprecher von Mahmoud Abbas, Nabil Abu Rudaineh, zum Bau der Wohneinheiten in der Siedlung Bet El, nördlich der Stadt Ramallah:

„Dieser Vorgang wird verurteilt und abgelehnt und verstösst gegen internationale Resolutionen, einschliesslich der Resolution 2334 des UN-Sicherheitsrates, in der es heisst, dass die Siedlungstätigkeit eine eklatante Verletzung des Völkerrechts darstellt. Diese anhaltenden Provokationen und feindlichen Handlungen erfordern konkrete Massnahmen.“

In dem Moment, in dem israelische Sicherheitskräfte eine Fahndung nach den Terroristen durchführten, die den jüdischen Teenager getötet hatten, wies Abbas sein Aussenministerium an, beim Internationalen Strafgerichtshof eine Beschwerde gegen Israel wegen seiner Politik des Siedlungsbaus einzureichen. Zusätzlich beauftragte Abbas seinen Gesandten bei der UNO, Riad Mansour, Konsultationen mit Mitgliedern des Sicherheitsrates zur Vorbereitung der Abhaltung einer Dringlichkeitssitzung zur Verurteilung der Siedlungsaktivitäten Israels durchzuführen.

Abbas‘ Anweisungen wurden von den offiziellen Medien der Palästinensischen Autonomiebehörde veröffentlicht, während der jüdische Teenager zur Bestattung gebracht wurde. Wieder einmal entschieden sich Abbas‘ Medien, den Terroranschlag, der das Leben eines jungen jüdischen Mannes forderte, völlig zu ignorieren.

Niemand erwartete von Abbas, dass er der Familie von Sorek sein Beileid aussprechen oder palästinensische Funktionäre zur Beerdigung schicken würde. Indem sie jedoch über den brutalen Mord an einem unbewaffneten jüdischen Teenager schweigen und Erklärungen veröffentlichen, in denen sie Israel am selben Tag des Angriffs verurteilen, demonstrieren Abbas und die Palästinensische Autonomiebehörde mit äusserster Klarheit ihre rücksichtslose Missachtung des menschlichen Lebens.

Während die Fahndung nach den Terroristen stattfand, forderte die regierende Fatah-Fraktion von Abbas die Palästinenser auf, „Bewachungskomitees“ zu bilden, um angebliche Vergeltungsangriffe von Siedlern zu „vereiteln“. Der Fatah-Aufruf ist nichts anderes als eine Fortsetzung der palästinensischen Aufstachelung gegen die im Westjordanland lebenden Juden.

Es erübrigt sich zu sagen, dass jüdische Siedler, von denen die meisten gesetzestreue Bürger sind, nach der Entdeckung des Leichnams von Sorek keine Vergeltungsangriffe gegen Palästinenser verübt haben. Tatsächlich haben die Juden, die in Gush Etzion leben, immer gute Beziehungen zu ihren palästinensischen Nachbarn unterhalten, von denen viele in Siedlungen und jüdischen Unternehmen in der Region beschäftigt sind.

Das Schweigen der Palästinensischen Autonomiebehörde über den Mord an dem jüdischen Teenager sendet eine klare Botschaft an die palästinensische Öffentlichkeit: Es ist in Ordnung, einen Juden zu töten. Das Schweigen von Abbas ermutigte in der Tat viele Palästinenser, sich über den Terroranschlag zu freuen.

Kaum hatten sich die Nachrichten über den tödlichen Anschlag verbreitet, schienen palästinensische Terrorgruppen miteinander zu konkurrieren, um Lob für die Täter zu bekommen. Der Islamische Dschihad, die Hamas und mehrere PLO-Fraktionen, darunter die Volksfront für die Befreiung Palästinas und die Demokratische Front für die Befreiung Palästinas, gaben schnell Erklärungen ab, in denen sie die „heroische Operation“ „begrüssten“. Die Gruppen forderten die Palästinenser auch auf, ihre Terroranschläge auf israelische Soldaten und Siedler im Westjordanland zu verstärken.

Um zu verhindern, dass die israelischen Sicherheitskräfte die Terroristen in die Finger bekommen, appellierten palästinensische Gruppen und Aktivisten an die Palästinenser die in dem Gebiet leben in dem der Terroranschlag stattfand, Filmmaterial schnell von Sicherheitskameras zu löschen, die an ihren Häusern und Geschäften installiert sind.

An der Bir Zeit Universitä im Westjordanland feierten Studenten den Mord mit der Vergabe von Süssigkeiten und Beifall für die Terroristen.

Einige Palästinenser verglichen das Opfer mit dem „Schaf von Eid al-Adha“, dem islamischen „Opferfest“. Das Fest ehrt die Bereitschaft Abrahams, seinen Sohn als Akt des Gehorsams gegenüber dem Befehl Gottes zu opfern. Bevor Abraham jedoch seinen Sohn opfern konnte, stellte Gott stattdessen ein Lamm zum Opfer zur Verfügung. Auf Twitter nannten die Palästinenser Sorek das „Schaf von Eid al-Adha“, weil er am Vorabend des muslimischen Festes „abgeschlachtet“ wurde.

Unter Bezugnahme auf das muslimische Fest kommentierte ein anderer Palästinenser: „Anscheinend haben sich die Palästinenser daran gewöhnt, vor dem Eid al-Adha ihre Opfer zu bringen.“ Einige Palästinenser tauschten sogar Grüsse für das Fest aus, nachdem sie von der Ermordung von Sorek erfahren hatten, indem sie erklärten, dies sei ein “ glückliches Eid al-Adha „.

Andere Palästinenser sagten, sie seien erfreut zu erfahren, dass Soreks Grossvater, der Überlebende des Holocaust, Rabbi Benjamin Harling, vor 19 Jahren ebenfalls von Terroristen ermordet worden sei. „Gesegnet sind die Hände der palästinensischen Widerstandskämpfer, die den Soldaten getötet haben, dessen Grossvater im Jahr 2000 bei einer Aktion getötet wurde“, schrieb ein Palästinenser auf Twitter.

Es war schwer, auch nur einen Palästinenser zu finden, der bereit war, seine Abscheu vor dem Terroranschlag zum Ausdruck zu bringen. Aber das macht Sinn. Warum sollte sich ein Palästinenser gegen den Terrorismus stellen, wenn seine Führer entweder schweigen oder freudig den Mord an einem jüdischen Teenager feiern?

Das ist der Hass, der in die Herzen und Köpfe der Palästinenser gegenüber Israel und den Juden eingebettet ist. Wenn Palästinenser sich bemühen, palästinensisches Abschlachten eines jüdischen Teenagers mit einem muslimischen Fest und der Tradition der Schafopferung zu verbinden, ist es an der Zeit, dass sie sich selbstkritisch betrachten sollten – und wenn sie trotzdem nicht bereit sind dies zu tun, sollte die internationale Gemeinschaft ihnen vielleicht endlich einen Spiegel vorhalten.

Bassam Tawil ist Muslim und lebt als Wissenschaftler und Journalist im Nahen Osten. Auf Englisch zuerst erschienen bei Gatestone Institute. Übersetzung Audiatur-Online.

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