Ein israelischer Sieg ist notwendig um Frieden zu schaffen

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In Eilat erinnert eine Bronzeskulptur des Künstlers Bernard Reder an das hissen der Tintenflagge. Eine improvisierte Flagge Israels, die im Krieg 1949 in Eilat gehisst wurde. Foto Dr. Avishai Teicher Pikiwiki Israel, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32877513
In Eilat erinnert eine Bronzeskulptur des Künstlers Bernard Reder an das hissen der Tintenflagge. Eine improvisierte Flagge Israels, die im Krieg 1949 in Eilat gehisst wurde. Foto Dr. Avishai Teicher Pikiwiki Israel, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32877513
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Es ist in der Regel klüger an einer Lösung für einen Konflikt zu arbeiten, als zu versuchen einen Sieg zu erringen. Aber in einigen Konflikten schliessen sich die Ziele der beiden Konfliktparteien so sehr gegenseitig aus, dass der Konflikt erst dann beendet werden kann, wenn eine Partei die andere besiegt. Israels Ziel ist das Überleben, das palästinensische Ziel ist die Eliminierung Israels. Frieden bedeutet, dass die Palästinenser dieses Ziel, von dem sie seit fast einem Jahrhundert besessen sind, aufgeben müssen. Sie werden das aber erst tun, wenn sie verstehen, dass sie keine Chance auf Erfolg haben.

 

von Dr. Max Singer

Beim Thema „Sieg“ werden oft zwei gegensätzliche Fehler gemacht. Einer davon ist die Vorstellung, dass im Krieg der Sieg immer das Ziel ist. Der andere ist die Vorstellung, dass das Ziel im Krieg niemals der Sieg sein darf, sondern immer der Kompromiss, denn das Streben nach dem Sieg erschwert die Erreichung des Friedens.

Im täglichen Leben – am Arbeitsplatz, zu Hause und in der Politik – lernen wir die Bereitschaft nach Win-Win-Möglichkeiten im Umgang mit Konflikten zu suchen. Wir bringen uns bei, Denken in Form von „Sieg“ und „Niederlage“ abzulehnen, weil dies der Suche nach den gemeinsamen Zielen, die praktische Lösungen ermöglichen, im Wege steht.

Im Krieg ist keine der beiden allgemeinen Regeln korrekt. Einige Kriege können enden, wenn die eine oder andere Seite siegt. Andere können nur enden, wenn beide Seiten einen Kompromiss eingehen. Und manchmal ist das Streben nach dem Sieg der effektivste Weg, um einen Kompromiss zu ermöglichen. Ob es notwendig ist, den Sieg zu erringen oder nicht, hängt von den wirklichen Zielen jeder Seite ab.

Nahost-Frieden erfordert israelischen Sieg

Das Fazit, dass der Frieden zwischen Israel und den Palästinensern einen israelischen „Sieg“ erfordert, kommt aus der Erkenntnis wie der Konflikt beschaffen ist. Das bedeutet nicht, dass die Rechte, Interessen und Wünsche der Palästinenser ignoriert werden sollten oder dass sie gedemütigt werden müssen. Das bedeutet auch nicht, dass Israel den Palästinensern keine Zugeständnisse machen muss. Nicht alles Recht ist auf der Seite Israels.

Das wesentliche Ziel Israels ist es in seiner Heimat weiter zu existieren und das wesentliche Ziel der Palästinenser ist die Beseitigung Israels. Wenn also eine Seite gewinnt, verliert die andere Seite. Es gibt keine Möglichkeit, dass Israel in Frieden weitermachen und gleichzeitig eliminiert werden kann. Die beiden wesentlichen Ziele kollidieren und machen Kompromisse unmöglich.

„Sieg“ ist keine Frage von Erklärungen und Feiern. Es ist das Erreichen des wesentlichen Ziels. Ebenso wenig ist der Sieg die Erniedrigung: Es bedeutet, das zentrale Ziel aufzugeben, weil man erkennt, dass es nicht erreicht werden kann.

Die Palästinenser werden besiegt sein, wenn sie überzeugt sind, dass Israel niemals zerstört werden kann. Diese Niederlage würde einem israelischen Sieg gleichkommen und sie ist Voraussetzung dafür, damit Frieden möglich ist. Und für die Palästinenser würde ihre „Niederlage“ – also der Sieg Israels – zu grossen Verbesserungen in ihrem Leben führen.

Frieden erfordert, dass die Palästinenser verstehen, dass sie besiegt sind

Wenn der Grund für die Verhinderung des Friedens das palästinensische Engagement zur Vernichtung Israels ist, mit welcher Strategie kann dann dieses Hindernis beseitigt und der Weg zum Frieden geebnet werden? Wir brauchen eine Strategie, die eine effektive Mehrheit der Palästinenser dazu bringen kann, das Ziel der Zerstörung Israels aufzugeben. Das Ziel der Beseitigung Israels wird von der palästinensischen Geschichte und der fundamentalen muslimischen Doktrin so stark gestützt, dass seine Anziehungskraft nicht untergraben werden kann, ohne seine Machbarkeit zu untergraben. Obwohl es möglich ist, konkurrierende Ziele wie Freiheit und Reichtum aufzustellen, hat die palästinensische Gemeinschaft bisher wenig Anzeichen dafür gezeigt, dass sie bereit ist, ihr historisches Ziel zu kippen.

Der einzige Weg, wie die Palästinenser andere Ziele in Betracht ziehen könnten, besteht darin, dass sie überzeugt werden die Beseitigung Israels sei unmöglich – das heisst, dass sie besiegt werden.

Ein Palästinenser, der für die Vorteile des Friedens plädieren will, kommt nicht weiter, solange sein Gesprächspartner glaubt, dass ein fortgesetzter palästinensischer Widerstand Israel schliesslich doch noch besiegen könnte. Jeder, der effektiv für ein alternatives Ziel werben will, muss mit der glaubwürdigen Behauptung beginnen, dass es keine Möglichkeit gibt, Israel jetzt und in Zukunft zu zerstören.

Das grundlegende Hindernis für den Frieden ist daher gegenwärtig die anhaltende palästinensische Hoffnung oder der Glaube, dass Israel trotz seiner militärischen Macht besiegt werden kann – durch iranische und/oder Hisbollah-Raketen, durch UN- und europäische Delegitimierung oder durch interne Konflikte und Moralverlust in Israel.

Die erste Voraussetzung für das strategische Streben nach Frieden ist daher die Beweisführung Israels, dass es nicht besiegt werden kann. Israel muss so handeln, dass es seine Feinde davon überzeugt, dass es trotz interner Konflikte immer vereint sein wird in seiner Entschlossenheit, das Land als Ganzes zu schützen. Die Bedrohung Israels durch den Iran und die Hisbollah muss überwunden werden. Und führende ausländische Regierungen – insbesondere die USA – müssen zeigen, dass sie Israel akzeptieren und sich nicht an Versuchen beteiligen werden, es illegitim zu machen.

Der israelische Sieg – und damit die Niederlage der palästinensischen Hoffnung auf einen Sieg – ist der einzige Weg zum Frieden. Ohne einen israelischen Sieg wird der 100 Jahre andauernde palästinensische Kampf zur Verhinderung oder Beendigung des jüdischen Staates den Frieden immer wieder unmöglich machen.

Dr. Max Singer ist einer der Gründer des Hudson Institut und leitender Wissenschaftler am Begin-Sadat Center for Strategic Studies der Bar-Ilan University. Gekürzte Fassung von „An Israeli Victory Is Necessary if Peace Is to Be Achieved„, Übersetzung Audiatur-Online.

1 KOMMENTAR

  1. Der Islam wird nie verstehen oder akzeptieren, dass Israel eine Tatsache ist. Dr. Singer hängt Illusionen nach. Richtig, Israel braucht Siege, aber es braucht sie um zu überleben.

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