Foto Hadas Parush/Flash90
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Europäische Spitzenpolitiker sind auf eine herablassende Art davon überzeugt, dass sie besser wissen, wie die jüdische Nation ihre Angelegenheiten regeln soll.

 

von Daniel Kryger

Auf typisch orwellsche europäische Art und Weise forderten der französische Präsident Emmanuel Macron und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kürzlich Premierminister Benjamin Netanyahu auf, den Dialog mit Ramallah fortzusetzen und eine Zwei-Staaten-Lösung anzustreben. In der Realität hat das Abbas-Regime die Zwei-Staaten-Lösung mit seiner antisemitischen Opposition gegen die Existenz eines jüdischen Nationalstaates innerhalb jeglicher Grenzen, systematisch untergraben. Während Israels Kritiker diese entscheidende Tatsache ignorieren, glauben die europäischen Machthaber herablassend, dass sie besser wissen, wie die souveräne jüdische Nation ihre Angelegenheiten regeln soll. Auch wenn das jüdische Volk nicht mehr in Ägypten gefangen ist, kann nur ein entscheidender israelischer Sieg über seine tödlichen Feinde die volle jüdische politische und nationale Freiheit in seiner angestammten Heimat Israel wiederherstellen.

Pessach ist wohl das jüdischste und gleichzeitig universellste aller jüdischen Feste. Seine kraftvolle Botschaft der Freiheit von der Knechtschaft ist zeitlos und hat im Laufe der Geschichte unzählige Juden und Nichtjuden gleichermassen inspiriert. Generationen von unterdrückten, obdachlosen und mittellosen Juden in Europa, im Nahen Osten und darüber hinaus beendeten die Feiertage mit den zeitlosen Worten der Hoffnung: „Nächstes Jahr in Jerusalem“. Ägypten wurde zu einer Metapher für Knechtschaft, während Zion zu einer Metapher für persönliche und nationale Freiheit wurde. Der moderne Zionismus wurde zum politischen Mittel, um den alten jüdischen Traum von der Rückkehr nach Jerusalem und Israel in die Realität umzusetzen.

Das Pessach-Fest bietet der jüdischen Nation eine kraftvolle Verbindung zu ihrer alten Vergangenheit und inspiriert gleichzeitig eine bessere Zukunft für das jüdische Volk.

Siebzig Jahre sind ein Augenzwinkern in der langen Geschichte des jüdischen Volkes. Doch in den letzten sieben Jahrzehnten baute das jüdische Volk gegen grosse Widerstände einen modernen und mächtigen Staat in seiner angestammten Heimat Israel auf. Zum ersten Mal seit über 2000 Jahren ist das jüdische Volk nicht mehr heimatlos oder wehrlos. Wie jedes komplexe menschliche Vorhaben bleibt das moderne Israel jedoch ein fortlaufendes Projekt. Die Geschichte im Allgemeinen und die jüdische Geschichte im Besonderen haben die Tendenz, sich auf unterschiedliche Weise zu wiederholen. Während das jüdische Volk nicht mehr in Exilknechtschaft lebt, stellen die modernen Pharaonen die nationale und politische Freiheit dieses Volkes immer noch systematisch auf unterschiedliche Weise in Frage. Das islamistische Regime des Iran und seine Verbündeten bilden das Epizentrum der heutigen Opposition gegen die Existenz einer jüdischen Heimat. Antisemitische Gruppen wie die Boykott, Divestment und Sanktionen (BDS) Kampagne arbeiten unermüdlich daran, die Köpfe in der freien Welt mit ihrem antijüdischen Fanatismus zu vergiften.

Doppelstandards gegenüber Israel 

Während die Vereinten Nationen und die Europäische Union die Existenz Israels offiziell anerkennen, befürworten sie eine Politik, die systematisch darauf abzielt, die Legitimation und den Willen der jüdischen Nation zur Verteidigung ihrer nationalen Freiheit gegen ihre tödlichen Feinde zu untergraben. Die Europäische Union ist nicht nur gegen eine jüdische Präsenz in Judäa und Samaria. Der grösste Teil Europas weigert sich immer noch, die Rückkehr des jüdischen Volkes in seine angestammte Hauptstadt Jerusalem anzuerkennen. Ein mächtiger und unabhängiger jüdischer Staat passt nicht in das tief verwurzelte europäische Vorzugsbild von Juden als Heimatlose und Wehrlose. Ironischerweise führen selbsternannte westliche Linke den Angriff der freien Welt auf die jüdische nationale Souveränität und Freiheit an. Viele Linke verurteilen Israel heuchlerisch für die Ausübung des universellen Rechts auf Selbstverteidigung gegen Feinde, die ihre Zerstörung anstreben. Kritiker verurteilen systematisch die israelischen Verteidigungsoperationen als „unverhältnismässig“ und beharren darauf ihre negativen Doppelstandards gegenüber Israel anzuwenden.

Israels unzureichende Öffentlichkeitsarbeit hat es weitgehend versäumt, die weit verbreitete globale Feindseligkeit gegenüber dem jüdischen Staat richtig anzugehen. Selbst überzeugend dargestellte rationale Fakten werden die weit verbreitete irrationale Bigotterie gegen Israel und das jüdische Volk nicht beenden. Israels Wunsch, unerbittlich feindselige Menschen zu besänftigen, hat eine schlechte Situation noch verschlimmert. Die Hauptursache dafür ist, dass die Beschwichtigungspolitik den Betroffenen implizit in eine untergeordnete Position bringt. Die politische Beschwichtigung Israels hat dessen beeindruckende taktische militärische Siege zunichte gemacht. Wie kein anderer militärisch verlierender Angreifer in der Geschichte haben sich die Feinde Israels daher daran gewöhnt, weiterhin die politische Kapitulation des jüdischen Staates zu fordern. Diese orwellsche Realität wurde durch eine weit verbreitete internationale Feindseligkeit gegenüber Israel ermöglicht. Einflussreiche politische Organisationen wie die Vereinten Nationen und die Europäische Union haben die sachlich begründeten Positionen Israels weitgehend ignoriert und sich auf die Seite der Feinde Israels gestellt.

Sieben Jahrzehnte nach seiner Wiedergeburt ist Israel das einzige Land der Welt, dessen Existenz nach wie vor weltweit in Frage gestellt wird. Israels legendärer verstorbener Aussenminister Abba Eban hat diesen Missstand vor Jahrzehnten treffend angesprochen:

«Niemand tut Israel einen Gefallen, indem er sein Existenzrecht verkündet. Das Existenzrecht Israels, wie das der Vereinigten Staaten, Saudi-Arabiens und 152 weiterer Staaten, ist selbstverständlich und vorbehaltlos. Die Legitimität Israels wird nicht mitten in der Luft aufgehoben, bis die Anerkennung erfolgt ist…….. Es gibt sicherlich keinen anderen Staat, ob gross oder klein, jung oder alt, der die blosse Anerkennung seines „Existenzrechts“ als Gefallen oder als verhandelbares Zugeständnis betrachten würde.“

Der moderne Zionismus führte das jüdische Volk aus der Exilknechtschaft zur Wiederherstellung der politischen und nationalen Freiheit in Israel. Um die jüdische nationale Freiheit für zukünftige jüdische Generationen zu sichern, muss der jüdische Staat seine Feinde entschlossen bekämpfen, indem er sie zwingt, sich mit der Dauerhaftigkeit der Rückkehr des jüdischen Volkes in sein angestammtes Heimatland Israel abzufinden.

Daniel Kryger ist Autor und Politikwissenschaftler und lebt in Israel. Auf Englisch zuerst erschienen bei MiDA. Übersetzung Audiatur-Online.

1 KOMMENTAR

  1. Die Ära der jüdischen Knechtschaft ist vorbei.
    n Hand von meinen Recherchen in der Prophetie, sehe ich die Gründung des Staates Israel als erste Stufe der Befreiung vom Jüdischen Volk.
    Die 19 Prophetien, mit dem Vermerk „Und wenn ich das Gefängnis von meinem Volk wenden werde“, wird vermutlich die endgültige Befreiung der Juden darstellen (z.B. Sacharja 8:23).
    Genau wie die 76 Prophetien, welche die Rückkehr von den Juden in IHR Land voraus gesagt haben, werden sich auch die Prophetien der endgültigen Befreiung der Juden erfüllen.
    Dann werden auch die überheblichen Europäer die Juden als Menschen anerkennen müssen!
    Sonst wird das Gericht bei Joel 3:2 eine schwere Rache sein.

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