Hamas Aufmarsch. Foto Abed Rahim Khatib/Flash90
Hamas Aufmarsch. Foto Abed Rahim Khatib/Flash90

Die Hamas hat erneut bewiesen, dass sie wirklich eine Terrorgruppe ist, die ihr Volk unterdrückt und es daran hindert, seine Meinung zu äussern. Sie hat auch gezeigt, dass sie bei Schwierigkeiten alles tun wird, um die Aufmerksamkeit von den Problemen abzulenken, mit denen sie zu Hause konfrontiert ist.

 

von Bassam Tawil

Was die Hamas betrifft, so ist eine der besten Möglichkeiten, die Aufmerksamkeit von der wachsenden Frustration über ihre Herrschaft abzulenken, Angriffe auf Israel und Juden zu starten. Dann ist Israel gezwungen zu reagieren, um sich zu verteidigen. Das wird es der Hamas ermöglichen ihren Bürgern zu sagen, dass es keinen Platz für interne Kämpfe und Streitigkeiten gibt, „weil wir von den Juden angegriffen werden“. Kein Palästinenser würde es wagen die Hamas zu kritisieren, während Israel die Hamas angeblich „angreift“. Jeder, der dies täte, würde beschuldigt ein „Verräter“ und „Kollaborateur“ mit dem „zionistischen Feind“ zu sein.

Und genau das ist letzte Woche passiert, als zwei Raketen auf die israelische Stadt Tel Aviv abgefeuert wurden. Der Raketenangriff kam kurz nachdem Tausende von Palästinensern auf die Strassen des Gazastreifens gegangen waren, um gegen die schreckliche wirtschaftliche Situation dort zu protestieren – dass die für sie bestimmten Gelder offensichtlich zur Finanzierung des Terrorismus abgezweigt worden waren – und ein Ende der repressiven Massnahmen der Hamas gegen ihr eigenes Volk forderten.

Die Hamas-Führung war offenbar beunruhigt über die grossen Proteste im Gazastreifen. Sie schienen auch durch die Fotos und Videos beunruhigt zu sein, die zeigen, wie Hamas-Mitglieder Hunderte von friedlichen palästinensischen Demonstranten prügeln, auf sie schiessen und sie verhaften, deren einziges „Verbrechen“ darin bestand, ein würdiges Leben, Arbeitsplätze und eine bessere Zukunft für ihre Kinder zu fordern.

Die Führer der Hamas würden es wahrscheinlich begrüssen, wenn Israel für den Start von Raketen gegen Tel Aviv im Gazastreifen Vergeltungsmassnahmen ergreifen würde: Ein solcher Schritt Israels würde die wachsende Wut der Palästinenser über die terroristische Hamas-Organisation, die sie seit dem Sommer 2007 regiert, zum Schweigen bringen.

Die Raketen, die auf Tel Aviv abgefeuert wurden, und die darauf folgenden israelischen Militärschläge gegen Hamas und islamische Dschihad-Ziele im Gazastreifen haben in der Tat die Nachrichten über die Zusammenstösse zwischen Hamas und palästinensischen Demonstranten überdeckt. Plötzlich sprachen alle nur noch über die Raketenangriffe auf Tel Aviv, und die Hamas schien mit ihren Schlägen und Schüssen auf friedliche Demonstranten davongekommen zu sein.

In den letzten Tagen waren Tausende von Palästinensern auf die Strassen des vom Hamas-Regime regierten Gazastreifens gegangen, um gegen die erbärmliche Wirtschaftslage zu protestieren, die durch eine Entscheidung der Hamas, ihnen neue Steuern aufzuerlegen, verschärft wurde. Die beispiellosen Proteste, die unter dem Motto „Wir Wollen Leben!“ durchgeführt wurden, erwischten die Hamas-Herrscher im Gazastreifen anscheinend auf dem falschen Fuss.

Die Hamas-Führung hat die Massenproteste offenbar nicht vorhergesehen. Sie scheinen damit gerechnet zu haben, dass ihre repressiven Massnahmen gegen die Palästinenser im Gazastreifen so hart wären, dass niemand es wagen würde, öffentlich gegen die sich verschlechternde wirtschaftliche und humanitäre Lage dort zu protestieren.

Das mag die Reaktion der Hamas auf die Massenproteste erklären, die nach allem, was man hört, hysterisch und extrem gewalttätig war. Innerhalb von 24 Stunden eröffneten Hamas-Milizen und Sicherheitskräfte das Feuer auf Hunderte von palästinensischen Demonstranten, die sangen: „Wir sind hungrig!“ und „Rettet Gaza vor dem Hungertod!“

Palästinensische Augenzeugen sagten, dass die Hamas Hunderte von Milizionären ihres Militärflügels Ezaddin Al-Qassam sowie Sicherheitskräfte einsetzte, um die Demonstrationen zu zerschlagen. „Al-Qassam-Kämpfer attackieren, verhaften, bedrohen, unterdrücken, belagern und erzwingen Resektionen der Freiheiten“, berichtete Mohammed Bassouni, ein Bewohner des Gazastreifens.

Fotos von verwundeten Palästinensern (gebrochene Arme, blaue Flecken am ganzen Körper) sind auf einigen Social Media-Seiten aufgetaucht und zeigen die Brutalität der Gewalt, mit der die Hamas die Demonstranten zerstreut hat. Es sei auch darauf hingewiesen, dass viele der Palästinenser, die von der Hamas brutal geschlagen wurden, Kinder waren.

Die Gewalt auf den Strassen des Gazastreifens ist wahrscheinlich die schlimmste seit der Übernahme der Kontrolle über den Gazastreifen durch die Hamas vor 12 Jahren. Seitdem hält die Hamas fast zwei Millionen Palästinenser, die dort leben, als Geiseln ihres repressiven Regimes. Die Hamas hat den Gazastreifen in eine Diktatur verwandelt, in der täglich die öffentlichen Freiheiten missbraucht werden. Die Hamas hat die Palästinenser dort in eine Reihe von Kriegen mit Israel hineingezogen, die das Leben unzähliger Bewohner von Gaza zerstört haben.

Nach Ansicht vieler Palästinenser ist das, was die Hamas im Gazastreifen tut, gleichbedeutend mit Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Unterdessen lässt sich die internationale Gemeinschaft, insbesondere die Vereinten Nationen, weiterhin täuschen. Anstatt die Hamas auf ihre Kriegsverbrechen gegen ihr eigenes Volk zu behaften, zeigen die Heuchler der UNO, der internationalen Medien und anderer internationaler Foren weiterhin mit dem Finger auf Israel, weil es sich gegen Raketen und Lenkwaffen verteidigt, die fast täglich gegen israelische Zivilzentren abgefeuert werden.

Vor kurzem haben UNO-Menschenrechts-„Experten“ in einer grotesken Anschuldigung behauptet, dass Israel Kriegsverbrechen begangen haben könnte, indem es auf palästinensische Demonstranten schoss, die versuchten, den Grenzzaun Gaza-Israel zu durchbrechen und nach Israel einzudringen. Die erschossenen Demonstranten waren hauptsächlich Mitglieder der Hamas und des Islamischen Dschihad, wie beide Organisationen offen zugegeben haben. Mit anderen Worten, Israel wird Kriegsverbrechen vorgeworfen, weil es seine Grenze gegen Terroristen verteidigt, die versuchen, diese zu infiltrieren, um Israelis zu ermorden oder zu entführen.

Vielleicht würde ein kleiner Schritt, wie z.B. das Anschauen von leicht zugänglichem Material, die Perspektive geraderücken. Diese „Experten“ der UNO-Menschenrechte könnten sich zur Abwechslung einmal die Videos und Fotos aus dem Gazastreifen ansehen, um zu sehen, wer wirklich für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich ist: Die Hamas. Deren Mitglieder eröffnen das Feuer auf friedliche Demonstranten, die ihr Leben in die Hand nehmen, um die harten wirtschaftlichen Bedingungen zu beenden, die durch die katastrophale Politik ihrer Herrscher im Gazastreifen geschaffen wurden.

Es sind die Führer der Hamas und nur der Hamas, die Kriegsverbrechen in und um Gaza begehen. Sie begehen Kriegsverbrechen gegen Juden, und sie begehen Kriegsverbrechen gegen ihr eigenes Volk. Es ist an der Zeit, dass die „Experten“ für Menschenrechte und ausländische Medien aufwachen und den Tatsachen ins Auge sehen.

Die Hamas versucht nun, ihre Verbrechen an ihrem eigenen Volk zu vertuschen, indem sie Raketen auf Israel abfeuert. Anstatt Israel wegen seiner Verteidigung zu verurteilen, sollte die UNO unverzüglich eine Untersuchungskommission entsenden, die gegen die Hamas wegen ihrer Kriegsverbrechen ermittelt. Wenn sich die UNO dafür entscheidet, dies zu unterlassen, dann könnte es auch für sie von Vorteil sein, einen kleinen Schritt zu machen und leicht zugängliches Material zu betrachten, wie z.B. die Definition von „Beihilfe und Anstiftung“ zur Begehung eines Verbrechens.

Bassam Tawil ist Muslim und lebt als Wissenschaftler und Journalist im Nahen Osten. Auf Englisch zuerst erschienen bei Gatestone Institute

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