Nigeria - Milizangriffe im südlichen Kaduna forderten seit Februar mindestens 120 Todesopfer. Vertriebene aus dem Stammesgebiet Adara. Foto CSW / Twitter
Nigeria - Milizangriffe im südlichen Kaduna forderten seit Februar mindestens 120 Todesopfer. Vertriebene aus dem Stammesgebiet Adara. Foto CSW / Twitter
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Mindestens 120 Menschen wurden bei einer Reihe von Angriffen der Fulani-Miliz auf christliche Gemeinschaften im Adara-Stammesgebiet im südlichen Kaduna in Nigeria seit Februar 2019 getötet, so die gemeinnützige Organisation Christian Solidarity Worldwide (CSW).

 

Die Organisation berichtete, dass alleine am vergangenen Montag 52 Menschen getötet und 100 Häuser bei Angriffen im Kajuru Gemeindegebiet zerstört wurden. Zu den Opfern gehörten auch Frauen und Kinder.

Überlebende des Angriffs erzählten CSW, dass die Angreifer in drei Gruppen eingeteilt wurden. Eine Gruppe erschoss und tötete Menschen, eine andere setzte Häuser in Brand, als die Menschen wegliefen und die dritte wartete im Busch, um fliehende Dorfbewohner abzufangen.

Die Fulani-Hirten, auch bekannt als die Fulani-Miliz, sind eine halbnomadische Gruppe, die Rinder über weite Gebiete hütet und in den zentralen Regionen Nigerias lebt. Die Mehrheit der Fulani sind Muslime und kämpfen seit Jahrhunderten gegen christliche Bauern um Weideflächen. In Nigeria leben mehr als 250 Ethnien. Meinungsverschiedenheiten zwischen Hirten und lokalen Bauern über Land, Weideflächen und Wasser sollen nach Angaben der BBC die Hauptursache für den anhaltenden Konflikt zwischen den beiden Gruppen sein.

Laut CSW sind Bilder von Überlebenden des Dogonnoma-Angriffs im Krankenhaus aufgetaucht, die Männer, Frauen und kleine Kinder mit tiefen Machete-Wunden an verschiedenen Stellen ihres Körpers zeigen.

Am Tag zuvor, am 10. März, wurde das Dorf Ungwan Barde in Kajuru von islamistischen Fulani-Milizen angegriffen. Dabei starben 17 Menschen und Dutzende von Häusern wurden niedergebrannt. Am 26. Februar wurden 38 Menschen getötet und rund 40 Häuser bei Angriffen auf die Karamai-Gemeinschaft in Maro zerstört. Bei einem früheren Angriff auf Ungwan Barde am 10. Februar wurden zehn Menschen getötet, darunter eine schwangere Frau. Am 9. Februar wurden sechs Menschen bei Einzelangriffen in der Region getötet, teilte Christian Solidarity Worldwide mit.

Berichten zufolge sollen Tausende von Familien durch die Gewalt vertrieben worden sein, da die Bevölkerung ihre Dörfer auf der Suche nach Sicherheit verlassen hat.

Der Vorsitzende von Christian Solidarity Worldwide, Mervyn Thomas, appellierte sowohl an die nigerianische Staats- als auch an die föderale Regierung, die Gewalt rasch zu beenden.“Wir sind zutiefst beunruhigt über das Wiederaufflammen der Milizenangriffe im Süden Kaduns und sprechen dem Volk der Adara unser tief empfundenes Beileid aus“, sagte er in einer Erklärung.

Militante Fulani-Hirten töteten letztes Jahr Tausende von Christen, berichtet The Christian Post. Nigeria ist laut dem Weltverfolgungsindex 2019 von Open Doors das 12. schlimmste Land der Welt bei der Verfolgung von Christen.

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