„Dreckiger Zionist“: Das neue antirassistische Mantra

Lesezeit: 2 MinutenAlain Finkielkraut ist ein wichtiger Philosoph und Intellektueller und vertritt das französische Volk viel mehr als die betrunkenen gelben Vesten, die ihm ins Gesicht schrien: „Wir sind das Volk“.

 

Ein Kommentar von Giulio Meotti

Letzte Woche wurde Finkielkraut während einer Demonstration in Paris mit Beleidigungen wie „Dreckiger Zionist“, „Palästina“, „geh zurück nach Tel Aviv“ und „Gott wird dich bestrafen“ beschimpft (einer der von den Strafverfolgungsbehörden identifizierten Übeltäter soll im Umfeld des radikalen Islam angesiedelt sein).

In Frankreich herrscht ein sehr ungutes Klima. Es gibt eine Mischung aus drei Elementen: dem traditionellen Antisemitismus der extremen Rechten, dem Antikapitalismus der extremen Linken (dem berühmten „Sozialismus der Schwachsinnigen“) und dem Islamismus.

„Dreckiger Zionist“ ist in Paris wie auch in London zum neuen antirassistischen Mantra geworden. Jeremy Corbyn und seine Anhänger würden sich mit all den Beleidigungen gegen Alain Finkielkraut einverstanden erklären, mit Ausnahme von „go back to Tel Aviv“ (der britische Oppositionsführer möchte, dass Juden zurück nach Europa gehen).

Der heutige Antisemitismus kann mit einer moralischen Bewegung verglichen werden, die glaubt, dass sie „die Unterdrückten“ verteidigt. Der Zionismus ist zum Codewort für Böses, Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Apartheid, Faschismus, Herrschaft, Ausgrenzung geworden, auch wenn es in der Tat immer das Gegenteil gewesen ist. Deshalb ist Antisemitismus heute das Übel das so viele Menschen fasziniert.

Am Tag nach dem Angriff auf Finkielkraut meldete sich eine Zuhörerin in einer Radiosendung des italienischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Sie sagte, es sei richtig, „dreckige Zionisten“ zu rufen. Das ist es, was auch die Mehrheit der Intellektuellen, Journalisten und Beamten in Europa denkt.

Nur ein schlechtes Gewissen hat diesen irrationalen Hass der zwanghaften Doppelzüngigkeit, der Doppelmoral und des Leugnens, der intellektuellen Trunkenheit und des Delirium hervorgebracht, von dem sich der „demokratische“ und selbstzufriedene Westen ernährt. Diese geschwätzigen Gruppen, die vom Gedanken des „Anderen“ berauscht sind, engagieren sich seit Jahren dafür, den anderen par excellence zu delegitimieren: Israel und die Juden.

Kein Staat, ausser Israel, wird so hemmungslos zunichte gemacht und verteufelt – und das mit so viel Eifer.

Der Angriff auf Finkielkraut, wie auch die Hunderte von antisemitischen Vorfällen, die sich jedes Jahr in Europa ereignen, sind die direkten Folgen einer jahrelangen Legitimierung der palästinensisch-arabischen Gewalt.

Giulio Meotti, Kulturredakteur bei Il Foglio, ist ein italienischer Journalist und Autor.  Auf Englisch zuerst erschienen bei Arutz Sheva. Übersetzung Audiatur-Online.

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