Präsident Rodrigo Roa Duterte am 28. Januar 2019. Foto Philippine Information Agency - Image link, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=76226046
Präsident Rodrigo Roa Duterte am 28. Januar 2019. Foto Philippine Information Agency - Image link, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=76226046

Extremistische Muslime bombardierten am Sonntag, den 27. Januar 2019 auf den Philippinen während eines Gottesdienstes eine katholische Kirche. Mindestens 20 Menschen wurden getötet und 111 verwundet.

von Raymond Ibrahim

Um 8:45 Uhr wurden zwei Sprengsätze im Abstand von etwa einer Minute bei der Kirche „Unsere Liebe Frau vom Berg Karmel“ in Jolo gezündet. Associated Press berichtete:

„Die erste Explosion zersplitterte die Holzbänke in der Haupthalle und zerstörte Fensterglasscheiben und die zweite Bombe zerstreute Körperteile und Trümmer über einen Platz vor der Kirche, sagten Zeugen.“

Fotos auf sozialen Medien zeigten Körper und sterbliche Überreste auf der Strasse vor der Kirche. Der amtierende Priester, Pater Ricky Bacolcol, stand „immer noch unter Schock und konnte nicht darüber sprechen, was passiert ist“, sagte ein Kollege.

Nachdem die erste Bombe explodiert war eilten Armeetruppen und Polizei zur Kirche, woraufhin die zweite Bombe hochging. Fünfzehn der Getöteten waren Zivilisten, fünf waren Militärs; 90 der Verwundeten waren Zivilisten.

Die Kirche, die sich in einem mehrheitlich muslimischen Gebiet befindet, war schwer bewacht, da sie schon einmal angegriffen wurde. 1997 wurde der katholische Bischof Benjamin de Jesus vor der Kirche niedergeschossen; 2010 wurden zweimal Granaten auf die Kathedrale geschleudert, die das Gebäude beschädigten.

Der islamische Staat beanspruchte den jüngsten Angriff in einer Erklärung und fügte hinzu, dass das Massaker von „zwei Rittern des Martyriums“ gegen einen „Kreuzrittertempel“ verübt wurde. Eine Reihe islamischer Terrorgruppen, darunter Abu Sayyaf, die auf den Südphilippinen tätig sind, haben dem islamischen Staat ihre Treue geschworen.

Obwohl die Philippinen mehrheitlich christlich (hauptsächlich katholisch) sind, ist etwa 24% der Bevölkerung der südlichen Philippinen, auch bekannt als Mindanao, muslimisch. Seit Jahrzehnten führen islamistische separatistische Gruppen einen Terrorkrieg – mit Bombenanschlägen, Brandstiftungen und Enthauptungen (darunter zwei kanadische Männer) -, der schätzungsweise 150.000 Menschenleben gefordert hat.

Wie im jüngsten Anschlag deutlich wird, scheint für einige Separatisten nichts Geringeres als ein religiös dominierter Staat – nach dem Vorbild des islamischen Staates im Irak und in Syrien – das Ziel zu sein. In diesem sollen die strengsten Diktate der Scharia durchgesetzt, Kirchen verboten und Christen unterjocht werden und Sexsklaven offen verkäuflich sein.

Mit anderen Worten, der neue Terrorismus auf den Philippinen ist nicht nur von politischen oder territorialen Missständen inspiriert, ob real oder imaginär, sondern vielmehr von einem tiefen Hass auf das „Andere“ – auf die „Ungläubigen“ – geprägt.

Das Kircheninnere nach dem Bombenanschlag. Foto ALBERT ALCAIN/PRESIDENTIAL PHOTO – Presidential Communications Operations Office, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=76182705

So kam es im Mai 2017 zu einem extremistischen Aufstand in der mehrheitlich muslimischen Stadt Marawi. In einem Fall wurde ein Passagierbus von Dschihadisten angehalten. Als 9 Passagiere als Christen erkannt wurden – anscheinend weil sie den Koran nicht zitieren konnten – wurden sie gefesselt und im Hinrichtungsstil erschossen. (Extremisten in Ländern wie Kenia und Nigeria sind auch dafür bekannt, Muslime von Christen zu trennen, bevor sie die Nicht-Muslime abschlachten.) Die Dschihadisten, die Marawi während des Aufstands übernommen haben, zwangen Frauen zur Sexsklaverei und befahlen christlichen Männern, entweder den Islam anzunehmen oder als menschliche Schutzschilde gegen die philippinische Armee eingesetzt zu werden.

Vor allem Kirchen wurden ins Visier genommen. Es folgen einige Beispiele:

  • April 2018: Eine Bombenexplosion erschütterte die St. Anthony Parish Church in Mindanao während der Sonntagsmesse, als die Kirche voll von Menschen war, die an einer Massentaufe teilnahmen. Obwohl nur zwei der Gemeindemitglieder ins Krankenhaus eingeliefert wurden, hätten die Todesfälle erheblich sein können. Die Polizei beschrieb den Angriff später als “ die Handschrift einer islamischen extremistischen Gruppe „.
  • November 2017: In der Region Mindanao entweihten und übergossen Dschihadisten eine katholische Kapelle mit Benzin, um sie zu verbrennen. Religiöse Bilder und Ikonen wurden zerstört.
  • Mai 2017: Extremisten, die von „einer dämonischen Ideologie“ inspiriert waren, um einen katholischen Prälaten zu zitieren, entweihten und verbrannten die St. Mary’s Cathedral in Marawi. Ein Video von ihnen, beim Zertreten und Zerstören von Bibeln, Kreuzen, Ikonen und Statuen, bevor die Kirche verbrennt, kann man hier sehen.
  • Juni 2017: Dschihadisten zerstörten eine weitere katholische Kirche. Der Polizeichef bezeichnete die Schändung als „böse“ und sagte, dass das „Kreuz und Bilder der Jungfrau Maria und Jesu Christi zerstört wurden, während die heiligen Hostien auf den ganzen Boden zerstreut wurden“.
  • Dezember 2016: Während der Weihnachtsmesse wurde eine Granate in eine Kirche geworfen; 16 Personen wurden dabei verletzt.

Gewalt gegen christliche Kirchen und Gebetshäuser veranlasste sogar Kirchgemeinden, wie die oben erwähnte Marawi’s St. Mary’s Cathedral, ihre Türen während der Osterzeit 2018 zu schliessen.

Antichristliche Gewalt kommt auch auf andere Weise vor. Im Jahr 2017 fand man einen Muslim der zum Christentum konvertierte in seinem Haus, der von lokalen extremistischen Muslimen abgeschlachtet wurde, weil er den Islam verlassen hatte. Eine 70-jährige irische Nonne, die auf der Insel Mindanao lebt und mehr als 30 Jahre im Dienst der Philippinen stand, wurde von einem maskierten Angreifer geknebelt und wiederholt so hart geschlagen, dass sie bewusstlos und einer Operation unterzogen werden musste.

Die tödlichen Bombenanschläge auf Kirchen vom Januar, die 20 Menschenleben forderten und mehr als 100 Menschen verwundet haben, sind die jüngste Ermahnung, dass die Philippinen, wie auch andere Nationen mit einer beträchtlichen muslimischen Minderheit, in den Dschihad verstrickt sind. Während der scheinbare Grund dafür politisch oder territorial sein mag, deutet der sadistische Hass, der mit den Angriffen auf Christen und ihre Kirchen einhergeht, darauf hin, dass Ideologie die ultimative Ursache ist. Dabei ist der Dschihad auf den Philippinen von seinen vielen ausländischen Pendants kaum zu unterscheiden.

Raymond Ibrahim ist Distinguished Senior Fellow am Gatestone Institute und Judith Rosen Friedman Fellow am Middle East Forum. Auf Englisch zuerst erschienen bei Gatestone Institute. Übersetzung Audiatur-Online.

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