Hassan Rouhani, Federica Mogherini und Helga Schmid (von rechts nach links). Foto © European Union , 2015 / Source: EC - Audiovisual Service / Farzaneh Khademian
Hassan Rouhani, Federica Mogherini und Helga Schmid (von rechts nach links). Foto © European Union , 2015 / Source: EC - Audiovisual Service / Farzaneh Khademian
Lesezeit: 2 Minuten

87 Frauen wurden vom gemässigten iranischen Präsidenten Rouhani erhängt. Wo ist Europa? Wo sind die Feministinnen?

 

Ein Kommentar von Giulio Meotti

In seinem Haus in Neauphle-le-Château bei Paris, wo er Tag und Nacht von Journalisten und Intellektuellen der französischen Linken gebrieft wurde, hatte Imam Khomeini alles vorbereitet, bevor er in ein Flugzeug nach Teheran gebracht wurde. Es ist 40 Jahre her und Europa hat sich gegenüber dem Iran nicht verändert.

Die Ayatollahs haben gerade einen Homosexuellen gehängt und niemand hat in Europa protestiert. Alireza Nader, Leiter von New Iran, einer Organisation iranischer Dissidenten, sagte aus Amerika: „Das Schweigen Europas über das barbarische Vorgehen durch das Chamenei-Regime ist beschämend: Die Europäische Union scheint sich nur um das Atomabkommen und die Handelsbeziehungen zu sorgen, als ob die Iraner keine Alternative hätten, als unter der Tyrannei zu leben“. Es ist so, dass die Europäer nicht wissen, was es bedeutet, für die Freiheit zu kämpfen.

Die Iraner haben kürzlich die 87. Frau unter dem „gemässigten“ Präsidenten Rouhani (3.600 Hinrichtungen unter seiner Führung) erhängt. Frauen, die unter anderem hingerichtet wurden, weil sie sich gegen eine durch die Scharia oder das islamische Recht legitimierte Familiengewalt gewehrt haben. In der Zwischenzeit feierte Europa den „World Hijab Day“. Dieser Schleier, den iranische Frauen nicht abreissen können, ohne Verhaftung, Prügel, Gefängnis oder Folter zu riskieren.

Und die europäischen Frauenrechtlerinnen schweigen.

Der US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, lud die westlichen Länder nach der letzten Hinrichtung in Teheran zu Protesten auf: „Viele unserer europäischen Verbündeten haben Botschaften in Teheran. Dieser barbarische Akt darf nicht unbeantwortet bleiben. Politiker, die UNO, demokratische Regierungen, Diplomaten und anständige Menschen überall sollten sich zu Wort melden – und zwar laut.“

Die Antwort kam umgehend. Während die islamischen Faschisten, die im Iran regieren, die Galgen aufstellten und iranische Generäle wie üblich mit der Zerstörung Tel Avivs drohten, waren die europäischen Länder (mit Frankreich und Deutschland an ihrer Spitze) damit beschäftigt, einen neuen Zahlungsmechanismus für Geschäfte mit dem Iran zu starten, mit dem Ziel die amerikanischen Sanktionen zu umgehen.

Die Europäer, immer noch dieselben Feiglinge.

Giulio Meotti, Kulturredakteur bei Il Foglio, ist ein italienischer Journalist und Autor.  Auf Englisch zuerst erschienen bei Arutz Sheva. Übersetzung Audiatur-Online.

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2 KOMMENTARE

  1. Überraschend ein sher guter Artikel.
    überraschend dass man endlich die Wahrheit schreibt und nicht so Ignorant wie alle andere Medien ist die beitragen dass IranerInnen auch in Europa wegen das Schweigen im Angst leben müssen.
    Europa hat seit 40 Jahren Moral, Freiheit, Anstand gegen iransiche Volk verkauft.

  2. Die Europäer sind nicht nur Feiglinge sondern sie geraten mittlerweile regelrecht zu Komplizen des iranischen Henker-Regimes. Ein sehr guter Artikel, der die Verlogenheit des achso hochmoralischen Europa demaskiert.

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