Foto Sliman Khader/Flash90
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Nach wie vor nutzen die Palästinenser den Tempelberg in Jerusalem, auf Arabisch Haram al-Sharif, als Plattform für die Aufstachelung gegen Israel im Allgemeinen und die Juden im Besonderen.

 

von Bassam Tawil

Diese Hetze, die begann nachdem jüdischen Touristen erlaubt wurde ihre Besuche an der heiligen Stätte im Jahr 2014 wieder aufzunehmen, hat seitdem verschiedene Formen angenommen. Die Besuche von Juden waren während des zweiten Intifada-Aufstandes, der im September 2000 ausbrach, für mehrere Jahre ausgesetzt worden.

Seit 2014 betreibt die Führung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), darunter auch Präsident Mahmoud Abbas, eine beispiellose Welle der Hetze gegen Israel und Juden, um gegen deren Besuche auf dem Tempelberg zu protestieren.

Im Jahr 2015 kündigte Abbas an, dass die Palästinenser „nicht zulassen werden, dass Juden mit ihren schmutzigen Füssen unsere Al-Aqsa-Moschee beflecken“. Ausserdem lobte er Palästinenser, die bereit waren ihr Leben zu opfern, um Juden daran zu hindern die heilige Stätte zu besuchen: „Wir segnen jeden Tropfen Blut, der für Allah und Jerusalem vergossen wurde. Jeder Märtyrer (Shahid) wird das Paradies erreichen, und jeder Verwundete wird von Allah belohnt werden.“

Abbas, seine hohen Beamten und Medien belügen seitdem ihr Volk und den Rest der Welt, indem sie behaupten, dass „extremistische jüdische Siedler gewaltsam in die Al-Aqsa-Moschee eingedrungen seien“. Natürlich hat kein jüdischer Extremist oder Siedler irgendeine Moschee auf dem Tempelberg „erobert“, schon gar nicht die Al-Aqsa-Moschee. Die meisten Besucher sind vor allem religiöse Juden. Die Palästinenser bezeichnen jedoch alle religiösen Juden regelmässig als „Extremisten“ oder „Siedler“. Es scheint ihre Art zu sein, Juden als Aggressoren, Kolonialisten und Extremisten zu stereotypisieren.

Beschimpfungen und Beleidigungen

Die Besuche der Juden auf dem Tempelberg werden in Absprache mit der israelischen Polizei durchgeführt und bestehen aus einer kurzen Besichtigung der Tempelberganlage. Die jüdischen Besucher dürfen weder die Al-Aqsa-Moschee noch den nahegelegenen Felsendom betreten. Doch dieses Verbot hat Abbas und die palästinensische Führung nicht davon abgehalten, die Lügengeschichte Juden würden die beiden Moscheen „erstürmen“, weiter zu verbreiten.

Was an den palästinensischen Lügen und Anstachelungen gefährlich ist, ist die Tatsache, dass viele Palästinenser ihnen zu glauben scheinen. Die jüdischen Besucher werden oft von wütenden palästinensischen Gläubigen empfangen, von denen sie mit Beschimpfungen und Beleidigungen überhäuft werden.

Anfang letzter Woche gaben die Palästinenser ein weiteres Beispiel dafür, wie sie einen heiligen Ort nutzen, um Lügen und Verleumdungen gegen Israel und Juden zu verbreiten. Sie zeigten auch, dass ihr eigentliches Ziel darin besteht, eine gewalttätige Konfrontation mit Juden am Tempelberg anzustiften. So könnten die Palästinenser der Welt weis­ma­chen, dass Israel versucht, einen Religionskrieg gegen Muslime zu führen.

Die jüngste palästinensische Provokation ereignete sich, als ein israelischer Polizist bei einer routinemässigen Sicherheitskontrolle versuchte, den Felsendom zu betreten – eine alltägliche Praxis der israelischen Polizei, die vor allem darauf ausgerichtet ist, die Sicherheit der palästinensischen Gläubigen zu gewährleisten. Es gab jedoch ein kleines „Problem“ mit diesem Polizisten: Er war zufällig ein religiöser Jude, der eine Kippa trug.

„Allahu Akbar!“ skandierende Wachen der «Waqf», der islamischen Stiftung die muslimische Bauten auf dem Tempelberg verwaltet, schlossen sofort die Tore des Felsendoms. Die Wachen und Dutzende muslimischer Gläubiger verbarrikadierten sich in der Moschee und riefen andere Palästinenser auf, sich an der heiligen Stätte zu treffen um sie vor den Juden zu „schützen“.

Kampagne hochrangiger Palästinenser

Stunden später und dank der Verhandlungen zwischen hohen Polizeibeamten und Leitern der palästinensischen Religionsbehörden, endete eine daraus resultierende Pattsituation zwischen den Demonstranten und der Polizei friedlich. Die Palästinensische Autonomiebehörde entschied sich jedoch, den Vorfall zu nutzen, um ihre Kampagne der Aufstachelung gegen Israel und die Juden fortzusetzen. Eine Reihe hochrangiger palästinensischer Beamter, darunter Premierminister Rami Hamdallah und sein Minister für religiöse Angelegenheiten, Yusef Edais, gaben gesonderte Erklärungen ab, in denen sie Israel wegen seiner „andauernden Überfälle und Gewaltakte gegen die Al-Aqsa-Moschee und andere islamische und christliche Heiligtümer“ in Jerusalem verurteilten.

Diese Erklärungen sind totale Unwahrheiten, die im Kontext mit den täglichen Aufstachelungen der palästinensischen Führer gegen Israel und die Juden, oft zu beobachten sind. Der Polizist war nicht Teil irgendeiner jüdischen Gruppe, die auf der Besichtigung der heiligen Stätte war. Er hatte auch nicht die Absicht an einem islamischen religiösen Ort zu beten oder diesen Ort gar „anzugreifen“. Er befand sich auf einer routinemässigen Patrouille, um die Sicherheit aller Besucher des Tempelbergs zu gewährleisten – Juden, Christen und Muslime gleichermassen.

Der palästinensische Aufruhr über die Szene eines religiösen jüdischen Polizisten kann kurz gesagt am besten als eine Form des Antisemitismus beschrieben werden. Wie erklären die Palästinenser ansonsten ihre Nicht-Beanstandung gegenüber einem nicht religiösen jüdischen Polizisten der am heiligen Ort patrouilliert? Warum ist es für einen Polizisten ohne Kippa in Ordnung, in den Felsendom zu gehen, aber für einen der eine Kippa trägt nicht?

Die Palästinenser, die gegen den Polizisten protestierten der die Kippa trug, folgten den Worten ihres Präsidenten Abbas als er erklärte, dass die Palästinenser es „Juden mit ihren dreckigen Füssen nicht erlauben würden, die Al-Aqsa-Moschee zu beschmutzen.“ In diesem Fall aber störten die Palästinenser nicht die „schmutzigen Füsse“ des Polizisten, sondern die Tatsache, dass er ein religiöser Jude war. Vielleicht sollte Abbas seine Aussage von 2015 so ändern, dass sie neben „Juden mit ihren schmutzigen Füssen“ auch Folgendes umfasst: „Religiöse Juden mit einer Kippa.“

Hetze von islamischen Klerikern

Abbas und die palästinensische Führung versuchen eindeutig, Israel in einen religiösen Konflikt mit allen Muslimen, nicht nur mit Palästinensern, zu verwickeln. Der Tempelberg ist zu ihrer bevorzugten Plattform für die Verbreitung von Verleumdungen gegen Israel und Juden geworden. Wenn jemand die Heiligkeit der Kultstätte beschmutzt, dann sind es Abbas und seine Vertreter im Westjordanland. Abbas‘ regierende Fatah-Fraktion spielte eine wichtige Rolle bei den Ausschreitungen, die bei dem jüngsten Vorfall im Felsendom ausbrachen (bei dem der Polizist mit der Kippa beteiligt war). Die Polizei verhaftete später Awad Salaymeh, einen hohen Fatah-Beamten in Ost-Jerusalem, wegen seiner Rolle bei dem Vorfall. Er und andere Fatah-Aktivisten waren vor Ort, als Teil der ständigen Bemühungen ihrer Führung, Spannungen zwischen Juden und Muslimen am Tempelberg anzustacheln.

Andere Formen der palästinensischen Aufstachelung gegen Israel und Juden auf dem Tempelberg sind wöchentliche Predigten von führenden muslimischen Persönlichkeiten. Fast jeden Freitag nutzt ein anderer älterer islamischer Kleriker das Podium, um hetzerische Reden gegen Israel und Juden zu halten. Einer dieser Kleriker ist Scheich Ekrima Sabri, der ehemalige palästinensische Mufti von Jerusalem, der letzte Woche seinen Anhängern sagte, dass Jerusalem nie eine jüdische Stadt sein wird. Sabri und andere leitende Kleriker haben den Ort auch genutzt, um die Palästinenser davor zu warnen, ihr Eigentum an Juden zu verkaufen.

Diese palästinensische Hetze und zynische Ausbeutung eines heiligen Ortes zur Verbreitung von Verleumdungen und das stereotypisieren von Juden, wird von den Mainstream-Medien im Westen kaum wahrgenommen. Wenn Israel einen Palästinenser daran hindern würde, wegen seiner Kleidung einen heiligen Ort zu betreten, würden die ausländischen Reporter mit Sitz in Jerusalem und Tel Aviv umgehend an den Ort des Geschehens eilen, um den Mann zu interviewen und der Welt zu sagen Israel verletze die Religionsfreiheit. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Medien den Palästinensern einen Freibrief erteilen und ihnen erlauben ihre bösartige Hetze gegen Israel aufrechtzuerhalten. Wenn ein Palästinenser das nächste Mal ein Messer nimmt und einen Juden ersticht, könnten ausländische Journalisten darüber nachdenken, wann sie es das letzte Mal versäumt haben über die palästinensischen Führer zu berichten, insbesondere über ihre Hetze.

Bassam Tawil ist Muslim und lebt als Wissenschaftler und Journalist im Nahen Osten. Auf Englisch zuerst erschienen bei Gatestone Institute. Übersetzung Audiatur-Online.

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1 KOMMENTAR

  1. Warum mutieren die sichtbaren Anhänger dieser einzig wahren „Religion des Friedens“ bei jeder Kleinigkeit immer so schnell zu einem abstossenden Mob?

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