Hassan Nasrallah, Führer der libanesischen Terrorgruppe Hisbollah. Foto Ferran Queved/Flash90.
Hassan Nasrallah, Führer der libanesischen Terrorgruppe Hisbollah. Foto Ferran Queved/Flash90.

Seit fast 40 Jahren ist der Iran der weltweit führende staatliche Förderer des Terrorismus und verfügt über eine lange und blutige Geschichte von Terroranschlägen.

 

von Dr. Shaul Shay

Seit 2017 scheinen die terroristischen Aktivitäten des iranischen Regimes auf europäischem Boden zu steigen. Dank guter Nachrichtendienste haben die jüngsten terroristischen Anschläge des Iran nicht zu schweren Verlusten geführt, aber diese Anschläge sind nur die Spitze des Eisbergs.

Die jüngsten iranischen Terroranschläge in Europa sind eine Warnung und ein Weckruf an die Regierungen in Europa, um die Appeasement Politik gegenüber dem iranischen Regime zu überprüfen.

Um derartige Terroroperationen durchzuführen, nutzt der Iran ein weites Netzwerk der iranischen Revolutionsgarde (IRGC): die al-Quds-Einheit, das Ministry of Intelligence (MOIS) und Proxies wie die Hisbollah. Der Iran verfügt über ein in Europa eingerichtetes organisiertes terroristisches Netzwerk, und die im Zusammenhang mit Terroranschlägen verhafteten Personen lebten und arbeiteten in Deutschland, Österreich, Belgien, Frankreich, Norwegen und Dänemark.

Trotz der zahlreichen Terroranschläge, die von der Hisbollah auf der ganzen Welt und auf europäischem Boden verübt wurden, haben die meisten Länder der Europäischen Union die Hisbollah bisher nicht auf die Liste der terroristischen Organisationen gesetzt.

Die Bemühungen des Iran, Einfluss auf den Westbalkan und dessen Regierungen auszuüben, stellen eine ernsthafte Sicherheitsbedrohung dar. Der Iran nutzt „Soft Power“, um seinen Einfluss auf dem Balkan durch wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Beziehungen zu erhalten und sogar auszubauen. Der Iran unterstützt Zentren für Religionswissenschaft und NGOs auf dem Balkan, um die islamisch-radikale religiöse Lehre des Iran zu fördern. Die europäischen Länder müssen sich der potenziellen Bedrohung durch schiitische Dschihadisten und der Radikalisierung muslimischer Jugendlicher in Europa durch die schiitische Revolutionsdoktrin bewusst sein.

Der Iran und die Hisbollah sind die wichtigsten potenziellen Bedrohungen für die Interessen der Vereinigten Staaten, Israels und der Europäischen Union. Das ist etwas, was die westlichen Regierungen noch nicht erkannt haben. Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten sollten sich der Notwendigkeit bewusst werden, die Bedrohung ihrer Sicherheit und Interessen durch den Iran zu verhindern und die notwendigen harten Massnahmen gegen das iranische Regime und die Hisbollah zu ergreifen.

Während die Spannungen zwischen dem Iran und den USA und seinen Verbündeten im Nahen Osten zunehmen und die sensible innenpolitische Situation im Iran sich verschärft, stellen die vereitelten Angriffe in Europa eine Eskalation der Bereitschaft des Iran dar, nach Jahren der relativen Zurückhaltung gewalttätige verdeckte Operationen durchzuführen.

Das iranische Regime scheint sich einer Strategie zu verschreiben, die auf iranische Dissidenten und westliche und israelische Interessen abzielt, aber nicht nur an Orten, an denen die Abwehrmassnahmen vergleichsweise unterentwickelt sein könnten, sondern auch in Europa.

Wie aus den verschiedenen iranischen und Hisbollah-Terroranschlägen auf europäischem Boden seit 2012 ersichtlich ist, werden Militante iranischer, libanesischer oder anderer Herkunft, sowie Asylbewerber für Geheimdienstmissionen genutzt.

Es gibt Hunderte von Mitgliedern der iranischen al-Quds-Einheit, des MOIS und der Hisbollah innerhalb der Grenzen der EU. Von denen könnten viele aktiviert werden, falls der Iran oder die Hisbollah beschliessen, gegen Ziele der EU, der USA oder Israels auf europäischem Boden vorzugehen.

Sowohl der aktuelle US-Präsident Donald Trump, wie auch der ehemalige US-Präsident Barack Obama und die ehemalige Aussenministerin Hillary Clinton haben die EU eindringlich aufgefordert, die gesamte Hisbollah als terroristische Organisation zu verbieten. Die Unterscheidung zwischen den militärischen, politischen und sozialen Aktivitäten der Hisbollah ist eine Fiktion, und die EU muss ihre Meinung ändern und die Hisbollah in ihre Liste der terroristischen Organisationen aufnehmen.

Die vollständige wissenschaftliche Studie von Dr. Shaul Shay ist erschienen am Research Institute for European and American Studies und kann hier abgerufen werden.

Col. (res.) Dr. Shaul Shay ist Forschungsleiter des Instituts für Politik und Strategie am israelischen Forschungsinstitut IDC Herzliya und ehemaliger stellvertretender Leiter des Nationalen Sicherheitsrates Israels.

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