Symbolbild. Foto dignidadrebelde, https://www.flickr.com/photos/dignidadrebelde/5719898403 Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)
Symbolbild. Foto dignidadrebelde, https://www.flickr.com/photos/dignidadrebelde/5719898403 Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)

Kämpfer für soziale Gerechtigkeit und Progressive schäumten letzte Woche über, als Israel, wie jede souveräne Nation, sein Recht ausübte, zu bestimmen, wer über seine Grenze darf. Es hatte eine antiisraelische US-Studentin an der Einreise gehindert und ihre Abschiebung angeordnet, wegen ihrer mutmasslichen Unterstützung von Anti-Israel-Boykott-Aktivitäten.

 

Ein Kommentar von Justin Amler

Es gibt wenige Orte auf der Erde, deren blosse Erwähnung dazu führt, dass Wutausbrüche entstehen und sich gewalttätige Märsche des Wahnsinns in Bewegung setzen, wie das bei einem kleinen Land am östlichen Ufer des Mittelmeers der Fall ist.

Dieses Land ist natürlich Israel – ein Land, das laut einigen fantasiereichen Medienberichten eine Art Mammut-Superstaat ist, der sich über den grössten Teil des Nahen Ostens erstreckt, immer mehr Ländereien verschlingt und deren Bewohner vertreibt.

Es ist erstaunlich, dass UN-Resolutionen, angebliche „Menschenrechts“-Gruppen und andere sogenannte „Freiheits“-Bewegungen mehr Zeit auf dieses Land verwenden als auf alle anderen Länder der Erde zusammen. Das bedeutet, dass Nordkorea, das sein Volk aushungert, afrikanische Länder, die ihre Völker ignorieren und arabische Regimes, die ihre Leute hinrichten, allesamt nicht die Art von Empörung auf sich ziehen, die nur für den winzigen jüdischen Staat reserviert ist. Ein Staat, der 19-mal kleiner ist als Kalifornien und 103-mal kleiner als Saudi-Arabien.

Selbstverständlich steht kein Land über jeglicher Kritik, doch wenn es um Israel geht, dann wird aus der sozialen Gerechtigkeit, nach der so viele seiner Kritiker angeblich schmachten, eine antisoziale Gerechtigkeit.

Ein Musterbeispiel ist die BDS-Bewegung, die die Wörter „Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit“ unter ihrem Logo hat, doch keines dieser Ziele verfolgt. Sie behauptet, eine Gruppe zu sein, die sich der Freiheit der „Palästinenser“ verschrieben hat, doch noch nie haben wir gesehen, dass sie den Leuten, denen sie so „zugetan“ ist, tatsächlich geholfen hat.

Darüber denke man mal nach. Hat man je von BDS-Aktivisten gehört, dass sie etwas machen, irgendetwas, das jenen Leuten, in deren Namen sie ihre Aktivitäten angeblich ausführen, nützlich ist? Während „Palästinenser“ in Flüchtlingslagern in Syrien sterben und ihnen in jedem anderen arabischen Land Jobs, Bürgerrechte und Gleichberechtigung verweigert werden, beschäftigt sich diese Bewegung damit, Musikfestivals zu stören, an denen Juden oder Israelis teilnehmen, und greift dabei zu Einschüchterungen, Drohungen, Mobbing und intensiven Kampagnen in den sozialen Medien.

Natürlich werden sie die Behauptung von sich weisen, antisemitisch zu sein, doch dieses Leugnen lässt sich ganz leicht als falsch überführen, etwa, wenn sie den jüdischen Sänger Matisyahu bei einem Musikfestival in Spanien ins Visier nehmen, ihn bedrohen und auch den Veranstaltern drohen, ihn nicht auftreten zu lassen – und er ist noch nicht einmal Israeli! Juden für Kritik herauszugreifen oder sie mit anderen Massstäben zu messen, ist eines der wesentlichen Kennzeichen des Antisemitismus in der Geschichte.

BDS ist eine Gruppe, die mehr daran interessiert ist, Cherry-Tomaten aus den Supermarktregalen zu entfernen, als gewöhnlichen „Palästinensern“ zu helfen, sich zu ernähren und für sich zu sorgen. Jeder „Erfolg“, den sie erringen, bedeutet mehr Leid für einfache Araber, die nur versuchen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Dies zeigte sich in perfekter Deutlichkeit, als das israelische Unternehmen SodaStream gezwungen wurde, von seinem Standort in Judäa und Samaria umzuziehen, wodurch Tausende von arabischen Bürgern der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) ihre Jobs verloren.

Die Heuchelei der Anführer und Anwälte dieser Bewegung ist völlig offensichtlich und wird auch durch den BDS-Führer Omar Barghouti belegt, der an der Universität Tel Aviv studiert hat, in demselben Land, das er boykottieren will! Oder wie wäre es mit dem wilden Israelkritiker Roger Waters, der kein Problem damit hat, mit grossem Enthusiasmus in Russland aufzutreten – das nicht als der Goldstandard bei Menschenrechten bekannt ist.

Dann gibt es da noch die aufsteigenden Stars der Demokratischen Partei – junge, hippe und gutaussehende Millennials, deren Anti-Israel-Haltung ihnen den Status als Kämpfer für soziale Gerechtigkeit garantiert.

Stars wie etwa Alexandria Ocasio-Cortez, die Israel öffentlich für „die Besatzung von Palästina“ kritisiert, aber – in einem Interview mit dem [öffentlichen amerikanischen Rundfunksender] PBS zugibt, dass sie eigentlich nichts über Israel weiss!

Oder wie ist es mit Julia Salazar, der erfolgreichen „jüdischen“ Pro-BDS-Kandidatin, die, wie sich herausstellt, gar nicht jüdisch ist! Bei Julia ist jeder Tag ein neues Abenteuer, da jede Lüge auffliegt, mit einer Frequenz wie bei einer Nachmittags-Soap-Opera.

Ich nehme an, für jemanden, der für Gerechtigkeit kämpft, für Freiheit, für den kleinen Mann, gibt es da eine romantische Konnotation. Und warum auch nicht? Wir alle glauben gern an den einfachen Mann oder die einfache Frau, der oder die es mit den mächtigen Institutionen aufnimmt, die jemandes Rechte und Freiheiten wegnehmen, ohne mit der Wimper zu zucken.

Wenn aber jene Gerechtigkeit so falsch ausgerichtet ist, so falsch dargestellt und so verzerrt, dann ist das keine wahre Gerechtigkeit mehr, sondern wird zur verzerrten Realität einer falschen Gerechtigkeit.

Israel ist das perfekte Beispiel für eine solche Verzerrung; es gibt nur wenige Länder, die mehr zum Wohl der Welt beitragen, auf Feldern wie der Landwirtschaft, der Bewässerung und dem Kampf gegen Armut und so vielen anderen; und trotzdem gibt es nur wenige Länder, die mehr beargwöhnt, häufiger falsch beurteilt werden und unfairer dargestellt werden als Israel.

Wirkliche Themen, die die gesamte Menschheit betreffen, werden aufgrund dieser hasserfüllten Obsession ignoriert – eine Obsession, die lieber die Zerstörung der gesamten Menschheit sähe, als das Heimatland der Juden zu unterstützen.

Nun also, sage ich, ist es an der Zeit…

An der Zeit, das Fehlen von Menschenrechten in den arabischen Ländern anzugehen.

An der Zeit, sich um den Mangel an sauberem Trinkwasser in afrikanischen Staaten zu kümmern.

An der Zeit, eine Rechenschaftspflicht für Auslandshilfen einzuführen, damit sie nicht an despotische Regimes fliessen.

An der Zeit, Strafmassnahmen gegen den anhaltenden Terrorismus von Gruppen wie der Hamas, der Hisbollah und der Palästinensischen Autonomiebehörde zu erlassen.

Doch vor allem ist es für die Welt an der Zeit, aufzuwachen.

Justin Amler ist ein in Südafrika geborener und in Australien lebender Schriftsteller und Kolumnist. Auf Englisch zuerst erschienen bei MiDA. Übersetzung Audiatur-Online.

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