Schulungsleiterin Ravit Idelman vom Rambam Health Care Campus trainiert kenianisches Personal an einer Simulationspuppe. Foto zVg
Schulungsleiterin Ravit Idelman vom Rambam Health Care Campus trainiert kenianisches Personal an einer Simulationspuppe. Foto zVg

Kürzlich veranstaltete eine Delegation hochrangiger Vertreter des Ruth Rappaport Children’s Hospital vom Rambam Health Care Campus in Haifa, in der Stadt Nakuru in Kenia einen Kurs in Notfallmedizin für einheimische Ärzte und Pflegekräfte. 

 

von Brian Blum

Die Israelis besuchten ein Land, in dem sowohl Medizin als auch personelle und materielle Ausstattung Mangelware sind. Ihr Ziel: Im Herzen Afrikas fortschrittliche Herz-Lungen-Wiederbelebung (kardiopulmonale Reanimation, englisch cardiopulmonary resuscitation, CPR) zu vermitteln.

Das Team vom Rambam-Krankenhaus in Haifa schulte seine Kollegen vor Ort in der Bedienung und Wartung des Equipments zur Herz-Lungen-Wiederbelebung, Techniken zum Fallmanagement sowie grundlegenden und fortgeschrittenen Reanimationsmethoden.

Der Kurs, der Fachvorträge, Übungen und individuelle Schulung beinhaltete, war von Prof. Ruth Margalit initiiert worden, die am Technion – Israel Institute of Technology verantwortlich für den Bereich Global Medicine ist.

„Es ist sehr wichtig, zu verstehen, womit wir es zu tun hatten“, erklärte Prof. Itay Shavit, Leiter der pädiatrischen Notfallaufnahme im Rambam-Krankenhaus und Leiter des medizinischen Teams.

„Aus israelischer Sicht kann man sich kaum vorstellen, wie in den Krankenhäusern im ländlichen Kenia eine qualitativ hochwertige medizinische Patientenversorgung geleistet werden kann. Die Infrastruktur ist veraltet oder gar nicht erst vorhanden, es herrscht grosse Knappheit an medizinischer Grundausstattung … es gibt kaum Ärzte und die meiste Arbeit wird von Krankenschwestern geleistet.“

Das Team vom Rambam-Krankenhaus schulte seine Kollegen vor Ort in der Bedienung und Wartung der CPR-Ausrüstung, Techniken zum Fallmanagement sowie grundlegenden und fortgeschrittenen Reanimationsmethoden. Ausserdem wurde den einheimischen Partnern der Umgang mit bislang unbekannter Ausrüstung vermittelt. Die Israelis hatten zu diesem Zweck medizinische Ausstattung und Reanimationspuppen im Gepäck.

„Die Herausforderung ist gross, weil die Wissenslücken immens sind. Aber es war spannend zu sehen, wie schnell Veränderungen bewirkt werden konnten und wie leicht es ist, etwas zu bewegen“, berichtete Ravit Idelman, leitende Pflegerin in der Notaufnahme des Rambam-Krankenhauses.

Ähnliche Kurse veranstaltete das Rambam auch schon in Rumänien.

„Als wir den Vorschlag erhielten, diese Schulung in Afrika durchzuführen, haben wir keinen Augenblick gezögert“, ergänzte Dr. Hadas Levin Kanani, leitender Arzt der Notaufnahme. „Fachwissen und Können tragen dazu bei, Leben zu retten, wo der Bedarf am grössten ist.“

Das Team plant, wieder nach Afrika zu reisen, um regelmässig weitere Schulungen durchzuführen und „um alle Orte zu erreichen, an denen wir und unsere Erfahrung helfen können“, erklärte Idelman.

Brian Blum ist Journalist und Unternehmer im High-Tech-Bereich. Auf Englisch zuerst erschienen bei Israel21c.

Diesen Beitrag teilen
  • 119
  •  
  •  
  • 1
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •