Die ersten vier weiblichen Panzerkommandanten der israelischen Streitkräfte posieren mit Brigadegeneral Guy Hasson, dem Chef des Panzerkorps. Foto IDF.
Die ersten vier weiblichen Panzerkommandanten der israelischen Streitkräfte posieren mit Brigadegeneral Guy Hasson, dem Chef des Panzerkorps. Foto IDF.

Es ist ein historisches Ereignis: Erstmals haben vier Frauen in Israel die Ausbildung zum Panzerkommandanten offiziell abgeschlossen und sind nun nach einem 16 Monate dauernden, anstrengenden Pilotprogramm die ersten weiblichen Panzerkommandanten der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF). Die Frauen werden an der Grenze zu Ägypten in der Division 80 eingesetzt.

 

Mithilfe des 2017 gestarteten Pilotprogramms sollte in Erfahrung gebracht werden, ob auch Frauen die vierköpfige Besatzung eines Panzers stellen können, die bei „routinemässigen Sicherheitsoperationen“ innerhalb Israels oder bei Bedarf auch direkt hinter den Staatsgrenzen erforderlich ist.

„So etwas gab es bei den IDF noch nie zuvor“, sagte der oberste Panzeroffizier Brigadegeneral Guy Hasson. Er hatte zunächst Bedenken in Bezug auf weibliche Panzerbesatzungen geäussert und fügte nun aber hinzu, bei den vier weiblichen Panzerkommandanten handele es sich um „vier erstaunliche und entschlossene Frauen“.

Sergeant Noga, eine der Frauen, die das Training abgeschlossen haben, fügte hinzu: „Zu dieser Position gehört eine sehr interessante und herausfordernde Ausbildung. Sie stellt zudem eine einzigartige Möglichkeit für Frauen dar und eröffnet ihnen neue berufliche Chancen und Perspektiven.“

Beim Auswahlprozess wurden medizinische Daten, die Motivation der Soldatinnen, Einschätzungen früherer Kommandanten und individuelle Vorstellungsgespräche berücksichtigt, so die Armee. Ein Komitee lud 30 Kandidatinnen zu persönlichen Gesprächen ein. Die Hälfte der Eingeladenen wurden dann zur Teilnahme an diesem historischen Programm ausgewählt.

Zwei Rekrutinnen verliessen das Programm nach nur zwei Wochen. Die verbleibenden 13 Rekrutinnen trainierten in der Shizafon-Basis inmitten der Wüste Negev. Dort wurden sie in drei von hochrangigen Panzerkommandanten geleitete Truppen aufgeteilt und schlossen ihre Panzerausbildung auf dem Modell Merkava Mark III ab. Die Frauen lernten mehr über taktische Intelligenz, Kampfhandlungen, Training und vieles mehr.

Bei einem Festakt im Dezember für die Frauen, die die Ausbildung abgeschlossen haben, stellte der Leiter der Ausbildungseinheit des Korps, Col. Moran Omer fest: „Wir erleben hier ein Stück Geschichte. Zum ersten Mal wird das Abzeichen eines Panzerfahrers an die Uniform weiblicher IDF-Soldaten gepinnt.“

Sergeant Osnat, deren Grossvater während der Staatsgründung Israels als Sergeant in der 7. Brigade diente, sagte: „Es ist so eine interessante und sinnvolle Tätigkeit, die nicht jeder erleben darf.“

Erstmals haben vier Frauen in Israel die Ausbildung zum Panzerkommandanten offiziell abgeschlossen. Foto IDF

Das Panzer-Pilotprogramm entwickelte sich aus dem Trend, dass immer mehr Frauen in den IDF aktiv an Kampfhandlungen teilnehmen. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der weiblichen Soldaten im Kampfeinsatz nahezu verfünffacht – von 547 im Jahr 2012 auf 2.700 im vergangenen Jahr.

Im Januar ernannte Israel zum ersten Mal eine Frau zum Kommandeur eines Geschwaders der Luftstreitkräfte.

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