Archäologe in der biblischen Stadt Zer. Foto Archäologen suchen nach Artefakten in der biblischen Stadt Zer. Foto Hanan Shafir.
Archäologe in der biblischen Stadt Zer. Foto Archäologen suchen nach Artefakten in der biblischen Stadt Zer. Foto Hanan Shafir.

Archäologen entdeckten bei Ausgrabungen in den Golanhöhen in den vergangenen Wochen das Eingangstor zur biblischen Stadt Zer, berichtete der Regionalrat von Golan.

 

von Tamara Zieve

Nach einem Jahr Unterbrechung führte eine Gruppe von 20 Archäologen aus der ganzen Welt zusammen mit dem Leiter des Bethsaida-Projekts, Dr. Rami Arav, und unter der Schirmherrschaft des Jerusalemer Hebrew Union College in den vergangenen Tagen neue Ausgrabungen an zwei verschiedenen Stellen in Bethsaida durch. Das antike Fischerdorf wird im Neuen Testament mehrfach als der Ort erwähnt, in dem Jesus lebte und in dem er auf wundersame Weise Tausende Menschen mit nur fünf Broten und zwei Fischen speiste.

Den Archäologen zufolge weisen die Grösse, bedeutende Funde und beeindruckende Festungsanlagen darauf hin, dass Zer eine wichtige Stadt war.

„In diesem Land gibt es nicht viele Tore aus dieser Epoche. Während der Zeit des zweiten Tempels hiess die Stadt Bethsaida, doch während der Zeit des ersten Tempels nannte man sie Zer“, sagte Arav mit Verweis auf Josua 19,35, wo es heisst: „Und feste Städte waren: Ziddim, Zer, Hammat, Rakkat, Kinneret.“

Archäologen suchen nach Artefakten in der biblischen Stadt Zer. Foto Hanan Shafir.

Arav begann vor fast 30 Jahren im Namen der University of Nebraska mit den Ausgrabungen auf dem Hügel et-Tell. Bei diesen Ausgrabungen identifizierte er das alte Bethsaida, und als Folge seiner Ausgrabungen und Entdeckungen besuchten christliche Pilger die Stätte in Scharen, da sie für das Christentum von grosser Bedeutung ist.

Im Laufe der Jahre entdeckten Archäologen in Bethsaida zahlreiche Relikte aus unterschiedlichen Epochen. Die Ausgrabungen werden im Bereich des Jordan Parks nordöstlich des Sees Genezareth durchgeführt.

Avi Liebermann, Leiter des Jordan Parks, in dem sich Bethsaida befindet, sagte: „Die Mitarbeiter des Jordan Parks und der Tourismusbehörde von Golan freuen sich, dass jeden Tag Zehntausende Besucher in den Park kommen. Der wundervolle Park ist auch eine beeindruckende archäologische Stätte. Ich bin jedes Mal wieder erstaunt, wenn Tausende religiöse Besucher in Bethsaida eintreffen. Und ich bin zuversichtlich, dass die neusten Funde noch mehr Besucher aus der ganzen Welt und aus Israel in den Park führen werden.“

In den vergangenen beiden Wochen wurde ein weiterer Fund gemacht – unter dem Boden eines römischen Tempels, den Herodes‘ Sohn Philippos erbaut und Julia, der Tochter des Augustus, gewidmet hatte.

Die Archäologen fanden Münzen, Perlen, Krüge und Hausschlüssel sowie den Schild eines römischen Soldaten. Der wohl bedeutsamste Fund war der einer Münze aus dem Jahr 35 v. Chr., die anlässlich der Ankunft von Kleopatra und Marcus Antonius in Akkon geprägt wurde. Es wurden insgesamt 12 dieser Münzen entdeckt.

Im Laufe der Zeit hatten verschiedene Funde aus dieser Gegend für Aufsehen in der Welt der Archäologie gesorgt. Vor mehreren Jahren entdeckte ein Ausgräber, der mit Arav zusammenarbeitete, eine Goldmünze mit dem Konterfei des römischen Kaisers Antoninus Pius, der von 138 bis 161 n. Chr. regierte.

Auf Englisch zuerst erschienen bei The Jerusalem Post.

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