Die Einheit „Good Neighbor“ (Guter Nachbar) der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) brachte Ende letzter Woche humanitäre Hilfsgüter zu flüchtenden Syrern in den Zeltlagern in den südlichen und zentralen Gebieten der syrischen Golanhöhen. Mehr als 300 Zelte, 13 Tonnen Lebensmittel, 15 Tonnen Säuglingsnahrung, drei Paletten mit medizinischer Ausrüstung und Medikamenten sowie 30 Tonnen Kleidung und Schuhe wurden in einem fast vierstündigen Einsatz geliefert.

 

Nach der jüngsten Offensive des syrischen Regimes, das mit Unterstützung des russischen Militärkontingents in Syrien die Rebellenkräfte auf den Golanhöhen bekämpft, hat sich in den vergangenen Tagen die Zahl der Syrer in den Zeltlagern an der syrisch-israelischen Grenze verdoppelt.

In diesen Zeltlagern leben Tausende Syrer unter miserablen Bedingungen – ohne Zugang zu Wasser, Strom, Nahrung oder anderen grundlegenden Dingen des täglichen Bedarfs. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat berichtet, dass seit dem Beginn der Offensive der Assad-Armee mit Unterstützung der Luftwaffe Putins vor über einer Woche in Daraa mehr als 120.000 Menschen aus ihren Häusern geflohen sind.

Berichten zufolge hatten russische Kampfflugzeuge in der Region um das von den Rebellen kontrollierte Daraa fünf Krankenhäuser bombardiert. Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, russische Kampfflugzeuge hätten in der Nacht zum Freitag massive Angriffe auf die Städte im Osten und Süden von Daraa geflogen. Dabei hätten Hubschrauber Sprengstoff-Fässer auf zivile Wohngebiete in Daraa-City abgeworfen. Diese Bombardierung fand mehrere Stunden nach dem Beginn einer Waffenruhe statt, parallel zum Abschuss von Boden-Boden-Raketen, welche die syrische Armee auf die Städte östlich von Daraa abfeuerte sowie schwerem Beschuss durch die Panzertruppen des Regimes.

Die IDF liessen verlauten, sie überwachen die Entwicklungen im Süden Syriens und bereiten sich auf eine Vielzahl von Szenarien vor, einschliesslich der Bereitstellung weiterer humanitärer Hilfe an die fliehenden Syrer. Allerdings, so betonten die IDF, planen sie nicht, die Durchreise vertriebener Syrer durch israelisches Gebiet zu gestatten.

In den Flüchtlingscamps waren Hunderte neuer Zelte zu sehen und es herrscht intensiver Verkehr von Lkw, die beladen sind mit Menschen aus dem Kampfgebiet in Daraa.

Ein Einwohner von Quneitra in Syrien berichtet im israelischen TV-Sender Channel 1: „Die humanitäre Lage ist sehr schwierig. Es gibt rund 200.000 Vertriebene, die an die Grenze zu Israel und Jordanien fliehen, aber die Grenzen sind komplett geschlossen. Die lokalen Verwaltungen helfen den Vertriebenen, Zeltlager zu errichten.“

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