Die Gewinner des Wettbewerbs. Foto von der Facebook-Seite des Yafa Cultural Center.

Bei einem Volkstanz-Wettbewerb für Kinder im Yafa Cultural Center in Nablus trat die Gewinnerin zu einem Lied auf, in dem zum Dschihad gegen Israel und zur Gewalt gegen „Zionisten“ aufgerufen wird. Die Einrichtung im Westjordanland wird unter anderem von der Europäischen Union und der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gefördert. Gegründet wurde das Zentrum von einer Organisation, die sich bei der Israel-Boykottbewegung BDS engagiert.

von Felix Balandat

Die 14-jährige Ru’a Ahmed Sa’id Hamdan hat den 1. Platz des Tanz-Wettbewerbs im Yafa Cultural Center Nablus gemacht. Ihr Gewinn: ein Pokal in Form einer goldenen Landkarte „Palästinas“, die das Staatsgebiet Israels und die palästinensischen Autonomiegebiete umfasst. Hamdan konnte die Jury mit ihrem Tanz zu einem Lied überzeugen, das folgenden Liedtext enthält:

„Wir ersetzten die Ketten durch Waffen

wir griffen die abscheulichen Zionisten an

Wir wollen keine Streitereien

solange der eindringende Feind auf dem Schlachtfeld steht

Dies ist der Tag an dem der Dschihad notwendig ist

Drück ab!

Wir werden Jerusalem, Nablus und das Land retten“

Der Tanzwettbewerb wurde laut dem Kulturzentrum 2017 erstmals durchgeführt, um das „palästinensische Erbe zu erhalten“ und das Konzept des „Rechts auf Rückkehr“ unter den jungen Generationen zu verbreiten. Die Europäischen Union sowie die deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) fördern das Yafa Cultural Center maßgeblich. Die GIZ arbeitet im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) mit dem Zivilen Friedensdienst (ZFD) im Flüchtlingscamp Balata und kooperiert dort mit dem Yafa Cultural Centre. Sie unterstützt das Zentrum mit einer Friedensfachkraft im Bereich Organisationsentwicklung, zwei einheimischen Fachkräften im Bereich psychosoziale Beratung sowie bei der konfliktsensiblen und gewaltpräventiven Arbeit über Musik-, Kunst- und Sportaktivitäten. 2016 belief sich die Förderung auf 100000 Euro.

Auf Anfrage von Audiatur Online erklärte eine GIZ-Sprecherin, dass Aktivitäten in dem Kulturzentrum zuvor mit der GIZ vereinbart werden. Das sei bei dem Tanzwettbewerb nicht der Fall gewesen. „Der beschriebene Vorfall ist für die GIZ nicht akzeptabel, wir distanzieren uns explizit davon“, so die Sprecherin. Bereits im Vorfeld habe sich die GIZ gegen die Aufführung des Siegertanzes ausgesprochen. Gegenüber der Leitung des Zentrums habe sie deutlich zum Ausdruck gebracht, dass derartige Aktivitäten nicht akzeptiert werden und die Zusammenarbeit eingestellt wird, sollte sich dies wiederholen. Die GIZ unterstütze grundsätzlich keine politischen Aktivitäten.

Das Yafa Cultural Center geht auf eine Initiative des Committee for the Defense of Palestinian Refugee Rights zurück. Die Organisation gehört zu den Unterzeichnern des Aufrufs der „palästinensischen Zivilgesellschaft“ aus dem Jahre 2005, in dem Kapitalabzug aus und Sanktionen gegen, sowie ein umfassender Boykott Israels gefordert wurden – das Gründungsdokument der international tätigen Anti-Israelkampagne Boycott, Divestment and Sanctions (BDS). Unterzeichnet hat den Aufruf auch der Council of National and Islamic Forces in Palestine, in dem terroristische Palästinenserorganisationen wie die Hamas und der Islamische Dschihad in Palästina vertreten sind. Das Balata-Flüchtlingscamp, welches direkt an Nablus angrenzt, spielte eine herausragende Rolle während der Ersten und Zweiten Intifada. 2007 lieferte sich die Palästinensische Autonomiebehörde ein Feuergefecht mit den al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden, dem bewaffneten Arm der Fatah. Die Terrororganisation nutzte das Flüchtlingscamp, in dem 30000 Menschen leben, als militärische Hochburg.

Dass europäische Staaten und die EU fragwürdige Organisationen direkt oder indirekt finanzieren, ist keine Seltenheit. Laut einem Bericht von NGO Monitor landen 29% aller EU-Förderungen, die für Israel, die West Bank und Gaza bestimmt sind, bei Organisationen, die BDS unterstützen – insgesamt 16,7 Millionen Euro. „Die EU lehnt die Versuche der BDS Kampagne, Israel zu isolieren, ab und stellt sich gegen jeglichen Boykott Israels“, erklärte 2016 Federica Mogherini, Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik. Kritiker werfen der EU eine anti-israelische Haltung vor.

Die GIZ leitet Projekte in der West Bank wie das Yafa Cultural Center vor allem in Kooperation mit Nichtregierungsorganisationen vor Ort. Einige dieser GIZ-Partnerorganisationen haben antisemitische Gerüchte verbreitet, etwa, dass Juden christliche Kinder entführen würden, um ihr Blut für ein religiöses Ritual während den jüdischen Feiertagen zu benutzen. Außerdem wird Israel regelmäßig Apartheid und Massenmord vorgeworfen. Von EU- und GIZ-Geldern profitierte beispielsweise auch die Ma’an Nachrichtenagentur, die in einem Artikel den Holocaust leugnete. Auch die Schweiz finanziert direkt oder indirekt antisemitische Nichtregierungsorganisationen.

Für ihre Arbeit mit Kindern erhielt das Yafa Cultural Center 2015 den mit 50’000 Dollar dotierten Global Impact Award der britischen Hilfsorganisation Stars Foundation.

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