Foto UN Photo/Manuel Elias / PD
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Seit letzten Samstag Abend (25.Kislev) wird in vielen jüdischen Häusern das achttägige Chanukka-Fest gefeiert, welches sowohl an den Makkabäer Aufstand im Jahre 167 – 164 v.Chr. gegen den seleukidischen (griechischen) König Antiochus Epiphanes erinnert als auch an die Einweihung des Tempels nach dessen Schändung durch die Griechen.

Chanukka heisst wörtlich „Einweihung“. Das Fest dauert acht Tage lang, wobei an jedem Tag ein zusätzliches Licht angezündet wird, so dass am letzten Tag acht Lichter brennen. Mit dem zusätzlichen Licht werden die anderen jeweils angezündet. Für die Menora – so heisst der Leuchter – werden entweder Wachskerzen oder in kleine Gläschen abgefülltes Olivenöl benützt.

In den Gebeten des Feiertags wird bis heute G“tt für die zwei Wunder von damals gedankt – für das im Tempel gefundene Ölkrüglein, welches statt nur für einen Tag, acht Tage lang brannte, und für den wundersamen Sieg der kleinen Armee der Makkabäer über die viel grössere und stärkere Armee der Hellenisten.

Gemäss Rabbiner Yuval Cherlow war der Aufstand der Makkabäer der Eklat eines Zustandes, der etwa 150 Jahre zuvor durch den Einfall des griechischen Hellenismus ins jüdische Judäa begonnen hatte. Der Talmud erzählt eine allegorische Geschichte über die Begegnung der dort lebenden jüdischen Gelehrten mit Alexander dem Grossen, nachdem dieser ca. 333 v.Chr. die Macht über Judäa gewonnen hatte. In einigen faszinierenden Sagen über die Begegnung des Herrschers mit den Juden, kommt gemäss Rabbiner Cherlow die tiefe Kluft der hellenistischen Kultur mit dem jüdischen Glauben – und damit die eigentliche Wurzel der viel später stattfindenden Chanukka Geschichte – zum Ausdruck. In der literarischen Form einer talmudischen Diskussion, in welcher der Eroberer Alexander den jüdischen Gelehrten 10 Fragen stellt, zeigt der Talmud die Unvereinbarkeit der hellenistischen und der jüdischen Weltanschauung, welche gezwungenermassen irgendwann aufeinander prallen mussten.

Eine Weltanschauung wie die hellenistische, welche von Alexander dem Grossen noch mit Toleranz und Interesse für andere Lebensweisen vertreten wurde, entwickelte sich über Jahrzehnte hinweg bis zur Zeit von Antiochus Epiphanes zu einer diktatorischen, zerstörerischen Lebenshaltung, welche Andersdenkende nicht mehr neben sich duldete und bei Nicht-Annahme mit dem Tode bestrafte. So wird z.B. im 2.Buch der Makkabäer die Geschichte von der jüdischen Frau Chana und ihren sieben Söhnen erzählt, die gezwungen wurden, sich vor einem griechischen Götzen zu bücken und Schweinefleisch zu essen und damit ihren jüdischen Glauben aufzugeben. Die Söhne weigerten sich den Befehlen zu folgen und wurden nach grausamer Folter – vor den Augen der Mutter – einer nach dem anderen ermordet. Diese sprang nach dem Tod des jüngsten Sohnes von einem Dach in den eigenen Tod.

Anhand der überlieferten Berichte in den Büchern der Makkabäer und durch den Historiker Josephus Flavius ist zu beobachten, dass die Überzeugung der Hellenisten sich über Jahrhunderte hinweg in eine Obsession umwandelte, den jüdischen Glauben und seine nicht konvertierenden Anhänger auszumerzen. Der mit dem Hellenismus unvereinbare jüdische Glaube wurde den Griechen ein Dorn im Auge.

Chanukka heute

Man kommt in diesen Chanukka-Tagen nicht umhin, die Parallelen der griechischen Obsession gegenüber den Juden mit jener der Vereinten Nationen (UNO) gegenüber dem jüdischen Staat zu sehen. Das Ausmass der Obsession der Vereinten Nationen kann am zunehmenden Auseinanderklaffen ihres Narrativ zu Israel mit historischen Fakten, und an der zunehmenden Irrationalität gemessen werden, welche in den letzten Wochen schwindelerregende Dimensionen erreicht hat.

Der Genozid an den europäischen Juden im Zweiten Weltkrieg wäre nicht möglich gewesen, wenn die deutschen Nationalsozialisten nicht zuvor ein Lügenkonstrukt gebaut hätten, mit welchem sie die Menschenmassen von der Legitimität ihrer verbrecherischen Enteignung, Vertreibung, Verfolgung und Ermordung der jüdischen Nachbarn überzeugen hätten können.

Mit dem Ziel gegründet, „den Frieden auf der Welt dauerhaft zu sichern“, ist die UNO zu einem Werkzeug geworden, welches über die Jahre hinweg, in einem antisemitischen Wahn verhaftet, mit wiederholenden Falschbehauptungen , Projektionen und fantasierten Geschichtsklitterungen über Israel ein Lügenkonstrukt zusammengekleistert hat, welches es immer leichter werden lässt, Israel endgültig in die Enge zu treiben. Gemäss dem Historiker und Psychiater Kenneth Levin, ist die Definition von Wahn die „Entschlossenheit, an einem spezifischen Verständnis der Realität festzuhalten, ganz unabhängig von der Stärke aller gegenteiligen Beweise“.

Es scheint als ob die Existenz des jüdischen Glaubens sowohl zur Zeit des Hellenismus als auch heute, zur Zeit der Vereinten Nationen, eine Bedrohung für bestimmte Kulturen und Weltanschauungen darstellt, welche diese in einen obsessiven, wahnhaften Kampf gegen den jüdischen Glauben oder den jüdischen Staat versinken lässt.

Vor diesem Hintergrund könnte es passender nicht sein, dass die UNO Gebiete Israels als illegal oder „ohne Verbindung zum Judentum“ erklären, auf denen sich die Chanukka- Geschichte ereignete und jährlich dazu neue, konkrete und eindeutige Belege durch Ausgrabungen die Oberfläche und unser Auge erreichen. Vor drei Jahren wurde in Jerusalem ein 4 Meter hohes Gebäude aus der Zeit der Hasmonäerkönige, mit einem von Münzen übersäten Boden freigelegt. Vor einem Jahr wurde eine Festung auf einer Anhöhe mit Sicht auf den Tempel ausgegraben – genau an der Stelle, die von Antiochus für die Kontrolle der Tempelaktivität benutzt wurde. Diese Festung ist sowohl im Buch der Makkabäer als auch vom Historiker Josephus Flavius erwähnt. Man denkt an Kenneth Levins Definition von Wahn: „Die Entschlossenheit, an einem spezifischen Verständnis der Realität festzuhalten, ganz unabhängig von der Stärke aller  gegenteiligen Beweise“.

Doch wie der obsessive Wahn gegen die Juden, so leben auch die Chanukka Wunder weiter, denn ohne diese würde der kleine, moderne jüdische Staat, von Millionen von Feinden umzingelt und bereits am Tag der Geburt zur Zerstörung ausgerufen, heute nicht mehr bestehen.

In diesem Sinne: Fröhliches Chanukka!