Irans Verteidigungsminister Hossein Dehghan. Foto Meghdad Madadi - , CC BY 4.0, Wikimedia Commons
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Irans Führung hat Syriens Präsidenten zu der Eroberung von Aleppo gratuliert und betonte ihre eigene Rolle in der Offensive.

Irans Verteidigungsminister Hossein Dehghan gratulierte in einem Telefonanruf seinem syrischen Amtskollegen zu den „Siegen der syrischen Armee und Widerstandskräfte bei der Befreiung der Stadt Aleppo aus den Händen von „Takfiri“ [sunnitischen abtrünnigen] Terroristen“.

Yahya Safavi, führender aussenpolitischer Berater des iranischen Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei, betonte die Rolle des Iran in der Aleppo-Offensive. „Die Koalition zwischen dem Iran, Russland, Syrien und der Hisbollah hat zur Befreiung von Aleppo geführt und wird als Nächstes Mosul (im Irak) befreien.“ Er fügte hinzu: „Der neue amerikanische Präsident sollte den Kräften des Iran Rechnung tragen.“

The Times und der Guardian berichten, dass ein Waffenstillstand in Aleppo von Russland und der Türkei vermittelt worden ist, um die Evakuierung der Bewohner zu ermöglichen. Er wurde jedoch nicht umgesetzt, nachdem vom Iran unterstützte irakische Milizen die Aufhebung der Belagerungen in den von Rebellen kontrollierten Gebieten der Provinz Idlib sowie Angebote verlangte, gefangene Milizen freizulassen, die vom Iran unterstützt werden.

Irans Oberster Führer Ayatollah Khamenei traf in Teheran auch mit dem Führer der im Gaza stationierten Terrorgruppe Palästinensisch-Islamischer Jihad (PIJ) Ramadan Abdullah Shalah zusammen. Er sagte Shalah, der von den Vereinigten Staaten als „speziell eingesetzter Terrorist“ klassifiziert wird, dass, wenn „alle Palästinenser sich vereinen und alle zum Kampf beitragen, das zionistische Regime in 25 Jahren nicht mehr existieren wird“.

Laut der halbamtlichen iranischen Nachrichtenagentur Mehr fügte er hinzu, dass „die besetzten Gebiete durch die ausserordentliche Ausdauer im Kampf aller palästinensischen Gruppen befreit werden“.

Der Iran hatte dem PIJ im Mai Hilfe in Höhe von 70 Millionen US-Dollar zugesagt. Es häufen sich ausserdem die Hinweise, dass sich die Hamas – die grösste Terrorgruppe in Gaza – nach einer Spaltung wegen dessen Rolle in Syrien, wieder mit dem Iran versöhnt. Imad Al-Alami, von dem es heisst, er habe enge Verbindungen zum Iran, wurde im vergangenen Monat zum Führer der Hamas in Gaza ernannt. Eine Reihe offizieller Vertreter der Hamas traf sich im September mit iranischen Diplomaten in Beirut, wo sie sich gegenseitig das Versprechen gaben, die „zionistische Bedrohung“ gemeinsam in Angriff zu nehmen. Einen Monat darauf sagte der in Gaza ansässige Hamas-Offizielle Mahmoud Al-Zahar, dass die Terrorgruppe bestrebt sei, ihre Verbindungen zum Iran zu „verbessern und voranzubringen“, um sich auf einen neuen Krieg mit Israel vorzubereiten.

In den vergangenen Jahren haben viele politische und militärische Führer des Irans die Zerstörung Israels vorausgesagt oder gar dazu aufgerufen. Brigadegeneral Mohammad Ali Falaki verkündete im August, der Iran sei dabei, eine schiitische Armee zu formieren, um Israel bis 2039 zu vernichten (innerhalb von 23 Jahren). Im März 2015 bezeichnete Brigadegeneral Mohammad Reza Naqdi ­ – damals Kommandant der Basij-Milizen – die Vernichtung Israels als „nicht verhandelbar.“ Der ehemalige Präsident des Iran, Ali Akbar Hashemi Rafsanjani, dem enge Verbindungen zum derzeitigen Präsidenten Hassan Rouhani nachgesagt werden, prophezeite im vergangenen Juli, dass Israel „eines Tages von der Landkarte gefegt“ sein würde. Und vor zwei Jahren veröffentlichte Khamenei eigenhändig einen Neun-Schritte-Plan zur Zerstörung Israels auf Twitter:

Der PIJ ist jedoch nicht die einzige Terrorgruppe, die aktuell im Iran begrüsst wird. Wie der saudi-arabische Nachrichtensender Al Arabiya berichtete, hatte die Islamische Republik im Rahmen der Internationalen Konferenz zur Islamischen Einheit (International Islamic Unity Conference) in Teheran auch eine Delegation der Taliban zu Gast.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu reagierte auf Khameneis Vorhersage bei einem Treffen mit Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew in der Landeshauptstadt Astana. Netanyahu sagte: „Der Iran sollte verstehen, dass Israel nicht ein Kaninchen, sondern ein Tiger ist. Wenn der Iran jemals Israel Schaden zufügt, wird er sich selbst in Gefahr bringen.“

Quellen: BICOM, The Tower, Agenturen

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