Vergangene Woche fand im Europäischen Parlament in Brüssel eine der grössten pro-israelischen Konferenzen statt, organisiert von der Europäischen Christlichen Politischen Bewegung in Zusammenarbeit mit der European Coalition for Israel (ECI): „Terrorismus und Sicherheit: Was die EU von Israel lernen kann“.  

Der stellvertretende Sprecher der Knesset, Yehiel Hilik Bar, brachte grosse Überraschung zum Ausdruck, als er sich in einem vollen Konferenzsaal umsah. „Da sagt man uns immer, wir hätten keine Freunde in Europa, aber wenn ich mich umschaue, kann ich über die grosse Unterstützung, die wir von den christlichen Gemeinschaften hier im Europäischen Parlament erhalten, nur staunen“, sagte er.

Der Gründungsdirektor der ECI, Tomas Sandell, gab eine kurze Begründung für die wachsende Unterstützung Israels unter Christen verschiedener Konfessionen in Europa. „Im Jahr 2004 fragte der verstorbene Elie Wiesel, warum sich nur die Führer jüdischer Gemeinschaften in Europa die Mühe machten, sich gegen den damals zunehmenden Antisemitismus zu erheben. ‚Wo sind all die anderen?‘, wollte er wissen.“

„Heute sieht man die Antwort auf seine Frage“, sagte Sandell, „Wir sind hier im Europäischen Parlament mit einer Rekordzahl an Teilnehmern zusammengekommen, um unsere Unterstützung für Israel zu bekunden und gemeinsam den Antisemitismus zu bekämpfen.“

Sandell wies darauf hin, Glaubensführer aller religiösen Gemeinschaften stünden in der Pflicht, Gewalt im Namen von Religion zu verurteilen.

„Wir brauchen eine eindeutige Botschaft aller religiösen Führer in Europa, dass es in unseren Gesellschaften keinen Platz für Antisemitismus gibt.“

Der stellvertretende Sprecher der Knesset, Yehiel Hilik Bar. Foto European Coalition for Israel
Der stellvertretende Sprecher der Knesset, Yehiel Hilik Bar. Foto European Coalition for Israel

Dann pries er die Europäische Kommission für ihre umfassenden Aktivitäten zur Bekämpfung des Antisemitismus und zur Einbindung von Glaubensführern bei der Verhinderung von Radikalisierung. Jedoch kritisierte er die Europäische Union für das Fehlen einer kohärenten Politik. „Man kann nicht in einem Teil der Welt Antisemitismus und Terrorismus bekämpfen und sie in anderen Teilen der Welt ignorieren“, sagte er. Terroristische Angriffe in Jerusalem und Tel Aviv müssten ebenso als Terrorattacken verurteilt werden wie solche in Paris und in Brüssel. Auch kritisierte er heftig die unverantwortlichen EU-Beihilfen für die palästinensischen Behörden, trotz andauernder Anstiftung zu Gewalt durch Palästinenser und einer Kultur des Hasses.

In seinen abschliessenden Bemerkungen wandte er sich an den stellvertretenden Sprecher der Knesset, Yehiel Hilik Bar, und sagte: „Im Namen von Millionen europäischen Bürgern, denen durch Ihre Regierung und israelische Unternehmen geholfen wurde, die uns zu Hilfe kamen, als uns der Terror traf und die weitere Terrorangriffe und noch mehr Blutvergiessen verhinderten, möchten wir Ihnen von Herzen ‚Toda‘ – danke – sagen.“

Europäische Christen – Terrorismus, Sicherheit und Israel. Foto European Coalition for Israel

Der Gastgeber der Konferenz, Mitglied des Europäischen Parlaments (MEP) Bas Belder (Niederlande), bekräftige sein fortdauerndes Engagement auf der Seite Israels und der jüdischen Gemeinschaften. „In Erinnerung des Holocaust muss Israel die Sicherheit seiner Bürger beim Kampf gegen alle Formen des Terrorismus zur obersten Priorität machen“, sagte er.

Weitere Sprecher waren unter anderem MEP Branislav Škripek (Slowakei), MEP Arne Gericke (Deutschland), MEP Marek Jurek (Polen), die Koordinatorin der Europäischen Kommission gegen Antisemitismus, Katharina von Schnurbein, der stellvertretende israelische Botschafter Shuli Davidovich und Rabbi Avi Tawil.

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