Hamas – neuer Anführer in Gaza?

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Imad al-Alami begrüsst von Ismail Haniyeh. Foto Hamas
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Der sechzigjährige Imad al-Alami – ein Mann mit engen Verbindungen zum Iran und Syrien – wird Ismail Haniyeh als effektiven politischen Führer im Gazastreifen ersetzen, dies berichtete die Times of Israel am Montag.

Haniyeh ziehe nach Katar, vermutlich um Khaled Meshaal als Vorsitzenden des Politischen Büros der Terrorgruppe zu ersetzen.

Schon früher war Alami in einem Artikel des Magazins Foreign Policy als einer der „gefährlichsten Aktivposten“ und „der Weichensteller für alle Beziehungen der Hamas zum Iran und seinen Vertretern“ bezeichnet worden.  Nachdem er mehrere Jahre im Iran gelebt hatte, zog der in Gaza geborene Alami 2008 nach Syrien. Er war der letzte Hamas-Führer, der nach dem Bruch der Organisation mit dem syrischen Diktator Bashar al-Assad  – aufgrund des syrischen Bürgerkriegs – Damaskus verliess und er ist der Letzte, der seine Verbindungen zu Teheran noch immer aufrechterhält. Alami pflegt ausserdem seit mehr als 20 Jahren eine enge, nach wie vor andauernde Zusammenarbeit mit dem Anführer der Hisbollah, Hassan Nasrallah.

Wenngleich in der Vergangenheit unter den Führern der Hamas Uneinigkeit wegen der Verbindungen zum Iran herrschte, haben sich in den vergangenen Monaten die Anzeichen verdichtet, dass sie sich allmählich dem Dunstkreis der Islamischen Republik annähern. Eine Reihe offizieller Vertreter der Hamas traf sich im September mit iranischen Diplomaten in Beirut, wo sie sich gegenseitig das Versprechen gaben, die „zionistische Bedrohung“ gemeinsam in Angriff zu nehmen. Einen Monat später sagte ein Hamas-Offizieller aus Gaza, Mahmoud al-Zahar, die militante Gruppierung versuche, ihre Verbindungen zum Iran zu „verbessern und voranzubringen“, um sich auf einen neuen Krieg mit Israel vorzubereiten.