Juden auf dem Tempelberg unter Polizeischutz. Foto Kobi Richter/TPS
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Ein Bündnis von Ministern der israelischen Regierung und verschiedenen Aktivisten verlangte diese Woche eine Änderung des Status Quo hinsichtlich des jüdischen Gebets an der heiligen Stätte.

von Ilana Messika/TPS

Bei einer Sitzung in der Knesset (Parlament des Staates Israel) unter Vorsitz von MK (Mitglied der Knesset) Yehuda Glick sagte der Minister für Öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, die Rechte der Juden an der Stätte seien nicht verhandelbar.

„Keine internationale Gruppe kann die Geschichte umschreiben“, sagte Erdan und bezog sich dabei auf die UNESCO-Entschliessungen des vergangenen Monats, die sich nur mit dem arabischen Namen, Haram al-Sharif, auf den Berg bezogen. „Der Tempelberg ist der heiligste Ort für das jüdische Volk…und es wird durch den aktuellen Status Quo diskriminiert.“

„Bei meinem Amtsantritt wurden Besuche von Juden am Tempelberg mit rassistischen Schildern blockiert und [Juden wurden] in bedrohlicher Weise angegangen. Lassen Sie sich nicht täuschen, all dies war geplant, zeitlich abgestimmt und finanziert“, sagte er.

Das Bündnis wurde als Reaktion auf das Verbot von Premierminister Netanyahu gebildet, der im Oktober 2015 israelischen Politikern untersagte, den Tempelberg zu besuchen. So versuchte er, die Welle der Gewalt, die auf dem Tempelberg ausgebrochen war, zu stoppen.

Die islamische Waqf, die Verwaltung die sich um die heiligen Stätten der Muslime kümmert, verbietet Juden das Gebet auf dem Tempelberg – und dies mit Zustimmung der israelischen Regierung.

Diese Frage war schon immer ein Zankapfel zwischen den Gläubigen, ein Disput, der durch die Ratifizierung der Entschliessung eines UNESCO-Welterbekomitees im Oktober, die eine Verbindung der Juden zu den heiligen Stätten in Jerusalem leugnet, noch verschärft wurde.

„Unser Zugang auf den Tempelberg hat sich verschlechtert“, sagte der frühere Likud-Abgeordnete Moshe Feiglin. „Wie können wir der UNESCO beweisen, dass wir sehr wohl eine Verbindung zum Tempelberg haben, wenn israelische Regierungen, und insbesondere die aktuelle, dagegen stimmen?“

Der stellvertretende Verteidigungsminister Eli Ben-Dahan fügte hinzu, es sei absurd, dass allen Religionen der Welt das Betreten unserer heiligsten Stätte erlaubt, allein dem jüdischen Volk aber der Zutritt verwehrt sei.

An der Zusammenkunft unter dem Namen Jerusalem for Peace nahmen Knessetsprecher Yuli Edelstein, Landwirtschaftsminister Uri Ariel, die stellvertretende Aussenministerin Tzipi Hotolevy, der Minister für Öffentliche Sicherheit Erdan und der frühere Likud-Abgeordnete Moshe Feiglin teil. Die Veranstaltung war die erste des neuen Knesset-Ausschusses für den Tempelberg.

„Jerusalem ist eine Stadt des Friedens“, stellte Yehuda Glick fest. „Das Gegenstück zu Jerusalem ist [der biblische Turm zu] Babel, wo jeder einer Meinung war und dieselbe Sprache sprach.

„Jerusalem vereint alle Träume. Gott ist nicht exklusivistisch: Bei ihm ist Raum für [Menschen] alle[r] Hautfarben und jegliche[r] Religion“, schloss er.

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