Das Dokument ist die früheste ausserbiblische Quelle, in der die Stadt Jerusalem in hebräischer Schrift genannt wird. Foto Hillel Maeir/TPS
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Diebe, die die Höhlen in der judäischen Wüste plündern, sind eine Erscheinung, mit der sich die Israelische Altertumsbehörde (IAA) seit Jahren auseinandersetzen muss. In einem erfolgreichen Ermittlungsverfahren ist es nun jedoch der IAA gelungen, ein aus einer illegalen Plünderung stammendes ausserbiblisches Dokument aus den Händen einer Bande von Altertumsräubern zu retten.

von Anav Silverman/TPS

Der 1985 gegründeten Einheit zur Verhütung von Antikendiebstahl der IAA gelang es im Rahmen einer umfangreichen Ermittlungsmassnahme, ein antikes Papyrusdokument in althebräischer Schrift aus den Händen palästinensischer Plünderer zu konfiszieren, die illegale Raubgrabungen in den Höhlen der judäischen Wüste vorgenommen hatten. Die aus den Bergen von Süd-Hebron stammenden Plünderer wurden anschliessend festgenommen und inhaftiert.

„Die IAA hatte Hinweise auf den gestohlenen Papyrus erhalten. Es ist uns gelungen, das Schriftstück aufzuspüren und zu beschlagnahmen, bevor es in irgendeiner Privatsammlung verschwinden konnte“, erklärte Amir Ganor, Leiter der Einheit zur Verhütung von Antikendiebstahl. „Es war eine Operation, die sich über einen längeren Zeitraum sowohl in der judäischen Wüste als auch auf dem Kunst- und Antiquitätenmarkt abspielte“, berichtete er gegenüber der Nachrichtenagentur Tazpit (TPS).

„Derzeit steht der Staat Israel am Beginn eines auf fünf Jahre angelegten Prozesses, in dem man hart gegen die Plünderer vorgehen und gleichzeitig die bislang noch nicht entdeckten antiken Schätze in der judäischen Wüste schützen will“, erklärte Ganor weiter.

Bereits Anfang des Jahres hatten die IAA, das Kulturerbe-Projekt des Ministeriums für Jerusalem-Angelegenheiten und die Ministerin für Kultur und Sport, Miri Regev, begonnen, für einen nationalen Plan für umfangreiche archäologische Ausgrabungen in den Höhlen der judäischen Wüste, einschliesslich der Schriftrollen vom Toten Meer, zu werben. Regev hatte erklärt: „Ich werde mich dafür einsetzen, die Strafen für diejenigen, die die Altertümer unseres Landes rauben, zu verschärfen.“ Und: „Es ist unsere Pflicht, diese einzigartigen Schätze, die nicht nur Eigentum des jüdischen Volks, sondern der ganzen Welt sind, zu schützen.“

„Es ist unsere Pflicht, uns um die Plünderei der antiken Schätze in der judäischen Wüste zu kümmern und nicht weniger wichtig ist es, die Lügen der falschen Propaganda aufzudecken, die heute einmal mehr von der UNESCO verbreitet werden“, fügte Regev heute hinzu.

Am Mittwoch wurde der von Ganors Einheit aufgespürte antike Papyrus aus der Zeit des Ersten Tempels im 7. Jahrhundert v. Chr. offiziell von der IAA der Öffentlichkeit präsentiert. Die auf dem Dokument befindliche althebräische Inschrift lautet: „Von der Dienerin des Königs aus Nahartah Weinamphoren nach Jerusalem.“

Das Dokument ist die früheste ausserbiblische Quelle, in der die Stadt Jerusalem in hebräischer Schrift genannt wird. Die meisten der Schriftstücke sind gut lesbar. Das Papier, auf dem sie geschrieben stehen, wurde nach Auskunft von Dr. Eitan Klein, dem stellvertretenden Direktor der Einheit zur Verhütung von Antikendiebstahl, aus dem Mark der Papyruspflanze gewonnen.

„Das Schriftstück stellt ein äusserst seltenes Beweisstück für die Existenz einer organisierten Verwaltung im Königreich Juda dar und es unterstreicht die zentrale Bedeutung von Jerusalem als der wirtschaftlichen Hauptstadt dieses Königreichs“, erklärte Klein am Mittwoch gegenüber Reportern.

Angesichts der jüngsten UNESCO-Resolution, in der die jüdischen Verbindungen zu heiligen Stätten in Jerusalem geleugnet werden, bemerkte Professor Shimon Ahituv von der Ben Gurion-Universität, dass das antike Versanddokument der internationalen Gemeinschaft ein faktisches Beweisstück liefert.

„Es handelt sich dabei nur um eine kleine Notiz, die an zwei Weingefässen befestigt war, die eine Dame aus Naharat im Jordantal nach Jerusalem geschickt hatte. Sie ist aber eines von drei Papyri, die wir aus der Zeit des Ersten Tempels besitzen“, führte Ahituv weiter aus. „Der Wein hat seinen bestimmungsgemässen Empfänger nie erreicht, da unterwegs, irgendwo in der Region um Jericho, etwas vorgefallen sein muss.“

„Die Resolutionen der UNESCO sind fernab jeder Realität. Denn hier, an diesem Ort, hat es eine jüdische Monarchie gegeben. Das wird durch dieses antike Versanddokument für den Wein offenkundig bewiesen“, stellte Ahituv fest.

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1 KOMMENTAR

  1. Schlimm genug, dass Israel sich in der Beweispflicht sieht, oder Beweise erbringen muss, seine mehrtausendjährige Existenz in Judäa und Jerusalem vor den Teufeln in der UNESCO zu belegen.
    Als Schande empfinde ich es, dass christliche Länder die Lügen der UNESCO auch noch unterstützen und sei es nur durch Stimmenthaltungen.
    Aber die Wahrheit kommt ans Licht und es werden immer mehr.
    Kein Wunder, dass die Araber mit allen Mitteln weitere Grabungen in Jerusalem verhindern wollen. Sie können mitsamt ihrem Götzen nur verlieren.
    G’TT segne die Bemühungen der Forscher.

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