Flüchtlingskinder im westlichen Teil der Stadt Aleppo, Syrien. Foto UNICEF / Ourfali
Flüchtlingskinder im westlichen Teil der Stadt Aleppo, Syrien. Foto UNICEF / Ourfali
Lesezeit: 3 Minuten

Der bewaffnete Konflikt in Syrien hält auch in seinem fünften Jahr unvermittelt an. Betroffen von ihm sind nicht zuletzt auch palästinensische Flüchtlinge.

Ausgerechnet die vermeintlichen Fürsprecher der Palästinenser scheinen sich wenig für die Vorgänge in Syrien zu interessieren (stattdessen veröffentlichen sie lieber Telefoninterviews mit dem umstrittenen Schweizer Historiker Daniele Ganser).

Die folgende (unvollständige) Chronik zeigt das Leiden von palästinensischen Flüchtlinge in Syrien auf, welches aber scheinbar von sogenannten „Palästinenserfreunden“ seit über fünf Jahren ignoriert wird:

  • August 2011: Mindestens 5000 Palästinenser werden aufgrund von Regierungs-Beschuss dazu gezwungen, aus einem Flüchtlingslager in der Nähe von Latakia zu fliehen. Mindestens vier von ihnen sterben gemäss UNRWA und bis zu 20 werden dabei verletzt.
  • Januar 2013: Jordanien weist Dutzende Palästinenser aus Yarmuk ab, die Schutz vor dem Konflikt in Syrien suchen. Ein jordanischer Regierungssprecher erklärt, sein Land sei nicht verpflichtet, „den politischen Preis für die syrische Krise zu bezahlen.“
  • November 2013: Laut Human Rights Watch verhaftet Ägypten mindestens 400 Palästinenser, die dem Bürgerkrieg in Syrien entflohen sind. Ägyptische Sicherheitskräfte erklären gegenüber den Palästinensern, ihre einzige Alternative zur unbefristeten Inhaftierung sei die Ausreise in den Libanon, dass sie lediglich mit einem 48-Stunden-Transitvisa betreten dürfen, oder die Rückkehr nach Syrien.
  • Januar 2014: Menschenrechtsorganisationen schlagen Alarm, dass den Bewohnern von Yarmuk der Hungertod droht. Dutzende Palästinenser –  darunter Kleinkinder – sind gestorben, seit das Lager im November 2013 von der Aussenwelt abgeschnitten wurde.
  • März 2014: Mindestens 128 Palästinenser aus dem Lager Yarmuk haben den Hungertod erlitten, so ein Bericht von Amnesty International. Die Organisation bezeichnet die Belagerung von Yarmuk als „Kollektivstrafe“ und legte nahe, dass das syrische Regime die Hungersnot der Palästinenser als „Kriegswaffe“ nutzt.
  • Mai 2014: Der Libanon schafft Dutzende Palästinenser aus, die dem Krieg in Syrien entflohen waren. Gemäss Human Rights Watch verletzt der Libanon damit das Prinzip der Nicht-Zurückweisung, welches Staaten untersagt, Flüchtlinge an ihre Herkunftsorte zurückzuschicken, wenn dort ihr Leben und/oder ihre Freiheit bedroht wird.
  • November 2014: Gemäss der UN nimmt das Leiden der Palästinenser in der Region immer stärker zu, insbesondere dadurch, dass vielen die Einreise in benachbarte Ländern wie Syrien und Jordanien verwehrt wird.
  • April 2015: Der Islamische Staat (IS) nimmt grosse Teile von Yarmuk ein. Über 18’000 Zivilisten leben in dem Lager, dessen Zustände von der UN als „inhuman“ bezeichnet werden.
  • Juli 2016: Das Flüchtlingslager Khan Eshieh in der Nähe von Damaskus wird bei Kämpfen zwischen dem syrischen Regime und der Opposition bombardiert. Mindestens sechs Bewohner, darunter ein siebenjähriges Kind, sterben bei Luftangriffen, an denen auch russische Kampfflugzeuge beteiligt waren.
  • Im Flüchtlingslager Handarat enthaupten Angehörige der Rebellengruppe Nour al-Din al Zenki einen kleinen Jungen, dem sie vorwerfen, als Kindersoldat für die palästinensische Liwa Al Quds-Miliz zu kämpfen, die auf der Seite des syrischen Regimes steht. Gemäss Medienberichten wird Nour al-Din al Zenki von der US-Regierung unterstützt.
Diesen Beitrag teilen
  • 28
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •