Israelis und Palästinenser protestieren gemeinsam gegen Umweltverschmutzung. Foto Moshe Eyal/TPS
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Israelische und palästinensische Demonstranten schlossen sich diese Woche zusammen, um gegen eine Abfallentsorgungsanlage zu protestieren, die zwischen der jüdischen Siedlung Rimonim und dem palästinensischen Dorf Ramun in einem Naturschutzgebiet errichtet werden soll.

von Michael Zeff/TPS

Baufahrzeuge der Palästinensischen Autonomiebehörde erreichten am Dienstagmorgen die Kreuzung Rimonim in der Region Benjamin, um mit dem Bau der Anlage zu beginnen. Dort wurden Sie jedoch von Israelis und Palästinensern aufgehalten, die gegen die Entsorgungseinrichtung – die sie als gefährlich und umweltverschmutzend bezeichneten – demonstrierten.

„Die Mülldeponie wird den Fluss Makuh, ein offizielles Naturschutzgebiet, und die Trinkwasserbrunnen in Mevo’ot Jericho verunreinigen“, sagte ein Aktivist von Green Now gegenüber der Nachrichtenagentur Tazpit (TPS). „Der Bau wird die Umwelt, das Wasser, die einzigartigen Höhlen in der Region und die besonderen Schwertlilien, die hier wachsen, verschmutzen.“

Green Now behauptet, die Abfallentsorgungsanlage werde von der Palästinensischen Autonomiebehörde gebaut und von der deutschen Regierung durch die KfW Entwicklungsbank finanziert. Das Projekt wurde von der israelischen Zivilverwaltung in Judäa und Samaria genehmigt.

Green Now ist eine israelische Umweltorganisation, die sich dem Naturschutz in Judäa und Samaria widmet. Ein Anwalt der Organisation reichte beim Obersten Gericht Israels einen Antrag ein, durch den die Bauarbeiten bis zum 21. August gestoppt wurden.

Das Naturschutzgebiet in der Nähe des Flusses Makuh. Foto Moshe Eyal/TPS
Das Naturschutzgebiet in der Nähe des Flusses Makuh. Foto Moshe Eyal/TPS

„Durch die Klage können die Arbeiten an der Anlage nicht fortgesetzt werden, bis das Verfahren beendet ist“, sagte der Green-Now-Anwalt Tomer Israel. „Es steht ausser Frage, dass die Grabungsarbeiten und die Baufahrzeuge gegen diese Anordnung verstossen. Wir werden daher eine Unterlassungsaufforderung einreichen.”

Tomer Israel berichtete, dass die Palästinensische Autonomiebehörde ihre Sicherheitskräfte hinzugezogen habe, damit die Bauarbeiten durchgeführt werden konnten, und dass diese Schüsse abgefeuert hätten, um die Demonstranten abzuschrecken.

„Die PA setzte Schüsse gegen die palästinensischen Landbesitzer ein, die ebenfalls gegen die Bauarbeiten protestierten“, behauptete Tomer Israel. Bei dem Vorfall wurden weder Israelis noch Palästinenser verletzt und die Arbeiten wurden vorerst eingestellt.

Die Zivilverwaltung und ein Sprecher der IDF sagten gegenüber TPS, der Vorfall werde untersucht.