Foto Day Donaldson / Flickr.com (CC BY 2.0)
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Iman Kanju, eine 44 Jahre alte Lehrerin aus dem arabischen Ort Shfaram in Nordisrael, wurde am Dienstagmorgen zu 22 Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie versucht hatte, sich der Terrororganisation Islamischer Staat anzuschliessen.

von Michael Bachner/TPS

Laut der beim Bezirksgericht Haifa eingereichten Anklageschrift hatte Kanju – eine israelische Bürgerin, Mutter von fünf Kindern und Doktorandin im Fach Islamstudien –, beabsichtigt, ihren Bildungshintergrund dazu zu nutzen, die extremistische sunnitische Ideologie des Islamischen Staates, die sich um die Scharia (das islamische religiöse Gesetz) und den Dschihad (heiliger Krieg) dreht, an eine junge Generation von Kombattanten der Gruppe weiterzugeben.

Die Anklage stellt fest, dass Kanju im August 2015 mit ihrem Vater zusammen zu einem Familienausflug in die Türkei gereist und danach verschwunden sei.

Nachdem er ihr Verschwinden bemerkt hatte, benachrichtigte Kanjus Vater deren Ehemann in Israel, dieser wiederum informierte die Behörden. Gemeinsame Ermittlungen der israelischen Polizei, des Schin Bet und der türkischen Behörden ergaben, dass Kanju versucht hatte, die Grenze nach Syrien zu überqueren, um sich dort dem Islamischen Staat anzuschliessen. Sie wurde jedoch erwischt und von den türkischen Behörden zusammen mit etwa 30 weiteren Personen aus aller Welt verhaftet, die ebenfalls versucht hatten, sich dem Islamischen Staat anzuschliessen.

Kanju wurde zurück nach Israel gebracht und am Flughafen Ben-Gurion inhaftiert. Im September 2015 wurde Anklage gegen sie erhoben.

Während des Verhörs durch den Schin Bet erklärte Kanju, dass sie schon seit Jahren den Wunsch gehabt habe, unter einem strikt islamischen Regime wie dem des Islamischen Staates zu leben. Sie habe dann angefangen, auf Facebook und Twitter Botschaften des IS zu teilen und Kontakt zu einem IS-Angehörigen aufgenommen, der ihr gesagt habe, dass er ihr helfen könne, nach Syrien zu gelangen.

Kanju ist nicht vorbestraft, ihre Familie wusste nichts von ihren Plänen. Zusätzlich zu der 22-monatigen Haftstrafe verhängten die Richter eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung und eine Geldbusse in Höhe von 30.000 Schekel (etwa 7.500 CHF).

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2 KOMMENTARE

  1. Man muss schon geisteskrank sein,
    um als Mutter von 5 Kindern nichts Besseres zu tun zu haben
    als sich ISIS anzuschließen.

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