Familie des ermordeten Rabbiners spricht sich gegen Rache aus

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Die Familie des ermordeten Rabbiners Michael Mark spricht sich gegen Rache aus. Foto Hillel Maeir/TPS
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Die Familie des am vergangenen Freitag von palästinensischen Terroristen ermordeten Rabbiners Miki (Michael) Mark wird ihn als als «redlichen Mann» in Erinnerung behalten und hat sich gegen Aufrufe zu Rache gestellt.

Rabbi Marks Tochter Orit, eines von insgesamt zehn Kindern, erinnerte in ihrer Trauerrede an ihren einzigartigen Vater: „Mein lieber Vater, wie viel Gutes hast Du dieser Welt gegeben… Es gibt keinen Vater wie Dich. Danke, dass Du wütend wurdest, wenn ich schlechte Dinge tat. Danke für jede Sekunde, für alles, was Du mir gegeben hast… Danke, dass Du mir Kraft gibst.“ Zudem erinnerte Orit an ihre Mutter Chavi, die gemeinsam mit jüngeren Geschwistern beim Anschlag verletzt wurde, und derzeit im Hadassah Krankenhaus in Jerusalem gepflegt wird. Orits Bruder Yehoshua beschrieb seinen Vater als „voller Kraft und Sanftheit, Balance, rechts und links, Yin und Yang, und mit einer tiefen Seele.“

Auch der israelische Präsident Reuven Rivlin gedachte dem ermordeten Rabbi als „einem ehrlichen und bescheidenen Menschen“ und bekräftigte zugleich, dass Israel den Kampf gegen Terrorismus gewinnen werde. Yossi Cohen, Direktor des Mossad und ein Cousin des Rabbis, schwor „im Namen aller meiner Kollegen, dass wir gemeinsam alles dafür tun werden, damit der Staat Israel vereint bleibt und sicher vor Gefahren ist.“

Die Kinder von Rabbi Mark sprachen sich gegen Aufrufe zu Rache aus vonseiten einiger weniger Trauernden aus. „Wer solchen Unsinn herumschreit, soll gehen“, sagte eines seiner Kinder. „Das ist nicht, was Abba [Vater in Hebräisch, Anm. Audiatur] wollte… Er hatte arabische Freunde.“

Auch Yisca Mark, die Schwester von Rabbi Marks schwer verletzten Ehefrau Chavi, bezog in den Sozialen Medien Stellung zu einem Kommentar gegen die „mordenden Araber-Drecksäcke.“ Sie erklärte, „die ersten Personen an der Szene [des Anschlags, Anm. Audiatur] waren ein arabisches Ehepaar, welches meine Familienmitglieder rettete, erste Hilfe leistete und einen Krankenwagen rief. Ich denke, wir sollten den Begriff „Terroristen“ und nicht „Araber“ verwenden, weil nicht alle Araber Terroristen sind. Ich sage dies aus eigener Erfahrung.“

Mitglieder der Familie des Opfers während den Trauereden in der Otniel Jeschiwa, die von Rabbiner Michael Mark verwaltet wurde. Foto Hillel Maeir/TPS
Mitglieder der Familie des Opfers während den Trauereden in der Otniel Jeschiwa, die von Rabbiner Michael Mark verwaltet wurde. Foto Hillel Maeir/TPS

Der palästinensische Retter, ein Einwohner von Hebron, erklärte gegenüber dem israelischen TV-Sender Channel 2, er habe die vierzehnjährige Tehila aus dem Wrack gezogen und dann die Ambulanz gerufen, während seine Frau, eine Ärztin, das Mädchen pflegte. Danach habe er sich um den fünfzehnjährigen Pedaya gekümmert und erste Hilfe geleistet. Der Palästinenser fügte an, „es ist irrelevant für mich, ob es sich um einen Unfall oder einen Terroranschlag handelte. Das sind Menschen, Kinder, die Hilfe brauchen und wenn ich helfen kann, dann helfe ich.“ Das Mädchen habe zu ihm gesagt, „Gott hat uns einen Araber zu Hilfe geschickt.“

Der Terroranschlag ereignete sich am Freitagmorgen, als palästinensische Terroristen das Feuer auf das Auto der Mark-Familie eröffneten, die südlich von Hebron auf der Auto-Route Nr. 60 unterwegs waren. Bloss einen Tag zuvor hatte ein palästinensischer Jugendlicher ein dreijähriges Mädchen in ihrem Schlafzimmer in Kiriyat Arba erstochen. Bei einem weiteren Messerangriff wurden gleichentags zwei Israelis in in Netanya verletzt.

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