Villa Vopelius in der Evangelischen Akademie Bad Boll. Foto Dr. Eugen Lehle, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.

Vom 01. bis 03. Juli 2016 plant die Evangelische Akademie Bad Boll ihren neuesten Workshop, in dem es um Israel gehen soll. Schon ihr Workshop April 2010 hatte für bundesweites Aufsehen gesorgt, weil die Akademie einen Hamas-Minister eingeladen hatte. Die Akademie hatte die Einladung wegen rechtlicher Einwände und wegen des Vorwurfs antisemitischer Tendenzen zurücknehmen müssen.

von John Barrows

Dieses Jahr trägt Workshop den Titel „Ist Frieden möglich?“ und gibt vor, „Menschenrechtsfragen“ im Nahen Osten zu thematisieren. Anstatt jedoch die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen im Nahen Osten zu behandeln, wie z.B. den islamistischen Terror im gesamten Gebiet, Folter und Mord in Syrien, Enthauptungen und Todesstrafe in Saudi-Arabien, religiöse Verfolgung und die massive Verletzungen von Frauen- und Kinderrechten im Nahen Osten, greift die Akademie gerade Israel heraus, den einzigen Staat in der Region, der – auch seinen arabischen Bürgern – eine bewundernswerte Palette von Bürgerrechten anbietet wie freie Wahlen, Redefreiheit, Pressefreiheit und Freiheit der Religion. Warum unterschlägt die Akademie diese Leistung Israels? Warum übersieht die Akademie – eine kirchliche Organisation – den erheblichen Zuwachs von Christen in Israel, geschützt und gefördert durch israelische Menschenrechtsgesetze, während im sonstigen Nahen Osten Christen vielfach verfolgt und vertrieben werden?

Wenn die Akademie wirklich an einem unvoreingenommenen und objektiven Diskurs interessiert wäre, so hätte sie zumindest auch die israelische Organisation „Palestinian Media Watch“ (PMW) nach Bad Boll eingeladen. PMW dokumentiert Woche für Woche die hasserfüllte politische Agitation gegen den jüdischen Staat sowie die massive antisemitische Indoktrination von Kindern in den palästinensischen Medien.

Stattdessen wählt die Akademie Bad Boll höchst einseitig solche Organisationen, die die demokratisch legitimierte israelische Regierung immer wieder diskreditieren: Pax Christi, B’Tselem, das Legal Center für Bewegungsfreiheit, das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (PCHR), das Forum Palästina-Deutschland-Israel. Die Akademie bietet ihnen eine Plattform, auf der sie gegen Israel agitieren können. Völlig verkannt wird dabei die Notwendigkeit der israelischen Regierung, den Staat und die Sicherheit seiner Bürger in einer konstant lebensbedrohlichen Umgebung zu verteidigen.

Wie viele Länder macht es sich auch Israel zur Aufgabe, Menschenrechte zu verwirklichen, aber im Gegensatz zu den meisten Ländern ist Israel von existentiellen Gefahren von aussen konstant bedroht: Der Staat wird infiltriert und bombardiert von Feinden, die ihm die Existenz an sich absprechen. Sie haben geschworen, alles zu unternehmen, um den jüdischen Staat zu untergraben und zu zerstören. Dies ist das grösste Hindernis für „Frieden“, und das wäre ein wirklich geeignetes Thema für Bad Boll.

Dies ist ein praktisches Beispiel von Israelkritik, wie sie Alex Feuerherdt in seinem Artikel «Alter Wein in neuen Schläuchen“ beschreibt: Es geht den Veranstaltern nicht um den Frieden, sondern sie sind von ihren Ressentiments gegen den jüdischen Staat überhaupt getrieben.

Eine solche einseitige Agitation ist sicher nicht die Aufgabe einer evangelischen Akademie, geschweige denn, dass sie dem Frieden dient.

Diesen Beitrag teilen
  • 186
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

2 KOMMENTARE

  1. Wenn ich so etwas lese: „die Evangelische Akademie Bad Boll ihren neuesten Workshop, in dem es um Israel gehen soll.“, steigt in mir die machtlose Wut hoch. Hierbei soll es nicht um, sondern gegen Israel gehen! Aber Gott Yahwe wird alle diese „Akademien“ zur Rechenschaft ziehen, die gegen sein Land und gegen sein Volk agieren.
    Yahwe, sei du der starke Fels und bleibe du der Hüter Israels, der weder schläft noch schlummert. Amen

  2. Solange der „Islamische Staat“ noch keine offizielle Vertretung in Deutschland hat, nimmt man halt mit der Hamas vorlieb. Die evangelischen Akademiker wären ansonsten bei den Ersten, die zu einem gemeinsamen Seminar einladen würden. Vielleicht unter dem Motto: „Das Verbindende stärken: Theologische Übereinstimmungen und gemeinsame Gegner von Islam und Christentum.“

Comments are closed.