Foto: Gatestone

 

Wie schwer ist es zu verstehen, dass radikale Islamisten dem Westen den Krieg erklärt haben? In einfachem Deutsch heißt das: Sie werden euch finden und euch töten, wo immer und wann immer sie das können. Warum? Weil die Islamisten den Westen als „Dar al-Harb“ (Haus des Krieges) festgelegt haben, ein Konzept, welches ihnen erlaubt, jedermann in diesem Land zu töten. Dich, mich und jeden sonst – von den USA über Kanada und Großbritannien bis Europa.

Von Raheel Reza 

In den letzten zwölf Monaten hat es überall auf dem Globus Terroranschläge gegeben, darunter in Paris, der Türkei, San Bernardino, Israel, Toronto, der Elfenbeinküste und gestern in Belgien. Ob sie nun von Gruppen oder sogenannten „einsamen Wölfen“ verübt wurden: Diese Anschläge sind keine isolierten Vorfälle und haben eines gemeinsam.

Sie alles sind das Ergebnis einer gefährlichen, gewalttätigen und kranken Ideologie. Immer wieder haben viele von uns besorgten Muslimen die Gefahren des politischen Islam/Islamismus betont, der aus einer von drei Quellen stammt: der Muslimbruderschaft, dem Wahhabismus/Salafismus und dem Khomeinismus. Diese Ideologie ist seit 35 Jahren im Aufstieg begriffen, während der Westen schlafend am Steuer gesessen und davon gequasselt hat, wie das Problem „sensibel“ behandelt werden kann. Die Wahrheit zu sagen sollte nie politischer Korrektheit unterworfen sein.

Wie gehen wir Muslime mit diesem fortgesetzten Terror im Namen unseres Glaubens um? Die sozialen Medien sagen uns dazu eine Menge. Es gib die üblichen Leugner und Apologeten; es gibt eine Gegenüberstellung des „während wir Solidarität mit Brüssel zeigen, müssen wir zugleich an jedes andere Land der Welt denken“, daher die Verwässerung der Auswirkungen der Schrecken und Gemetzel, das gerade in Belgien stattgefunden hat und dass ein widerliches Gesicht der Unmenschlichkeit und Ablenkungen von der eigentlichen Sache gezeigt wird.

Dann setzt die Opfer-Ideologie ein und es geht nur noch um die Angst vor einer Gegenreaktion. Ich sage: Lasst uns den Mund aufmachen, übernehmt Verantwortung und geht mit der Gegenreaktion um – wenn wir schweigen, wird es nur schlimmer werden.

Dem sind Menschen wie der widerwärtige britische Politiker George Galloway hinzuzufügen, der sagt Europa sei für das Geschehene verantwortlich. Niemand will das wahre Problem anpacken.

Das wahre Problem besteht darin, dass diese Gewalt weitergehen und schlimmer werden wird, wenn wir nicht alle aufstehen und den üblen Virus in uns eingestehen und „Nein“ zum bewaffneten Jihad sagen. Wir alle müssen mit einer Stimme den bewaffneten Jihad als Konstrukt des siebten Jahrhunderts brandmarken und verurteilen, als heute und unserer Zeit nicht entsprechend.

Wie sind die Medien mit diesem Thema umgegangen? Sie brachten auf der Stelle „Experten“ an, um die Motive für die Anschläge in Fetzen zu analysieren. Es gibt nichts mehr zu analysieren. Es ist einfach: Das ist ein Krieg gegen uns. Lasst uns die Schwätzer stoppen und handeln.

Politische Korrektheit sollte nicht die Wahrheit übertrumpfen.

Um das zu verdeutlichen: Nach einem Anschlag auf zwei kanadische Offiziere in Toronto am 14. März 2016 wurde ich am nächsten Tag von einem örtlichen Fernsehsender zu einem Kommentar eingeladen. Zuerst wollten die Medien die von dem Angreifer gesprochenen Worte nicht veröffentlichen: „Allah brachte mich dazu, das zu tun.“ Am nächsten Tag berichteten die Nachrichten, dass der Angreifer „mentale gesundheitliche Probleme“ hatte. Das überrascht wieder nicht. Mentale gesundheitliche Probleme sind ein bequemer „Rückzugspunkt“. Aber ich sagte in den Nachrichten, wenn eine Person die Mittel hat einen bestimmten militärischen Standort zu finden und zwei Offiziere anzugreifen, ist er fähig ein Terrorist zu sein.

Einmal mehr versagen wir dabei den Zusammenhang herzustellen. Die Nachrichtenclips meines Interviews mit CTV schafften es nie ins Internet. Sind sie nicht in der Lage mit der Wahrheit klarzukommen?

Unsere Führung hat derweil eine Philosophie des „Knuddle-einen-Terroristen“ entwickelt und lenkt das Gespräch in einen politische korrekten Kumbaya-Modus ab.

Am 22. Oktober 2014 schrieb ich auf meinem Blog einen offenen Brief an die Kanadier. Darin machte ich ein paar klare Vorschläge zu den Gefahren, denen wir uns gegenüber sehen, ebenso zu Lösungen. Die Gegenreaktion erfolgte rasch und wütend, nicht nur von Muslimen, sondern auch von weißen Linken mit blutenden Herzen – denjenigen, die unserer Sache mit ihrer Unterstützung der Opfer-Ideologie nicht helfen.

Einmal mehr stehen wir also dort, wo wir vor vielen Jahren standen, aber es geht uns schlechter als je zuvor, weil im radikal-islamistischen Krieg gegen den Westen Hunderte weitere Zivilisten abgeschlachtet wurden.

Es liegt in unserer Verantwortung, diesen bewaffneten Jihad anzugehen, denn die Probleme entspringen dem Haus des Islam und hier steht das Leben unserer nächsten Generationen auf dem Spiel.

Es gibt Lösungen. Die Organisation der Islamischen Kooperation (OIC), dem 57 über vier Kontinente verteilte Länder angehören, ist die nach den Vereinten Nationen zweitgrößte interstaatliche Organisation. Die Welt muss die OIC zur Rede stellen und kritisch hinterfragen, was sie getan hat und was sie tut, um den Strom der Gewalt zu einzudämmen, die von der muslimischen Welt ausgeht. Die Welt muss begreifen, dass ISIS nicht versucht ein Kalifat zu erreichten. Die OIC ist das Kalifat. Ihre Mitglieder schauen angesichts des eklatanten Terrorismus bequemerweise weg, weil sie sich einzig darauf konzentrieren Israel zu verdrängen und den Westen zu verurteilen.

Wir können nicht die OIC für uns sprechen lassen. Wir haben eine einfache Wahl: Entweder sprechen wir für uns selbst oder wir warten darauf, dass Herr Trump gewählt wird und dann wird er es für uns tun.

Zuerst erschienen in Englisch bei Gatestone Institute. Raheel Reza wurde in Pakistan geboren und lebt heute als Journalistin und Autorin in Kanada. Sie ist Präsidentin des Councils for Muslims Facing Tomorrow und Gründungsmitglied des Muslim Reform Movement. Übersetzung: H. Eiteneier.

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1 KOMMENTAR

  1. Der Westen/die EU befindet sich in der Krise. Aber die heutigen (Schönwetter-) Politiker sind keine Krisenmanager. Die sind ziemlich hilf- und orientierlos sowohl nach innen (Beschwichtigung), als auch nach draußen (Besänftigung, Anbiederung).

    Schön wäre es, „die OIC zur Rede stellen“, aber unrealistisch. Zum einen ist sie nicht homogen
    (der Khomeinismus gegen zwei andere „Ismen“). Zum anderen verhindern Russland und China jede Lösung zugunsten des Westens.

    Man soll auch nicht vergessen, dass „die Politik der konzentrierte Ausdruck der Ökonomie ist“ ©. Das Mittelalter und die Postindustriellen Gesellschaften sind im unvorstellbaren Ausmaße verflochten . Deshalb traut sich der Westen keine lauten Töne, er kann doch nicht das Risiko
    eigenen wirtschaftlichen Kollapses eingehen. Und er nimmt alles was geschieht opportunistisch als das kleinste Übel, den Kollateralschaden sozusagen hin…

    Eine Nummer kleiner wäre es über die Staaten der Arabischen Liga (LAS) zu versuchen den Dschihad einzudämmen. Doch Amerika, dem hier seitens des Westens ohne Zweifel die Hauptrolle gehört, hat momentan Glaubwürdigkeitsprobleme. Mal gucken…

    So wird es IMHO weiter denBach runtergehen, bis die Spannungen in der Gesellschaft kritisch
    ansteigen und/oder der Westen mit dem Rücken zur Wand steht (eine existenzielle Bedrohung wahrnimmt) – dann werden wieder Politiker wie Truman, Thatcher, Churchill nachgefragt. Oder wenn die Islamoffensive aus momentan nicht vorhersehbaren Gründen selber nachlässt…

    Was sollte man bis dahin tun?
    Zu dem Grundgesetz/der Verfassung stehen, gegen jeden Versuch es auszuhöhlen, gegen „den Ausverkauf unserer Werte“ © mobilmachen, nicht auf dem linken Auge blind sein.
    Das wäre schon eine Menge.

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