15 Dinge, die Sie schon immer über Matze wissen wollten

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Foto Sophie Gordon/FLASH90.
Lesezeit: 4 Minuten

Von einem Ausruf auf dem Mond bis zum Kaloriengehalt jeder Platte dieses heiligen Brots – hier finden Sie ein paar interessante Fakten über das Pessachbrot.

 

von Viva Sarah Press

Matze ist ein ungesäuertes Fladenbrot, das auf dem Pessach-Speiseplan eine zentrale Rolle einnimmt. Traditionsgemäss ist es verboten, während des Pessachfestes Chametz  – gesäuertes Brot, Kekse oder Kuchen – zu essen. Daher wird stattdessen Matze, ein ungesäuertes Fladenbrot, gegessen.

Nach der Thora hatten es die Israeliten so eilig, das Land des Pharao zu verlassen, dass sie den Teig für ihr Brot vor dem Backen nicht mehr gehen lassen konnten.

Obwohl der technische Fortschritt es heute möglich macht, Brot schnell zu backen, haben Traditionen Vorrang und man isst Matze, um an den jüdischen Auszug aus Ägypten zu erinnern.

Heute verschicken israelische Matzen-Fabriken für das Pessachfest geeignete koschere Matzen-Produkte in mehr als 50 Länder der Welt.

Hier eine Liste von 15 Dingen, die Sie schon immer über Matze wissen wollten:

  1. Matze, Mazze, Matzen, Mezzot … ein Lebensmittel, das wegen seiner hebräischen Herkunft und ohne direkte Übersetzung viele Schreibweisen hat. Matze wird in der Thora auch als „Armenbrot“ oder „Brot des Elends“ bezeichnet.
  2. Pessach-Matze im Vergleich zu Matze im übrigen Jahr: Die einfache Version, die das ganze Jahr über gegessen wird, schmeckt ganz genauso wie die normale Pessach-Version. Die Pessach-Matze muss jedoch speziell für das Fest gebacken werden. Von dem Moment an, in dem der Weizen zur Mühle gebracht wird, um zu Mehl vermahlen zu werden, muss er vor Feuchtigkeit geschützt werden, bis kurz vor dem Backvorgang Wasser hinzugefügt wird. Achten Sie auf die Aufschrift „Koscher für Pessach“, wenn Sie Matze für das Fest kaufen.
    Handgemachte Shmura Mazza in Jerusalem. Foto Abir Sultan / FLASH90
    Handgemachte Shmura Mazza in Jerusalem. Foto Abir Sultan / FLASH90
  3. Schmura im Vergleich zu normaler Matze: Die strengsten Richtlinien verlangen, den Weizen bereits ab der Ernte vor Feuchtigkeit zu schützen. Diese besonders geschützte Matze nennt man Schmura („bewacht“). Es gibt handgefertigte und maschinell hergestellte Sorten.
  4. 18 Minuten: Matze muss in weniger als 18 Minuten hergestellt werden, sonst wird sie als Chametz betrachtet. Rabbiner zitieren zahlreiche Quellen, die belegen, dass die Gärung 18 Minuten, nachdem geschnittenes Korn Feuchtigkeit ausgesetzt wurde, beginnt. Der Verzehr von Matze würdigt symbolisch die Juden, die keine 18 Minuten Zeit hatten, bevor sie vor dem Pharao fliehen mussten.
  5. Jede rechteckige Platte normaler, maschinell hergestellter Matze enthält 111 Kalorien. Ein Matzeknödel enthält 46 Kalorien.
  6. Reichenbrot im Vergleich zu Armenbrot: „Reichenbrot“ bezieht sich auf Matze, die zusätzlich mit Saft, Öl, Wein oder Eiern hergestellt wird. Sie schmeckt besser als die normale Variante aus Mehl und Wasser. Obwohl sie nicht als Chametz gilt, verfügten die Rabbiner, dass sie am Sederabend nicht verwendet werden kann, wenn der Segen über der Matze gesprochen wird, weil es kein „Armenbrot“ wie im Exodus-Bericht beschrieben ist. Gleiches gilt für glutenfreie und gewürzte Matze. (Anmerkung: Das Produkt, dass als “Eiermatze” bekannt ist, enthält Saft und überhaupt keine Eier.)
  7. Gewürzt und glutenfrei: Während viele Juden darüber jammern, dass sie dieses knusprige, Cracker-ähnliche Brot während des gesamten Pessachfestes essen müssen, ist Matze bei der übrigen Bevölkerung ein beliebter Snack. Als solcher wird sie nun auch aromatisiert, gewürzt, mit Schokoladenüberzug und in anderen Versionen hergestellt.
  8. Im Jahr 1838 erfand der Franzose Isaac Singer die erste Teigausrollmaschine für Matze. Die Rabbis waren nicht so begeistert über diese Erfindung, die Idee setzte sich jedoch schliesslich durch.
    Kinder bereiten Matza vor im Kindergarten von Ofra. Foto יעקב. CC BY-SA 3.0,
    Kinder bereiten Matza vor im Kindergarten von Ofra. Foto יעקב. CC BY-SA 3.0,
  9. 1888 eröffnete der litauische Immigrant Dov Behr die erste Matzenfabrik in Cincinnati, Ohio. Behr nahm den Namen Manischewitz an und nannte seine Fabrik die B. Manischewitz Company. 2014 kaufte Sankaty Advisors die Marke Manischewitz, die immer noch als eine der beliebtesten Matzenmarken der Welt gilt.
  10. Im Jahr 1973 soll der Astronaut Gene Cernan von Apollo 17 bei einem Mondspaziergang „Manischewitz!“ gerufen haben.
  11. Im Jahr 2008 ass der Sieger in einem Wettessen, Joey Chestnut, 78 Matzeknödel innerhalb von acht Minuten, so die International Federation of Competitive Eating.
  12. Im Jahr 2010 erschuf der Koch Jon Wirtis von Shlomo and Vito’s New York Delicatessen in Tucson, Arizona, den grössten Matzeknödel der Welt (auf Jiddisch Kneidl). Dieses Monster von 193 kg, mit über 1000 Eiern, 57 kg Matzenmehl (fein gemahlene Matze), 11 kg Schmalz (Fett) und 9 kg Kartoffelstärke, wurde für das Tucson Jewish Food Festival gemacht.
  13. Im Jahr 2011 stellte Manischewitz den Weltrekord für die grösste Matze auf. Zur Feier der Eröffnung seiner neuen Zentrale in Newark, New Jersey, backte Manischewitz eine 7,5 Meter lange und etwas über einen Meter breite Matze von fast 11 Kilogramm. Das sind ungefähr 336 normale Matzen in einer! Oder über 37.000 Kalorien…
  14. Harte Matze im Vergleich zu weicher Matze: Je nach Ihrer Tradition kann eine Matze ein brüchiger Cracker oder ein Tortilla-ähnliches Fladenbrot sein. Weiche Matze wird nur von Hand hergestellt.
  15. Afikoman: Beim Sedermahl gibt es nichts Besseres zum Dessert als einen guten Bissen Matze. Der Afikoman ist ein halbes Stück Matze, das zu Beginn des Pessach-Sedermahls gebrochen und zum späteren Verzehr beiseitegelegt wird. Üblicherweise wird der Afikoman versteckt und die am Mahl teilnehmenden Kinder aufgefordert, ihn zu suchen. Da der Afikoman gebraucht wird, um den Sederabend abzuschliessen, können ihn die Kinder für Geschenke oder Süssigkeiten eintauschen.


Frohes Pessachfest!

Via ISRAEL21c