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Die israelische Regierung bewilligte ein 4-Jahres-Programm, um bessere Beschäftigungsverhältnisse für Israelis mit äthiopischen Wurzeln sicherzustellen.

Der vom Ministerium für Wirtschaft und Industrie koordinierte Plan wurde letzte Woche bewilligt und erhält ein Budget von 55 Mio. NIS (14 Mio. $), das eine Steigerung der Gehalts- und Beschäftigungsniveaus von tausenden männlichen und weiblichen Äthiopiern anregen soll.

Die Initiative wurde infolge eines Regierungsbeschlusses vom Februar 2014 gestartet, durch den die Regierung eine neue Politik für die Integration israelischer Bürger äthiopischer Abstammung fördern will.

Im Juli 2015 verabschiedete die Regierung eine weitere Resolution, die die Annahme der Eckpfeiler des Programms bewilligte. Hierzu gehören die Beratung für eine bessere Beschäftigung, das Bereitstellen von Gutscheinen für die Berufsausbildung, die Einführung eines gesonderten Unternehmensfonds und das Verfolgen von Stellenvermittlungen für Akademiker.

Arbeitgeber werden ferner ermutigt, Beschäftigungsverhältnisse für Personen äthiopischer Abstammung mit höheren Gehaltspaketen zu schaffen, die mit 1 % subventioniert werden. Insgesamt zielt die Initiative darauf ab, 3.600 Äthiopier innerhalb von vier Jahren in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Ein Sprecher des Ministeriums für Wirtschaft und Industrie teilte der Nachrichtenagentur Tazpit (TPS) mit, dass der Plan aus dem Bedürfnis der Regierung, einen umfangreichen Beitrag zur Erleichterung der Integration von Äthiopiern in die israelische Gesellschaft zu leisten, entstand.

„Dies ist ein Modell, das zur Beschäftigung von schwächeren Bevölkerungsgruppen ermutigt, die nicht auf dem Arbeitsmarkt oder in spezifischen Bereichen nationaler Präferenz zu finden sind”, so der Sprecher.

Der Sprecher fügte hinzu, dass das Modell als „eine Brücke für die Beschäftigung von Äthiopiern und das Vermitteln von Bewerbern in hochwertige Beschäftigungsverhältnisse“ gedacht sei. „Das Gehalt wird vergleichsweise hoch sein und infolge dessen werden Arbeitgeber ermutigt, Äthiopier in Berufen zu beschäftigen, die der Markt benötigt.”

Laut dem Leitenden Direktor für Strategie- und Politikplanung des Wirtschaftsministeriums, Michal Fink, ist die Erwerbsquote der Äthiopier ähnlich wie die der allgemeinen Bevölkerung in Israel.

Allerdings ist ihre Arbeitslosenrate höher (8,8 % im Vergleich zu 5,9 % bei der allgemeinen Bevölkerung). Darüber hinaus besteht eine Einkommensschere zwischen den Äthiopiern und der allgemeinen Bevölkerung,  deren Unterschied – unabhängig von der Ausbildung – 40% beträgt.

Riki Tegave, Leiterin der NGO Hiyot, die sich der Unterstützung der äthiopischen Gemeinschaft in Israel widmet, stimmte zu, dass Massnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Äthiopier ergriffen werden müssen. Sie drückte jedoch auch ihre Bedenken aus, ob sich hiermit massgebliche Ergebnisse erzielen liessen.

„Es wurden schon oft Entscheidungen auf Regierungsebene getroffen, aber wir erleben nicht immer ihre Umsetzung”, so Tegave.

„Ich hoffe aufrichtig, dass dieser Beschluss umfassend sein wird und dass die Gelder den Zweck erreichen, für den sie gedacht sind. Ich hoffe wir werden erleben, dass die gesamte äthiopische Gemeinschaft in Beschäftigungsverhältnisse integriert wird. Die Zeit wird es zeigen.”