Foto Hillel Maeir/TPS
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In Israel wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Startup-Unternehmen in der rasant wachsenden Branche kommerzieller Drohnen für die Anfertigung von Luftaufnahmen oder die Durchführung von Lieferungen gegründet.

Zwei der vielversprechendsten israelischen Drohnen-Startups sind Airscort und Dronomy. Diese Unternehmen stellen an der Seite einiger der angesehensten Unternehmen der Welt wie Amazon, Alibaba, DHL und Google Technologien zur Unterstützung der Drohnenbranche her.

In einem Gespräch mit Tazpit Press Services (TPS) sprachen die Geschäftsführer dieser beiden Startup-Unternehmen über ihre Faszination für Drohnen, die von ihnen entwickelten Technologien, und die Probleme, die sie zu bewältigen hatten.

„Drohnen sind Teil eines rasant wachsenden Marktes und ihr Einsatz birgt einen enormen potenziellen Nutzen“, sagte Ori Aphek, CEO von Dronomy. Dronomy wurde im Juli 2015 von Aphek und Guy Raz gegründet und hat bereits 1,5 Millionen US-Dollar von Investoren erhalten, während es eine Technologie zur automatisierten Steuerung von Drohnen entwickelt.

„Um hochauflösende Fotos und Videos aufnehmen zu können, muss sich eine Drohne nahe am Ziel befinden und zwischen Hindernissen wie Bäumen, Stromleitungen und Gebäuden manövrieren“, erklärte Aphek. „Heute übernimmt diese Aufgabe ein Drohnenbediener, wir versuchen aber, dies durch eine Automatisierung der Steuerung der Drohne zu lösen, so dass der Bediener sich auf das Fotografieren selbst konzentrieren kann.“

„Der Bediener wird unser Produkt einsetzen können, um allgemeine Befehle zu geben, und die Drohne wird mit einem Sensor ausgestattet, der eine Kollision mit Hindernissen verhindert“, fügte er hinzu. „Wird in der Flugbahn ein Hindernis wahrgenommen, erfolgt ein automatisiertes Ausweichen.“

„Wir haben bereits einen Machbarkeitsnachweis, also eine Drohne, die fliegen und Hindernisse erkennen kann“, teilte Aphek TPS mit. „Wir rechnen damit, dass wir das Produkt innerhalb von ein oder zwei Jahren vollendet haben werden.“

Itai Straus, CEO von Airscort, stimmt Aphek hinsichtlich des Potenzials der Drohnenbranche zu. Seiner Aussage nach „werden Drohnen in der Zukunft eines jeden eine grosse Rolle spielen, sei es in der Landwirtschaft, in der Baubranche, im Bereich der Sicherheit oder einfach für die Anfertigung fantastischer Luftaufnahmen, für die ansonsten wesentlich teurere Helikopter eingesetzt werden müssten.“

Airscort will in der Agrarindustrie tätig werden. „Drohnen unterstützen uns bereits in der Präzisionslandwirtschaft, wo sie in einer autonomen Mission die bepflanzten Felder überfliegen und feststellen können, ob bestimmte Bereiche nicht ausreichend bewässert werden oder von Insekten oder Krankheiten befallen sind“, sagte Straus zu TPS.

„Das Problem dabei ist, dass der Akku nur 15 Minuten hält, was für die meisten Landwirte nicht ausreichend ist“, erklärte er. „Wir entwickeln eine autonome Dockingstation, von der die Drohne zur Erfüllung ihrer Mission startet, dann zum Aufladen des Akkus wieder darauf landet und anschliessend ihre Aufgabe fortführt – und zwar komplett ohne menschliches Eingreifen. Landwirte wären in der Lage, all ihre Feldfrüchte gleichzeitig überprüfen.“

Airscort verfügt über ein Team von elf Ingenieuren und beginnt jetzt mit der Beschaffung von Geldmitteln. „Wir arbeiten seit einem Jahr daran und befinden uns in den fortgeschrittenen Stadien unseres Beta-Prototyps“, sagte Straus. „Wir führen bereits Tests mit grossen Landwirten durch, einschliesslich einem der grössten Weingüter des Landes.“

Airscort Drohne im Einsatz. Foto Airscort
Airscort Drohne im Einsatz. Foto Airscort

Abgesehen von der Bewältigung technischer Probleme hatten Drohnen-Startups auch mit den strengen Regelungen zu kämpfen, die die Nutzung von Drohnen einschränken, insbesondere sobald diese sich ausserhalb der Sicht des Bedieners befinden.

„Deshalb beginnen wir mit der Landwirtschaft. Wir werden Drohnen an private Eigentümer verkaufen, und diese werden sie über ihre privaten Felder fliegen lassen, so dass es keine Probleme geben wird“, sagte Straus. „Wir sind davon überzeugt, dass die Drohnenbranche in naher Zukunft durchstarten wird und die gesetzlichen Vorschriften entsprechend geändert werden.“

Aphek stimmte zu und meint, „je mehr Drohnen ihre Sicherheit und Zuverlässigkeit unter Beweis stellen, umso mehr Vorschriften werden entsprechend angepasst werden. Die Gefahr der Nutzung von Drohnen ist wesentlich geringer als es oft dargestellt wird. Der Versuch, ein Selfie aufzunehmen, hat mehr Menschen das Leben gekostet als die Nutzung von Drohnen.“

„Es ist eine neue Branche, in der noch Fehler ausgemerzt werden müssen, aber das wird passieren und genau das ist sehr aufregend“, schloss Straus. „Ich bin der Ansicht, die Menschen sollten der Drohnenbranche positiv gegenübertreten, denn Drohnen werden unser Leben verbessern.“