Trauer am Ort des Terror-Anschlags . Foto Kobi Richter/TPS
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Die Schiesserei in der beliebten Dizengoff-Strasse am vergangenen Freitag in Tel Aviv, mit ihren Bars und Restaurants hat die Stadt, die für ihre Offenheit und ihr pulsierendes Nachtleben berühmt ist, erschüttert.

Der Angriff mit zwei Toten und sieben Verletzten griff nicht nur das Leben der Opfer an, sondern auch eben jenen Lifestyle der Einwohner Tel Aviv’s und die Existenz vieler Geschäftsinhaber in dieser Gegend.

Tali Amar, die in der Dizengoff-Strasse wohnt und häufig in den Bars ihrer Strasse zu Gast ist, hielt sich während des Angriffs zu Hause auf. In einem Interview mit dem Tazpit Press Service erklärte sie, dass seit dem Anschlag ein erkennbarer, wenn auch geringer Wandel der Atmosphäre in diesem normalerweise lebhaften Zentrum stattgefunden habe.

„Die Stimmung in Tel Aviv war während des Vorfalls und auch danach wirklich unheimlich. So eine Stimmung habe ich noch nie erlebt. Es war das erste Mal, dass ich auf den Strassen überhaupt keine Menschen gesehen habe. Alle sollten zu Hause bleiben, bis der Angreifer festgenommen würde. Am nächsten Tag bin ich aus dem Haus gegangen und es waren Leute unterwegs, aber es war nicht so geschäftig wie sonst. Ich denke, die Leute leben ihr Leben einfach weiter, aber es war trotzdem ziemlich düster“, sagte Tali.

Doch obwohl der Angriff in der Tat Einfluss auf das Partyzentrum von Tel Aviv genommen hat, wurde deutlich, dass einige Bar-Chefs dem Druck, den die Terroristen erzeugen wollen, nicht nachzugeben gedenken.

Gal Shure, Co-Manager der Bar „Ilka“ in der Dizengoff-Strasse stellte fest, dass die Israelis schon seit langem mit den Folgen des Terrors vertraut sind, auch wenn die Stadt durch den Zwischenfall erschüttert wurde und es seinen Beobachtungen zu Folge „einen natürlichen, aber geringfügigen Rückgang des Geschäfts“ gab. Shure sagte, die Israelis würden trotz des Schreckens des Angriffs nicht zulassen, dass sich ihr Alltag ändere.

„Wir werden unser Leben fortführen und keine Änderungen zulassen. Ich denke, das sehen unsere Kunden genauso. Das ist meine Einstellung zum Geschäft und auch die Einstellung der anderen Geschäftsführer hier. Wir halten durch, weil wir stark sind“, so Shure.

Er räumte ein, dass einige ihre tägliche Routine etwas ängstlicher wieder aufgenommen hätten als andere, die meisten seien jedoch rasch wieder aus den Häusern gekommen, um Zeit in den Bars zu verbringen, die immer noch „fast komplett voll sind und von denen sich die meisten wieder im normalen Betrieb befinden.“

Auch Ariel Leizgold, Leiter der Bar „223” in der Dizengoff-Strasse, sagte, dass sich die Strasse, die in der Nacht des Anschlags vollkommen leer gewesen war, am nächsten Abend bereits fast völlig normalisiert hatte. „Wir werden innerhalb einer Woche zur Normalität zurückgekehrt sein. Der Kampfgeist ist geweckt. Tel Aviv ist eine grossartige offene und liberale Stadt. Leider hat man sich im Lauf der Jahre an diese Zwischenfälle gewöhnt. Aber wir werden wie immer durchhalten“, sagte Leizgold.

Der Anschlag am Neujahrstag war der dritte, der während der jüngsten Gewaltwelle in Tel Aviv verübt wurde. Ein 19-jähriger Araber unternahm im Oktober einen Messer-Amoklauf auf der Begin-Strasse und verwundete eine Angehörige der Israelischen Streitkräfte.

Bei einem weiteren Angriff im darauffolgenden Monat starben zwei Menschen und mehrere wurden verwundet, als ein Terrorist in die Synagoge in der Ben-Tzvi-Strasse eindrang und begann, auf die Gläubigen einzustechen.

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