Anfang Oktober 2015 zündete eine palästinensische Terroristin in der Nähe eines Checkpoints ausserhalb von Ma’ale Adumim östlich von Jerusalem eine Bombe. Foto Twitter
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Am letzten Freitag erfuhren israelische Medien durch eine hochrangige Quelle der Palästinensische Autonomiebehörde (PA), dass die Hamas ihre Taktik ändert und neue Befehle zur Durchführung von Selbstmordanschlägen gegen jüdische Ziele ausgegeben hat.

Die Quelle liess die Online Zeitung „Walla!News“ wissen, dass die Sprengstoffanschläge den schrecklichen Attentaten während des Terrorkriegs von 2000-2005 ähneln sollen, der als „Zweite Intifada“ bekannt wurde.

Die Informationen, die vor kurzem bei Ermittlungen von PA-Sicherheitskräften gegen in Judäa und Samaria festgenommene Hamas-Aktivisten zu Tage kamen, würden zu dem Schluss führen, dass hochrangige Hamas-Vertreter in Gaza und im Ausland neue Befehle an Hamas-Terroristen in der Region ausgegeben haben. Durch diese Befehle soll die Rolle der Hamas-Attentäter in der aktuellen Terrorwelle ausgeweitet werden, von der Aufforderung zu Messerattacken und Aufständen bis zum aktiven Hinwirken auf Selbstmord-Bombenattentate.

Hinweise, dass die Hamas Selbstmord-Bombenanschläge plane, hat es in letzter Zeit vermehrt gegeben. Ein Radiosender in der Region Hebron, einer Hochburg der Hamas, wurde Ende letzten Monats von den Israelischen Verteidigungsstreitkräften (IDF) geschlossen, nachdem er Songs gespielt hatte, die ausdrücklich zu Selbstmordanschlägen aufriefen. Ende Oktober wurde gemeldet, dass Anführer der Hamas im Gebiet Shechem (Nablus) Selbstmord-Bombenanschläge angeordnet hatten. PA-Sicherheitskräfte teilten mit, dass sie eine Terrorzelle von Sprengstoffattentätern bestehend aus sechs Männern gestoppt hatten. Kurz darauf verhafteten die IDF in der Nähe von Ramallah den hochrangigen Hamas-Führer, Hassan Yousef. Laut Experten diente dies der Vereitelung von Selbstmordanschlägen.

Tatsächlich gab es unter all den Messer-, Auto- und Schusswaffenattacken, die Israel in jüngster Zeit heimsuchen, bereits einen versuchten Selbstmord-Bombenanschlag.

Anfang Oktober wurde eine palästinensische Terroristin in der Nähe eines Checkpoints ausserhalb von Ma’ale Adumim östlich von Jerusalem angehalten. Sie zündete eine Bombe und verletzte sich dabei selbst, ihren beabsichtigten Opfern jedoch konnte sie keinen Schaden zufügen. Ihr Auto enthielt weitere Bomben, die sie offensichtlich nach Jerusalem hineinschmuggeln wollte, um weitere Selbstmordattentate zu ermöglichen.

Die Aufrufe der Hamas zu Selbstmordanschlägen sind nichts Neues. Schon im August, vor Beginn der aktuellen Terrorwelle, hatte die Gruppe ebenfalls Selbstmordanschläge gefordert.

Die Hamas steht mit solchen Aufrufen jedoch nicht alleine da – die Terrororganisation „Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden“ der Fatah-Fraktion des PA-Vorsitzenden Mahmoud Abbas, hat Ende Oktober zu Selbstmord-Bombenanschlägen aufgerufen und verkündet, solche Angriffe hätten für sie „oberste Priorität.“

Jibril Rajoub, Leiter des Obersten Rates für Sport und Jugend, sagte Mitte Oktober: „Die internationale Gemeinschaft will nicht erleben, wie in Tel Aviv ein Bus explodiert. Aber die internationale Gemeinschaft fragt nicht danach, was einem Siedler oder Soldaten in den besetzten Gebieten passiert, der zur falschen Zeit am falschen Ort ist.“ Rajoubs Kommentare könnten darauf hinweisen, dass mit der PA in Verbindung stehende Terroristen ihre Ziele so auswählen, dass sie internationalen Rückhalt für ihre schändlichen Verbrechen bekämen.