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Nach einem Empfang im Präsidentenpalast in Israel Mitte Oktober sagte Indiens Präsident Pranab Mukherjee: „Wir sind erschüttert von der aktuellen Gewalt [in der Region]. Indien verurteilt alle Formen des Terrorismus. Wir sind immer für eine friedliche Lösung aller Auseinandersetzungen eingetreten.“

Von Jagdish N. Singh

Später sagte er Israels Oppositionsführer Isaac Herzog: „Gewalt ist keine Lösung, egal für welche Krise. Gewalt erreicht nichts ausser mehr Gewalt. Wir in Indien glauben an ein Prinzip des Leben und Leben lassen.“ Was für grossartige neue Ideen!

Warum aber sagte Präsident Mukherjee das nur in Israel? Offenbar schwieg er völlig zu der Frage des Terrorismus, als er die palästinensischen Autonomiegebiete (PA) einen oder zwei Tage davor besuchte. In Ramallah bekräftigte er gerade Indiens Haltung, dass Neu Delhi der palästinensischen Sache weiter verpflichtet bliebe und eine friedliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts unterstütze.

Es wäre hilfreicher gewesen, hätte Präsident Mukherjee sein Friedensevangeliums in den Palästinensergebieten betont, nicht in Israel. Seit seiner Gründung 1948 hat Israel immer an eine friedliche Koexistenz mit Palästina geglaubt. Die aufeinander folgenden Friedensangebote aus Jerusalem haben diese Politik immer unterstützt. Während Präsident Mukherjees Besuch in Israel sagte dessen Premierminister, Benjamin Netanyahu: „Israel möchte Frieden, ich möchte Frieden. Ich bin an sofortigen Verhandlungen ohne Vorbedingungen interessiert. Damit das geschehen kann, werden die Terrorvorfälle aufhören müssen und die Palästinenser werden den Staat Israel anerkennen müssen.“

Im Gegensatz dazu hat die Palästinenserführung niemals an friedliche Koexistenz geglaubt, sondern sie hat sich unentwegt rassistischer Aufwiegelung und oft Gewalt hingegeben, um Israel zu beseitigen. Fakt ist: Um sich gegen diese Gewalt zu stemmen, war Israel gezwungen eine Verteidigungsbarriere zu bauen, um erfolgreich weitere Anschläge zu verhindern.

Die Palästinenserführung, einschliesslich der PA, kann bei einigen diplomatischen Gelegenheiten auf Frieden und Koexistenz verweisen, aber sie predigt und betreibt pausenlos Hass und Gewalt gegen Israelis und Juden. Palästinenserführer haben eine Menge unternommen, um zu dieser Gewalt aufzupeitschen, aber wenig, um sie zu stoppen. Sie haben stattdessen Dinge gesagt, die die Situation verschlimmern. Am 16. September sagte PA-Präsident Mahmud Abbas: „Jeder in Jerusalem vergossene Tropfen Blut ist rein, der Schahid [Märtyrer] wird ins Paradies kommen und jede verletzte Person wird von Allah belohnt.“

Am 13. Oktober beschuldigte Abbas Israel in einer live im PA-Fernsehen ausgestrahlten Rede „heilige Stätten anzugreifen“. Er sagte, Israels „Ablehnung“ des Friedens und fortgesetzte Bautätigkeit jüdischer Westbank-Siedlungen seien für die aktuelle Welle der Gewalt verantwortlich zu machen. Die Palästinenser „werden keiner Fortsetzung der Lage auf unserem Land zustimmen… Al-Aqsa [auf dem Tempelberg, der auch den Juden als Ort der beiden zerstörten Tempel heilig ist] ist unser Recht als Palästinenser und als Muslime und niemand anderes hat dort ein Recht.“ Die Palästinenser würden keiner Veränderung im Status quo in der Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg zustimmen – aber die Israelis habe einen solchen nie angeregt.

In seiner letzten Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen sagte Abbas betrügerisch:

„Solange Israel es ablehnt sich den mit uns unterzeichneten Vereinbarungen (der Oslo-Vereinbarungen von 1993) zu verpflichten, die uns eine Autorität ohne echte Macht gaben, und solange Israel es ablehnt die Siedlungsaktivitäten einzustellen und die vierte Gruppe palästinensischer Gefangener in Einklang mit unseren Vereinbarungen freizulassen, lassen sie uns keine Wahl als darauf zu bestehen, dass wir nicht die Einzigen bleiben, die sich der Umsetzung dieser Vereinbarungen verpflichtet bleiben, während Israel sie ununterbrochen verletzt.“ Während derselben Rede beschuldigte Abbas Israel die Spannungen auf dem Tempelberg zu verschärfen; dazu zitierte er „Einfälle extremistischer israelischer Gruppen in die Al-Aqsa-Moschee“.

Die Palästinenserführung mag bei einigen diplomatischen Gelegenheiten auf Frieden und Koexistenz verweisen, aber sie sie predigt und betreibt pausenlos Hass und Gewalt gegen Israelis und Juden.

Die fehlgeleiteten Palästinenser, inspiriert von ISIS und bewaffnet mit Messern und Brandbomben, folgen ihnen. Sie befinden sich in einem Blutrausch.

Am 15. Oktober 2015 legten palästinensische Randalierer in der Stadt Nablus in der Westbank – wieder einmal – Feuer an einer heiligen Stätte, dem Josefsgrab. Juden glauben, dass das Grab die sterblichen Überreste von Josef beherbergt, dem Sohn des biblischen Patriarchen Jakob. Dieses Grab ist schon 2000 in Brand gesetzt geplündert worden. Während der Konflikt in der Region sich weiter verschlimmert, erklärt eine weitere Terrortruppe, die Hamas, wieder einmal einen „Tag des Zorns“ gegen Israel.

Nach Angaben eines neuen Berichts ist die jüngste Welle palästinensischer Terroranschläge in ganz Israel, besonders aber in Jerusalem, auch das Werk der Hamas und der Islamischen Bewegung in Israel. Die Hamas schürt die Gewalt in der Westbank, während sie im Gazastreifen die Gewalt zu deckeln versucht.

Der Bericht zitiert Israels Inlands-Geheimdienst, den Shin Bet; dieser soll gesagt haben, dass PA-Chef Abbas nicht aktiv zu Terror ermutigt. Er „weist sogar seine Sicherheitskräfte an Terroranschläge so weit wie möglich zu verhindern“. Jedoch haben Mitglieder der von Abbas geführten Partei Fatah – einschliesslich sogenannter Moderater – aktiv Terroristen unterstützt. Ranghohe PA- und PLO-Vertreter „sind Teil der Hetzkampagne“, heisst es vom Shin Bet. Abbas‘ eigene Fatah hat die Gewalt verherrlicht und diejenigen gepriesen, die die Gewalt gegen die Israelis ausführen. Die Fatah hat zudem Flugblätter verteilt, die die Terroristen ehrt; auf ihnen sind Fotos von Abbas sowie dem verstorbenen Palästinenserführer Yassir Arafat abgebildet.

Es ist Palästina, nicht Israel, das das Evangelium des Friedens braucht, Herr Präsident.

Jagdish N. Singh ist ein indischer Journalist und lebt in New Delhi. Zuerst erschienen bei Gatestone InstituteÜbersetzung: H. Eiteneier