Barzilai Medical Center in Ashkelon. Foto PD
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Eine gemeinsame Initiative des Rotarier-Clubs und der Freiwilligen-Organisation „Israelische Freunde der Ukraine‟ vermittelt ukrainischen Chirurgen und Orthopäden ein einmonatiges Training im Barzilai Medical Center in Ashkelon.

Die ukrainischen Ärzte erhalten nicht nur Tipps zu modernsten Operationstechniken und medizinischen Materialien, sie lernen auch, wie man ein Krankenhaus in Kriegszeiten betreibt.

Das Projekt ist eine Idee des ehemaligen amtierenden Präsidenten des länderübergreifenden Rotarier-Gremiums Israel – Ukraine, Karlo Karzler. Karzler, ein gebürtiger Ukrainer, starb vor einigen Monaten auf tragische Weise bei einem Autounfall. Das Projekt wurde von Yudith Abramovich, Verwaltungsleiterin der Radiologieabteilung des Barzilai-Krankenhauses übernommen. Sie wandte sich an das Management des Krankenhauses mit der Idee, die Ärzte aus der Ukraine zu einem Training einzuladen und erhielt dafür grünes Licht.

„Ashkelon liegt in unmittelbarer Nähe zu Gaza, dadurch haben die Ärzte in Barzilai viel Erfahrung im Umgang mit Opfern von Raketenexplosionen und militärischen Aktivitäten. Ausserdem gibt es viele russischsprachige Ärzte in unserem Krankenhaus‟, sagte Abramovich.

„Da wir wussten, dass die Ärzte aus der Ukraine wahrscheinlich nicht in der Lage sind, für ein solches Training zu bezahlen, willigte das Krankenhaus ein, es kostenlos anzubieten‟, sagte Abramovich gegenüber der Nachrichtenagentur TPS.

„Israelische Freunde der Ukraine‟, eine Gruppe von russischsprachigen Israelis, die Mittel beschaffen, um Verbandsmaterial und Medikamente für die Ukrainer sowie Lebensmittel für ältere Menschen und Waisen zu kaufen, organisierte den Besuch und beschaffte Tickets und Unterbringung. Die erste Gruppe von vier Ärzten beendete ihr Training im September, und eine neue Gruppe kam nun Anfang November an.

„Die Erfahrung, die ich hier machen durfte, war unbezahlbar‟, sagte Vladimir Lopaichuk. Er ist Leiter der Unfallchirurgie-Abteilung eines Krankenhauses in Kiew und Mitglied der ersten Gruppe von „Praktikanten‟.

„Ich war beeindruckt von der effektiven Methode der postoperativen Pflege im Barzilai Center, wo Rehabilitations-Spezialisten an den Besprechungen der Chirurgen teilnehmen, um aus erster Hand Informationen über den Zustand des Patienten zu erhalten.‟

„Ich habe Operationssäle mit Geräten gesehen, die an der Decke befestigt sind, um Platz auf dem Fussboden zu sparen, und die Geschwindigkeit, in der die Operationssäle für die nächste Operation vorbereitet werden‟, fügte Lopaischuk hinzu. „Sie müssen dies mit eigenen Augen sehen; so etwas kann man nicht in einem Buch lesen.‟

Lopaichuk sagte, dass er den Kontakt mit israelischen Kollegen aufrecht erhält. „Vor kurzem hatte ich einen schwer verletzten Patienten, und ich wollte mich mit jemandem beraten, also schickte ich Röntgenbilder an die Ärzte in Barzilai und erhielt ihren Rat‟.