Der palästinensische Dschihad: Lügen, Lügen und noch mehr Lügen

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Kundgebung des Islamischen Dschihad in Hebron im Oktober 2015. Foto Psnews
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Palästinenserführer im Westjordanland und im Gazastreifen nennen es einen „friedlichen Widerstand der Bevölkerung.“ Sie beziehen sich natürlich auf die jüngste Welle von Attacken mit Schusswaffen, Messern und Fahrzeugen auf die Juden in Israel.

Nach Ansicht unserer Führer – und leider auch von vielen in der internationalen Gemeinschaft – ist dies ein „friedlicher Widerstand der Bevölkerung“, ein Aufstand oder eine „Intifada“ wie die zwei früheren Aufstände 1987 und 2000.

Was in diesen Tagen in den palästinensischen Gebieten und in Israel geschieht, ist jedoch alles andere als ein „friedlicher Widerstand der Bevölkerung“. Erstens sehen wir keine „Bevölkerung“. Wir sehen im Unterschied zu früher nicht Tausende von Palästinensern, die sich an der Gewalt und den Protesten beteiligen. Diese Angriffe sind nicht die Proteste von Dorfbewohnern, von Menschen aus Flüchtlingslagern und Gewerkschaftsmitgliedern in den palästinensischen Gebieten.

Was wir hier sehen, sind reine Terroranschläge, die meistens von leicht zu beeindruckenden jungen Männern und Frauen durchgeführt werden, deren Herzen und Köpfe durch die aufrührerische Rhetorik und die Aufwiegelung seitens palästinensischer Führer, Moscheen, Medien, Facebook und anderer sozialen Medien vergiftet worden sind. Wie es scheint, sind die Terroristen, die Messer oder Schusswaffen tragen, um Juden zu ermorden in der Regel verwirrte Jugendliche, die durch die allgegenwärtige Atmosphäre des Hasses angestachelt werden, den ihre Anführer und deren Medien täglich über sie ergiessen. Die derzeitigen Terroristen sind weder Teil einer bewaffneten Gruppe, wie beispielsweise Tanzim oder die Al-Aqsa-Märtyrer-Brigade der Fatah, noch ein „Volkswiderstand“, eine Strassengang oder irgendeine organisierte Bewegung.

Im Gegensatz zu dem, was die palästinensischen Führer uns, erzählt haben – vom Rest der Welt ganz zu schweigen-, glauben diese Terroristen an keine Form eines „friedlichen Volkswiderstands“ gegen Israel. Es ist schliesslich nichts Friedliches dabei, wenn man Juden ersticht oder erschiesst, die an einer Bushaltestelle warten oder mit  ihrem Auto zur Arbeit oder zurück nach Hause fahren. Es gibt sicher nichts Friedliches, wenn ein jüdischen Ehepaar vor seinen vier Kindern ermordet wird oder wenn man auf einen 13 Jahre alten Jungen einsticht, der mit seinem Fahrrad in den Strassen von Jerusalem unterwegs ist und ihn schwer verletzt.

Dies ist ganz unverblümt nichts anderes als eine weitere Welle des Terrorismus: Juden zu treffen, weil sie Juden sind. Die Terroristen und ihre Apologeten unterscheiden nicht zwischen einem Juden in der Stadt von Beersheba und einem Juden, der in einer Siedlung im Westjordanland lebt. In den Augen der palästinensischen Führer und Medien, sind alle diese Juden „Siedler“, die in „besetzten Gebieten“ leben. Wie sie uns immer wieder sagen, ist für viele von ihnen ganz Israel „besetztes Gebiet“.

Offizielle palästinensische Karten stellen weiterhin ganz Israel als palästinensische Besatzungszone dar. Und es gibt ständige Versuche, die Geschichte der jüdischen Präsenz auszulöschen. Im Juli letzten Jahres wurde die Grabstätte der jüdischen Matriarchin Rachel mit aus Steinschleudern abgefeuerten Sprengkörpern angegriffen. Und erst letzte Woche wurde die Grabstätte des jüdischen Patriarchen Joseph in Brand gesteckt. Dies sind die gleichen Methoden, die Al-Qaida und Da’esh (ISIS) in Bamiyan und Palmyra angewendet haben, als sie versuchten, alle Spuren vorislamischer Präsenz in antiken Stätten auszulöschen. Diese Angriffe wurden von Forderungen von sechs arabischen Staaten – Algerien, Ägypten, Kuwait, Tunesien, Marokko und die Vereinigten Arabischen Emirate – begleitet, dass die UNESCO Rachels Grab und die Klagemauer und alles, was von dem von den Römern im Jahr 70 n.Chr. zerstörten  „Zweiten Tempel“ der Juden übrig geblieben ist, zu einem Teil des muslimischen Tempelberges unter palästinensischer Kontrolle erklären solle. Die letzte Forderung wurde vor der Abstimmung zurückgezogen, aber in einer grotesken Neuschreibung von Geschichte erklärte die UNESCO die beiden anderen heiligen Stätten der Juden, Rachels Grab und das Grab der Patriarchen, zu heiligen Stätten der Muslims.

Darüber hinaus haben die offiziellen Medien der vom Westen finanzierten palästinensischen Autonomiebehörde die jüdischen Opfer der aktuellen Terrorwelle als „Siedler“ bezeichnet. Eine Frau von 73 Jahren aus dem westlichen Teil der Stadt, die am zentralen Busbahnhof in Jerusalem vor zwei Wochen erstochen wurde, wurde als „Siedler“ bezeichnet. Auf ähnliche Weise wurden auch zwei Juden, die in der Stadt Ra’anana am Stadtrand von Tel Aviv mit Messern niedergestochen und verletzt wurden, von Abbas Medien als „Siedler“ bezeichnet. Auch ihre Stadt Ra’anana, die weit innerhalb der „Linie von 1967″ liegt, wurde von den meisten palästinensischen Medien und Journalisten als „Siedlung“ bezeichnet.

Was zeigt all dies? Die Antwort ist einfach: Die meisten Palästinenser sehen Israel weiterhin als eine grosse Siedlung, die entwurzelt und zerstört werden muss. Es zeigt auch, dass diese Palästinenser keinen Unterschied zwischen einem im Westjordanland lebenden Juden und einem in einer israelischen Stadt innerhalb Israels lebenden Juden machen. Die jüdischen Opfer dieser Terrorwelle sind alle „Siedler“ und „Kolonialisten“, die verdient haben, was mit ihnen geschah, da sie auf „gestohlenem Land leben“. Das ist die Botschaft, die die palästinensische Regierung, die Hamas und andere palästinensische Gruppen an die Palästinenser und den Rest der Welt aussenden: Die „Siedler“ sind „legitime“ Ziele, die es verdienen, von einem für „Unabhängigkeit und Freiheit“ kämpfenden Volk abgeschlachtet und erschossen zu werden.

Die angemessene Bezeichnung für die derzeitige Welle des Terrorismus ist „Dschihad“ (Heiliger Krieg). Die Angriffe auf Juden in Israel und im Westjordanland sind Teil des globalen Dschihad, der seit vielen Jahren besonders gegen Juden und ganz allgemein gegen Nicht-Muslime und sogar gegen andere Muslime, die nicht mit einer anderen Version des Islam übereinstimmen, geführt wird.

Fast alle an diesen jüngsten Angriffen beteiligten Terroristen sind mit der Hamas und dem Islamischen Jihad verbunden, deren Hauptziel es ist, Israel durch die Ermordung und Einschüchterung von Juden zu vernichten. Wie der Islamische Staat und al-Qaida wollen die beiden palästinensischen Gruppen auch ein vom islamischem Scharia-Recht beherrschtes Kalifat schaffen.

Dieser Dschihad hat nicht das Ziel die „Besatzung zu beenden“ oder gegen Elend und Checkpoints zu protestieren. Vielmehr handelt es sich um einen Dschihad, der vorsieht, die Juden aus der Region zu vertreiben. Punktum. Die Terroristen und ihre Sponsoren erkennen keinen Unterschied zwischen einem israelischen Soldaten und einem israelischen Baby. Sie erkennen keinen Unterschied zwischen einem „linken Juden“ und einem „rechten Juden.“ Die Terroristen fragen ihre Opfer nicht nach ihrer politischen Zugehörigkeit, bevor sie ein Messer in sie stechen.

Dies ist eine Welle des Terrorismus, basierend auf Lügen, Lügen und noch mehr Lügen. Palästinenserführer, darunter Abbas und seine Fatah, lügen uns seit Monaten über die Art der Besuche von Juden auf dem Haram al-Sharif oder Tempelberg an. Sie sagten den Palästinensern, dass die Juden heilige islamische Stätten „überfallen“ und „entweihen“ würden, mit dem Ziel, sie zu zerstören. Damit haben Abbas und seine Funktionäre in der palästinensischen Autonomiebehörde und die Fatah Muslime geradezu aufgefordert, sich dem Dschihad gegen die Juden anzuschliessen.

Nach dem Beginn der Terrorwelle fuhren die Palästinenserführer fort, über die Umstände des Todes von Terroristen zu lügen. Sie erzählen uns nun, dass die meisten Terroristen in Wirklichkeit unschuldige Zivilisten waren, die von Israel erschossen wurden, während sie auf dem Weg waren, Essen für ihre Familien zu kaufen oder zur Arbeit zu gehen. Die palästinensischen Führer lügen, wenn sie uns sagen, dass die Terroristen im Rahmen einer neuen israelischen Politik von „Hinrichtungen im Feld“ gegen junge palästinensische Männer und Frauen getötet wurden. Lügen und Verzerren der Wahrheit ist integraler Bestandteil des Dschihad gegen die Juden geworden. Die Kampagne von Lügen, Verzerrungen und Fälschungen ist nicht weniger gravierend als die Terroranschläge. Es gibt keinen Unterschied zwischen einem palästinensischen Führer, der hetzt und lügt und einem Terroristen, der zum Messer greift und auf die Strasse geht, um einen Juden zu ermorden.

Es ist Zeit, dass wir unsere Augen öffnen und die Wirklichkeit so sehen, wie sie ist: Dies ist eine weitere Phase des weltweiten Dschihad gegen alle „Ungläubigen“ und „Feinde des Islam.“ Diejenigen, die heute Juden ermorden, werden morgen nicht zögern, andere Nicht-Muslime zu töten, vor allem diejenigen, die als Freunde Israels angesehen werden, wie beispielsweise die USA und die meisten westlichen Nationen. Also lassen Sie uns die Dinge in Zusammenhang bringen und die Terrorismuswelle bei ihrem richtigen Namen nennen: nicht eine „Intifada“ oder ein „friedlicher Widerstand der Bevölkerung“. Sie ist ein Dschihad.

Von Bassam Tawil via Gatestone Institute. Bassam Tawil lebt als Wissenschaftler und Journalist im Nahen Osten.