Ehemalige palästinensische Arbeiter in einer SodaStream Fabrik am 2. Februar 2014 im Industriepark Mishor Adumim, bei der Ortschaft Maale Adumim. Foto Nati Shohat / Flash90

Die Boykott-, Desinvestitions- und Sanktionskampagne (BDS) wird noch mehr von ihnen produzieren. 

Von Clifford D. May

Vor einigen Jahren hatte Daniel Birnbaum, ein israelischer Geschäftsmann, eine seltsame Idee: „Ich beschloss, dass ich Palästinenser beschäftigen wollte.“

So übernahm er eine Fabrik im Westjordanland – wo die Arbeitslosigkeit sich auf etwa 30 % beläuft – und er stellte mehr als 500 Palästinenser ein. Er stellte auch 350 israelische Araber und 300 israelische Juden ein. Er bezahlte ihnen allen „israelische Löhne“, die viermal höher sind als der Durchschnitt im Westjordanland.  Da die Palästinenser keine israelischen Staatsbürger sind und daher nicht für die israelische Gesundheitsversorgung infrage kommen, schloss er eine private Versicherung für sie sowie für ihre Angehörigen ab, wohl wissend, dass „jeder Mitarbeiter etwa zehn Familienmitglieder unterstützt.“

Sie haben vielleicht von Herrn Birnbaums Unternehmen gehört: SodaStream produziert Geräte, mit denen Sie aus Leitungswasser Sprudelwasser herstellen können. Er würde Ihnen mit Begeisterung erzählen – wie er es mir gegenüber beim Abendessen in Tel Aviv getan hat – warum hausgemachtes Mineralwasser billiger und gesünder, als mit viel Zucker und Zucker-Ersatzstoffen gesüsstes Sodawasser und warum der Verzicht auf das Kaufen von Mineralwasser in Flaschen und Dosen wichtige Vorteile für die Umwelt hat.

Der Punkt ist, dass er ein gutes Produkt herstellt, gute Arbeitsplätze für Palästinenser schafft und zeigt, dass es nicht unmöglich ist, dass Israelis und Araber, Muslime und Juden zusammen arbeiten, sich gegenseitig respektieren und manchmal sogar lernen, einander zu mögen. Kann es überhaupt noch besser werden als das? Ja: Er heuerte Scarlett Johansson an, um für seine Produkte zu werben.

Was danach geschah: SodaStream zog die Aufmerksamkeit einer Kampagne namens BDS – Boykott, Desinvestition und Sanktionen – auf sich, die gegen Israel und nur gegen Israel wirtschaftliche Strafmassnahmen verhängen möchte, nicht gegen diejenigen, die Terrorismus fördern, auch nicht gegen diejenigen, die die ungeheuerlichsten Menschenrechtsverletzungen begehen und schon gar nicht gegen solche, die umstrittene Gebiete besetzen, die aber nicht von Palästinensern beansprucht werden.

„Sie beschuldigten uns, Land zu stehlen, ‚von der Besetzung zu profitieren‘ und unsere Mitarbeiter auszunutzen“, sagte Herr Birnbaum. „Plötzlich laufe ich als Kriegsverbrecher herum!“

Oxfam, eine Organisation, deren angebliche Mission die Bekämpfung der Armut ist, hilft bei der Finanzierung von BDS. Wie es der Zufall will, war Frau Johansson globale Botschafterin von Oxfam. „Sie drohten, ihr den Laufpass zu geben, falls sie weiterhin Sprecherin von SodaStream bliebe“, erinnert sich Herr Birnbaum.

Frau Johansson sagte Oxfam, dass sie sich zum Teufel scheren könnten. Herr Birnbaum sagt seinerseits: „Ich habe an den Präsidenten von Oxfam geschrieben und ihm gesagt, warum kommen Sie nicht einmal hierher und blicken meinen Leuten in die Augen, bevor Sie dazu aufrufen, dass sie ihre Jobs verlieren?“ Oxfams Präsident hat nicht geantwortet.

SodaStream ist weiter gewachsen. Eine neue und modernere Fabrik wurde benötigt. Aber, so Herr Birnbaum, „im Westjordanland zu bauen, wäre eine Wahnsinnstat gewesen“, nicht wegen der „ständigen Störung“ durch BDS, sondern wegen der Politik: Weder die Palästinensische Autonomiebehörde noch die israelische Regierung waren hilfreich. Deshalb eröffnete er in diesem Jahr ein neues Werk in Israel selbst, in der Nähe von Beersheba in der Negev-Wüste.

Er tat sein Bestes, um seine palästinensischen Arbeiter zu behalten, aber das war nicht einfach: Den einen war das Pendeln zu anstrengend (auch wenn er Busse zur Verfügung stellte) und andere konnten nicht die in Israel erforderliche Arbeitserlaubnis erhalten.

Die neue Fabrik beschäftigt dennoch 300 Beduinen (früher einmal das grosse Nomadenvolk im Nahen Osten), von denen viele noch nie zuvor richtige Arbeit mit regelmässigen Lohnzahlungen hatten.  Raten Sie mal, was geschah : BDS attackiert weiterhin SodaStream und behauptet jetzt, dass „wir den Beduinen Land und Wasser stehlen.“

Tatsächlich aber war Scheich Talal El-Garnawi, Bürgermeister der Beduinenstadt Rahat, massgeblich daran beteiligt, Herr Birnbaum zu überzeugen, das neue Werk in der Nähe zu bauen und hat seitdem SodaStream als „ein Symbol der Hoffnung und der Zusammenarbeit“ bezeichnet. Er fügte hinzu: „Es gibt keinen Streit und es hat nie einen Streit wegen des Landes, auf dem die Fabrik gebaut wurde, oder in Bezug auf Wasser oder andere Ressourcen in der Region gegeben.“

Die wichtigste Auswirkung von BDS auf SodaStream erfolgte in Schweden. Als Reaktion auf den Druck von Einzelhändlern, die von BDS-Anhängern beeinflusst wurden, stimmte SodaStream zu, den Versand seiner Geräte aus der Fabrik im Westjordanland zu stoppen. Die Schweden können sich nun daran erfreuen, stattdessen Produkte aus einer Fabrik in China zu erhalten – aus einem ausgesprochen unfreien Land, das Tibeter, die gegen die chinesische Annexion ihrer Heimat protestieren, „verschwinden“ lässt. Das bedeutete 150 Arbeitsplätze weniger für Palästinenser, von denen jeder wiederum für durchschnittlich zehn Angehörige zu sorgen hat.

Vielleicht sind die Schweden, zusammen mit anderen „progressiven“ Europäern und Amerikanern, der Ansicht, dass es Palästinensern als Mündeln der „Gebergemeinschaft“ besser geht. Vielleicht glauben sie, dass eine oder zwei weitere Runden des „Friedensprozesses“ gute ausländische Investoren (im Gegensatz zu israelischen Investoren) veranlassen werden, sich mit dem Scheckbuch in der Hand ins Westjordanland aufzumachen. Oder vielleicht glauben sie, dass, wenn sich die Israelis aus dem Westjordanland zurückziehen, das Ergebnis anders sein wird als in Gaza, wo die Hamas die Macht übernahm und Fabriken baut, in denen Raketen statt Küchengeräte hergestellt werden.

In der Zwischenzeit liegen nicht weit im Norden die Dschihadisten des Islamischen Staates, die Verbündeten von Al-Qaida und die Hisbollah in Lauerstellung.  Was glauben Sie, welche Art von Beschäftigung denen für die arbeitslosen, verarmten und verzweifelten Palästinenser vorschwebt?

Im Gegensatz dazu hat Herr Birnbaum buchstäblich die Völker des Heiligen Landes zusammengebracht und ihnen die Chance geboten, sich einen menschenwürdigen Lebensunterhalt mit der Herstellung von Produkten zu verdienen, die von Verbrauchern gewünscht werden und für die sie zu zahlen bereit sind.

Diejenigen, die dies ablehnen, diejenigen, die versuchen, ihn zu stoppen und zu verhindern, dass andere seinem Beispiel folgen – mit den BDS-Anhängern an der Spitze – ,nennen sich pro-palästinensisch. Ihr Anspruch ist, wenn man darüber nachdenkt, wirklich lächerlich.

Clifford D. May ist Präsident der Foundation for Defense of Democracies und ein Kolumnist der Washington Times.

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