Jemen: Über 1.000 Kinder getötet oder verletzt

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Flüchlinge in Jemen. Foto UNICEF/UNI191726/Rita
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Bei den Kämpfen im Jemen sind seit März fast 400 Kinder getötet und über 600 schwer verletzt worden. Am Welttag der Humanitären Hilfe warnt UNICEF vor einer wachsenden Tragödie im ärmsten Land auf  der Arabischen Halbinsel.

Die Versorgung der Bevölkerung mit  lebenswichtigen Gütern wie Wasser, Nahrung und Medikamenten ist weitgehend zusammengebrochen, 900 Krankenhäuser sowie 3.600 Schulen sind geschlossen. UNICEF befürchtet, dass bis Ende des Jahres 1,8 Millionen Kinder mangelernährt sein werden, über 500.000 davon lebensbedrohlich. Dies ist das Ergebnis eines Berichts, den das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen heute vorlegt.

„Dieser Konflikt ist besonders für die Kinder eine Tragödie“, sagt Julien Harneis, Leiter von UNICEF im Jemen. „Kinder werden durch Bomben oder Kugeln getötet. Wer überlebt, ist zunehmend durch Krankheiten und Mangelernährung in Gefahr. Das darf so nicht weitergehen.“

Trotz der schwierigen Sicherheitslage ist es UNICEF zusammen mit seinen lokalen Partnern gelungen, sauberes Trinkwasser für 1,9 Millionen Menschen zu organisieren, unter anderem durch Treibstoff für Wasserpumpsysteme sowie Tanklastwagen. In den vergangenen sechs Monaten hat UNICEF ausserdem 67.000 schwer mangelernährte Kinder mit therapeutischer Nahrung behandelt und über 400.000 Kinder gegen Masern und Polio geimpft. 150.000 Mädchen und Jungen haben in einfachen Kinderzentren psychosoziale Hilfe erhalten. 280.000 Menschen wurden über die Gefahren von Minen und Blindgängern informiert.

UNICEF fordert die Konfliktparteien dazu auf, Angriffe auf die Zivilbevölkerung sowie Schulen, Krankenhäuser und lebenswichtige Infrastruktur zu unterlassen. Kinder und Jugendliche dürfen nicht als Soldaten rekrutiert und eingesetzt werden. Hilfsorganisationen müssen freien und sicheren Zugang zu Menschen in Not haben. 

Wegen des Ausmasses der humanitären Krise hat UNICEF für Jemen die höchste Notfallstufe ausgerufen, der Einsatz ist jedoch stark unterfinanziert. Von den für 2015 benötigten 165 Millionen Euro hat UNICEF laut eigenen Angaben erst 16 Prozent erhalten.