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Beim Anführer der Hamas-Zelle, die einen Anschlag durchführte, bei dem Malachi Rosenfeld Ende Juni ermordet wurde, handelt es sich um einen Palästinenser von Jordanien, der beim Gefangenenaustausch mit dem israelischen Soldaten Gilad Shalit freigelassen wurde.

Er gehört zu drei weiteren Aktivisten, die freigelassen wurden und im vergangenen Jahr an Terroranschlägen beteiligt waren, darunter die Entführung und Ermordung von drei Jugendlichen. Dieses rückfällige Verhalten entspricht der Einschätzung von israelischen Sicherheitskräften, wonach Täter nach ihrer Freilassung in der Regel zum Terror zurückkehren.

„Das Risiko, welches wir hier auf uns nehmen entspricht einem Sicherheitsrisiko und einer Herausforderung, der wir gewachsen sind. In Gaza gibt es 20.000 militärische Kämpfer, so dass weitere 200 Terroristen keinen grossen Unterschied machen werden.“ Dies waren die Worte des Leiters des Geheimdienstes Yoram Cohen zur Freilassung der Gefangenen am Abend der Rückkehr von Gilad Shalit aus der Gefangenschaft der Hamas.

Im nächsten Oktober findet der vierte Jahrestag der Freilassung Gilad Shalits aus der Gefangenschaft der Hamas statt. Im Gefangenenaustausch liess Israel im Austausch für den Soldaten, der im Sommer 2006 von der Hamas entführt wurde, circa 1.000 Terroristen frei.

Am Sonntag wurde die Information zur Veröffentlichung freigegeben, dass es sich bei einem der Mitglieder der Zelle, die bei der Ermordung von Malachi Rosenfeld vor etwa drei Wochen in der Nähe von Shvut Rachel und der Verletzung drei seiner Freunde mit Schüssen auf einen Krankenwagen in der Nähe von Bethel beteiligt war, um Ahmed Najar handelt, der im Shalit-Austausch freigelassen wurde.

Seit April 2014 ermordeten im Gefangenenaustausch freigelassene Terroristen sechs Israelis oder waren an den Anschlägen, die zu ihrem Tod führten, beteiligt. Der jordanische Bürger Najar (39), der nicht wie die ausführenden Täter verhaftet wurde, initiierte und plante die Anschläge. Laut dem israelischen Inlandsgeheimdienst trainierte er die Zelle und leitete sie an. Die Zelle führte die beiden Anschläge in der Nähe von Ramallah auf einer relativ hohen operativen Ebene aus. Najar sass seit 2003 wegen seiner Beteiligung an Anschlägen, bei denen insgesamt sechs Israelis erschossen wurden, im Gefängnis.

Wie bereits gesehen, ist er nicht der einzige, der bei dem Austausch freigelassen wurde und zu terroristischen Aktivitäten zurückkehrte. Im April 2014 wurde Baruch Mizrachi, auf dem Weg zum Sederabend von Ziyad Awad aus dem Dorf Idhna in der Nähe von Hebron erschossen. Mahmoud Al-Qawasmeh, der bei einem Terroranschlag in Beerscheba im Jahr 2004 beteiligt war, bei welchem 16 Israelis ihr Leben verloren, wurde im Rahmen des Shalit-Austausches nach Gaza ausgewiesen. Er überwies rund 220.000 Schekel an die Zelle, welche die drei Jungen Gilad Shaar, Naftali Fraenkel und Eyal Yifrach aus Gusch Etzion im Juni letzten Jahres entführte und ermordete.

Der 29-jährige Osama Asaad aus Kalandia war ein Waffenhändler, der seit 2010 eine Gefängnisstrafe wegen Beteiligung an Terrorakten in einem israelischen Gefängnis absass und im Rahmen des Austausches freigelassen wurde. Asaad versteckte die Waffen, die zur Ermordung von Danny Gonen  in der Näher der Siedlung Dolev vor ungefähr einem Monat verwendet wurden. Er wusste von dem Anschlag, den seine Freunde der Tanzim-Miliz der Fatah planten.

Die Sicherheitskräfte reden nicht von einem Phänomen oder einer mörderischen terroristischen Welle, an denen sich im Rahmen des Shalit-Austausches Freigelassene beteiligen. Sie erinnern daran, dass jeder der im Austausch Freigelassenen,der an einem Anschlag mit ermordeten Israelis beteiligt war, sich jetzt in einer anderen Art und Weise beteiligte. Dennoch stimmen IDF und der Inlandgeheimdienst Shin Bet überein, dass der von Israel bezahlte Preis für die Freilassung Shalits die Motivation der Hamas zu weiteren Entführungen – vor allem von Soldaten und Jugendlichen – zu einem Höhepunkt getrieben wurde.

Die Hamas möchte solche Entführungen als Druckmittel nutzen, um die terroristische Organisation in Judäa und Samaria wieder zu stärken und aufzuwerten, nachdem diese in den Gebieten stark geschwächt wurde.

Die Hamas in Gaza spornt weiterhin ihre Ableger im Westjordanland an

Seit dem Shalit-Austausch sind Dutzende von punktuellen Warnungen über Entführungsversuche im Westjordanland eingegangen. Ein Grossteil von ihnen endete mit einer erfolgreichen Verhinderung durch den Nachrichtendienst Shin Bet, der die Organisatoren der geplanten Entführung vor der Ausführung festnahm. Allerdings waren an diesen verhinderten Taten auch Zellenanführer oder vorbereitende Aktivisten beteiligt, die im Rahmen des Shalit-Austausches freikamen.

Zu den im Austausch Freigelassenen, die nach Gaza ausgewiesen wurden, gehörte an der Spitze eine Zelle von fünf Aktivisten aus Bet Lakia in Benjamin, die im August 2013 die Entführung von Israelis plante und eine Höhle als Versteck für die Entführten vorbereitete. Ein weiterer Fall ereignete sich im März letzten Jahres, als vier freigelassene Aktivisten im Westjordanland Anweisungen an Hamas zu einer Entführung gaben und hierfür trainierten. In beiden Fällen wurden die lokalen Aktivisten verhaftet.

Die IDF führt seitdem fortlaufend Überwachungen über die Freigelassenen, welche ins Westjordanland hinüber siedelten, und verhaftet diejenigen, die gegen die Bewährungsbedingungen verstossen, indem sie z.B. ihre Wohngegend verlassen. Seit dem Shalit-Austausch kehrten 39 der Freigelassenen in israelische Gefängnisse zurück – die meisten davon gehören zu den 53 Freigelassenen, welche nach der Entführung der drei Jugendlichen im letzten Sommer erneut verhaftet wurden.

Acht weitere Freigelassene warten auf die Entscheidung eines Sonderausschusses der Militärgerichte im Westjordanland, der voraussichtlich in diesen Tagen entscheiden wird, ob sie ins Gefängnis zurückkehren müssen oder nicht. Der Rest wurde nach Hause entlassen, da keine Rechtfertigung für eine Verhaftung gefunden wurde. Die Sicherheitskräfte sehen immer noch terroristisch motivierte Entführungen als die Hauptbedrohung und als Hauptziel der Hamas in Gaza (während der Operation Protective Edge gab es über 90 Versuche Soldaten zu entführen, nur zwei gelangen) und der Ableger ihrer Organisation in Judäa und Samaria.

In der Zwischenzeit versuchen die im Austausch Freigelassenen wieder zu terroristischen Aktivitäten zurückzukehren, während sich im Hintergrund ein Drama um zwei israelische Bürger, die in Gaza festgehalten werden, abspielt. Gemäss der am letzten Wochenende gemachten Einschätzung einer ranghohen Sicherheitskraft, wird Hamas in einem ersten Schritt eine Bezahlung für Informationen über deren Schicksal verlangen. Die Sicherheitskräfte gehen davon aus, dass der Erfolg der Hamas beim Austausch von Gilad Shalit weiterhin örtliche terroristische Einrichtungen – auch ohne externe Anleitung – ankurbeln wird, Israelis zu entführen, auch wenn die Terroristen zuvor eine Gefängnisstrafe in Israel absassen oder im Shalit-Austausch freikamen.

Via Ynet

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