Hunderttausende am Al-Quds-Tag gegen Israel und die USA

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Hunderttausende sind am Freitag im Iran zu Protesten gegen Israel und die USA auf die Strassen gegangen. Zu den landesweiten Demonstrationen hat die Regierung anlässlich des jährlich stattfindenden Al-Quds-Tages aufgerufen.

Auch Präsident Ruhani nahm an den staatlich organisierten Demonstrationen in Teheran teil. „Die Palästinenser werden letztendlich ihre Ziele erreichen“, sagte er gemäss iranischen Agenturmeldungen gegenüber Reportern. Besonders auffällig bei der diesjährigen Demonstration seien die vielen Sprechchöre und Plakate gegen Saudi-Arabien gewesen; „Nieder mit der saudischen Königsfamilie“ sei in Teheran und anderen Städten gerufen worden, berichtete die Nachrichtenagentur IRNA.

Seit Jahren finden Demonstrationen zum Al-Quds-Tag auch in verschiedenen Städten Europas statt. Für Samstag ist laut israelnetz.com eine Kundgebung in Berlin geplant. Innensenator Frank Henkel (CDU) rief die Teilnehmer der Al-Quds-Demonstration auf, das Recht auf freie Meinungsäusserung nicht zu missbrauchen. „In unserer Stadt gibt es keinen Platz für antisemitische und volksverhetzende Parolen“, so Henkel in der Berliner Zeitung. „Wir werden uns stets mit aller Macht gegen diejenigen stellen, die gegen Juden hetzen, Gewalt verherrlichen oder Aktionen gutheissen, die auf die Vernichtung eines Volkes gerichtet sind.“ Die Parolen, die im vergangenen Jahr auf einer propalästinensischen Demonstration geäussert wurden, seien „absolut inakzeptabel“ gewesen. Daher habe man die Auflagen für die Versammlung konkretisiert und verschärft. Die Polizei werde auch in diesem Jahr alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Hasspropaganda zu unterbinden, und die Auflagen konsequent umsetzen.

Der 1979 nach der islamischen Revolution im Iran von Ayatollah Khomeini eingeführte Al-Quds-Tag findet am Samstag unter anderem auch in Wien statt. „Die Politik muss endlich handeln und gegen diese antisemitische Hetze vorgehen! Der alljährliche Aufmarsch zum Mord an Juden und zur Vernichtung Israels beim Al-Quds-Tag kommt dem Aufruf zu einem zweiten Holocaust gleich. Die österreichische Exekutive muss umgehend gegen diese Hetzer vorgehen, anstatt ihnen noch eine breite Plattform mittels eines Marsches durch Wien zu bieten“, fordert Daniel Kapp, Sprecher des Clubs der Freunde Israels (CdFI) in Österreich.

Der CdFI spricht sich klar gegen den Al-Quds-Marsch aus, der die „Befreiung Jerusalems von der zionistischen Besatzung“ und die Vernichtung Israels propagiert. „Beim Al-Quds-Marsch wird Israel auf Transparenten mit dem Dritten Reich gleichgestellt, der Davidstern und die israelische Fahne werden mit Hakenkreuzen verunglimpft und Fahnen der Hisbollah, die weltweit für zahlreiche Anschläge auf Juden verantwortlich sind, werden geschwenkt. Gesellschaft und Politik müssen entschieden gegen religiöse Herabwürdigung sowie antisemitische und hetzerische Aufmärsche auftreten und dagegen vorgehen“, so Kapp.