Von ISIS markiertes Haus von Christen in Bet Chanina, in Jerusalem. Foto Facebook
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In Flugblättern die in den vergangenen Wochen in Jerusalem verteilt wurden, fordert eine sich „Islamischer Staat in Palästina“ nennende Gruppe die Christen Jerusalems auf, die Stadt bis zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan am 18. Juli zu verlassen.

Bei Nichtbefolgung wird ihnen mit dem Tod gedroht. Die arabisch-sprachigen Flugblätter tragen die schwarze Flagge der Terrorgruppe „Islamischer Staat“. Die Drohungen erinnern an ein im Juli 2014 vom „Islamischen Staat“ gegen die Christen der nordirakischen Stadt Mossul verhängtes Ultimatum. Seit dem Aufstieg des „Islamischen Staats“ gibt es auch in Israel und den umliegenden palästinensischen Gebieten immer wieder Sympathiebekundungen für die Gruppe. In diesem und im vergangenen Jahr haben zudem immer wieder arabische Israelis muslimischen Glaubens versucht, sich der Terrormiliz als Kämpfer anzuschliessen.

Flugblatt vom "Islamischen Staat in Palästina". Foto Facebook
Flugblatt vom „Islamischen Staat in Palästina“. Foto Facebook

Nach der Verteilung der Flugblätter in Jerusalem ruft Weihbischof William Shomali vom Lateinischen Patriarchat zur Wachsamkeit auf. Shomali erklärte, dass das Patriarchat die israelischen Behörden angesichts der Flugblätter zwar nicht selbst kontaktiert habe. „Aber die Israelis sind darüber gut informiert“. „Es gibt unter den Christen im Heiligen Land wegen der Flugblätter schon Angst, wenn auch nur eine moderate“, so der Weihbischof. „Es gibt Drohungen. Aber wenn wir unsere Lage mit der in unseren Nachbarländern vergleichen, so fühlen wir uns doch viel sicherer.“

Im Flyer, der Ende Juni, anlässlich des Ramadan im Bet Chanina Viertel in Jerusalem verteilt wurde, droht der „Islamische Staat in Palästina“ unter anderem auch dem palästinensischen Führer Mahmud Abbas. Dieser ist in ihren Augen ein Verräter, weil er „palästinensische Erde den Zionisten übergeben hat“. Gleichzeitig drohen sie den Christen („Ketzern“), welche in der Jerusalemer Altstadt leben. Dies sollen Jerusalem – Land des Islams – vor dem Ende des Ramadan verlassen, ansonsten sie getötet würden. Der „Islamische Staat in Palästina“ möchte laut dem Flyer auch Informationen über Personen erhalten, die mit den “Zionisten” zusammenarbeiten.