Verhaftung und Ermordung angeblicher Kollaborateure durch die Hamas. Foto © Boaz Guttman/Flickr

Während der Militäroffensive Israels in Gaza im Juli und Augst 2014 hat die Hamas zahlreiche Personen unter dem Vorwurf der «Kollaboration mit Israel» foltern und hinrichten lassen. Dies zeigt ein neuer Bericht von Amnesty.

Im Bericht «Strangling Necks: Abduction, torture and summary killings of Palestinians by Hamas forces during the 2014 Gaza/Israel conflict» dokumentiert Amnesty International die aussergerichtliche Exekution von mindestens 23 Palästinensern sowie die Verhaftung und Folter von Dutzenden weiteren Personen.

Abrechnungen im Schatten des Kriegs
In vielen Fällen kündigte die Hamas die Hinrichtungen öffentlich an im Rahmen der gegen Kollaborateure gerichteten Kampagne «Genickbruch» («Strangling Neck»). In Tat und Wahrheit handelte es sich aber in mindestens 16 Fällen um Personen, die bereits vor Ausbruch des Konflikts in Haft waren. Betroffen waren auch Mitglieder der rivalisierenden Fatah. Die Hamas hat sich also im Schatten der israelischen Bombardements Kritiker entledigt.

Kriegsverbrechen durch Folter und Hinrichtungen
Neben der öffentlichen Hinrichtung von sechs Männern vor der Omari-Moschee in Gaza am 22. August 2014 dokumentierte Amnesty auch verschiedene Fälle von brutaler Folter in Haft. Dies ist ebenso ein Kriegsverbrechen wie die Hinrichtungen von Kriegsgefangenen. Bisher wurde kein einziger der Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen. Amnesty fordert die palästinensischen Behörden und insbesondere die de-facto-Regierung der Hamas in Gaza auf, vollumfänglich mit den internationalen Ermittlungsinstanzen, namentlich der Untersuchungsmission des Uno-Menschenrechtsrates, zusammen zu arbeiten.

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