Neue „Freedom-Flottilla“ nach Gaza unterwegs

Lesezeit: 3 MinutenAm Sonntag hat der Trawler „Marianne“ seinen Heimathafen Göteborg, in Richtung des östlichen Mittelmeeres mit Fernziel Gaza verlassen.

Israelkritische Organisationen aus mehr als zwölf Ländern, wollen sich noch in diesem Monat auf mehreren Schiffen im Mittelmeer sammeln. Erneut wollen sie die israelische Seeblockade des Gaza-Streifens durchbrechen und „gewaltfreien“ Widerstand leisten.

Die Kampagne wird organisiert von der „Freedom Flotilla Coalition“ und es sollen offenbar im Juni in Griechenland die finalen Vorbereitungen für die Flottille stattfinden. Die genauen Abfahrtszeiten und -orte werden aber nicht bekannt geben, wie Zaher Berawi, Koordinator der „International Coalition to Break the Siege on Gaza“ erklärte. Damit solle verhindert werden, dass Israel Druck auf die entsprechenden Länder ausüben könne. Die erneute Flottille scheint schon seit längerem in Planung zu sein, denn die Webseite der Izzedine Al Qassam-Brigaden (terroristische Vereinigung und eine militärische Unterorganisation der palästinensischen, militanten Hamas) hatte bereits im Dezember 2014 darüber berichtet.

Bislang sind kaum weitere Informationen über die neue Flottille verfügbar, abgesehen davon, dass offenbar der ehemalige tunesische Präsident Moncef Marzouki fest entschlossen ist, sich der Kampagne anzuschliessen und die Reise nach Gaza anzutreten. Dies erklärte er anlässlich des Welt Sozial Forums, welches im März dieses Jahres in Tunis tagte.

Evident dürfte – allen Unklarheiten zum Trotze – ebenfalls sein, dass die Kampagne einmal mehr vom Muslimbruderschaft-/Hamas-Netzwerk in Europa organisiert wird. Zaher Birawi etwa, ein führender Hamas-Aktivist in Europa, amtete als Pressesprecher des Globalen Marsches nach Jersualem, und des Palestinian Forum im Britain, welches sich dem Prinzip verschreibt, dass „Palästina in seinen historischen Grenzen ein arabisch-islamisches Land sei“. Zudem war Berawi Pressesprecher der Viva Palestina-Kampagne des eben erst abgewählten George Galloway. Berawi ist aber insbesondere bekannt als Verwaltungsratsvorsitzender des Palestine Return Centre, einem Dreh- und Angelpunkt des Hamas-Netzwerkes in Europa.

Unklar ist vorerst, ob sich auch wiederum Schweizer Palästina-Aktivisten der neuen Flottille anzuschliessen gedenken oder selbst in die Vorbereitungen involviert sind. In der Vergangenheit wurden solche Bemühungen koordiniert von der Genfer „Menschenrechtsorganisation“ Droit Pour Tous, die ihrerseits selbst über enge Verbindungen zum Hamas- und Muslimbrudernetzwerk in Europa unterhält (Audiatur berichtete). Diese hat sich aber bislang noch nicht öffentlich zur neuen Flottille geäussert.

Am 31. Mai 2010 wurde das grösste Schiff der ersten Flottille, die unter türkischer Flagge fahrende „Mavi Marmara“ der IHH, einer islamistischen NGO, von der israelischen Marine aufgebracht. Die Marine hatte zuvor mehrmals angekündigt, den Konvoi daran zu hindern, die Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen.. Als sich israelische Soldaten aus Hubschraubern abseilten, wurden sie mit Eisenstangen und Messern angegriffen. Beim Entern der Mavi Marmara wurden neun sogenannte Aktivisten getötet. Sieben israelische Soldaten wurden verletzt.

Carlo Sommaruga wollte mit an Bord
Rund 450 Personen aus der Schweiz wollten im August 2010 mit auf eine „Protest- und Hilfsfahrt“ nach Gaza. „Mit an Bord möchten die zwei Nationalräte Joseph Zisyadis (PdA/VD) und Carlo Sommaruga (SP/GE).“ schrieb der Tagesanzeiger damals. Die Schweizer Flotille hat dann allerdings nie einen Hafen verlassen, aus zeitlichen Gründen, wie die Politiker verlauten liessen.

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2 KOMMENTARE

  1. Gerne erinnere ich den Leser daran, dass die erste Flotilla von der jüdischen Palästinenserlobby unterstützt wurde. Insbesonders von der JVJP.CH und auch vom NIF.

    Dass es möglich ist, diesen Terror gegen Israel zu unterbinden, wurde anlässlich eines Seminars in Jerusalem von ShuratHadin präsentiert. Den Deutschen Kommentar dazu finden Sie in:

    https://estherstagebuchauszichronyaacov.wordpress.com/2015/04/08/den-terror-stoppen-kann-nur-der-der-ihn-finanziell-austrocknet-ein-kampf-fur-das-uberleben-israels/

  2. Kein
    Schiff fährt nach Yamuk oder Alepo….Miese kleine Judenhasser sind es.
    die Pallys sind denen nur dann wichtig, wenn sie sie für ihren
    Judenhass einspannen können.

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