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Prof. Wolfgang Stegemann hat sich kürzlich kritisch mit der israelfeindlichen Zeitschrift „PalästinaIsraelZeitung“ befasst, die auch von der Stiftung Brot für die Welt gefördert wird (angeblich heute nicht mehr). Nicht näher beleuchtet hat er, welche weiteren antiisraelische Aktivitäten und Botschaften von Brot für die Welt unterstützt und verbreitet werden. Auf diese soll hier eingegangen werden. Quelle ist die Webseite von Brot für die Welt.

Ein Kommentar von Hanspeter Büchi.

Der Pferdefuss hinter vielen sogenannt „israelkritischen“ Programmen und „Informationen“ lässt sich nur erkennen, wenn der Beobachter über gute Kenntnisse bezüglich der Rechte und der Geschichte Israels verfügt. Da dies meistens nicht der Fall ist, sind der Manipulation und Irreführung Tür und Tor geöffnet, die zum Schluss führen sollen, dass Israel in erster Linie Täter und die Palästinenser die bedauernswerten Opfer sind. Nicht ohne Wirkung bleiben natürlich Gemeinplätze wie  „gerechter Friede“, „Menschenrechte“, „Völkerrecht“ etc. – vermischt mit einer Verdrehung der Rechts- und Bedrohungslage Israels. Der Antisemitismus kommt seit langem im Mantel des Antiisraelismus daher. Dies ist kein deutsches Phänomen, nur dürfen wir nicht vergessen, dass Deutschland für die Ermordung von über 6 Millionen Juden verantwortlich ist…. und heute betreiben (auch) deutsche Organisationen psychologische Kriegsführung gegen Israel und gefährden damit Sicherheit und Existenz von über 6 Millionen Juden. Wie Peter Hahne schreibt: „Das Herz muss getroffen und der Verstand benebelt werden. Das scheint der heimliche Leitfaden erfolgreicher Manipulationsstrategen zu sein“!

Auch Brot für die Welt arbeitet mit Schlagworten und einseitigen Darstellungen (angeblicher) Sachverhalte. Als Feigenblatt dient offenbar, dass z.B. so nebenbei einige Zeilen unter „Auch Palästina ist zu adressieren“  zu finden sind oder wenn B. Schäfer in wenigen Worten erwähnt, es gäbe Verstösse beider Seiten gegen Menschenrechte. Doch geht solches völlig unter ob der einseitigen Grundhaltung der Stiftung und der Menge des gegen Israel gerichteten Materials. Brot für die Welt übergeht die legitimen Rechte des Staates Israel, die den Juden 1922 im Völkerbundmandat zugestanden wurden, Rechte, die gültig blieben, weil die Araber den UN-Teilungsplan von 1947 abgelehnt hatten. Auch übergeht die Stiftung:

–          Die gültigen Satzungen der PLO/Fatah und der Hamas rufen seit Jahren zur Vernichtung Israels auf.(Eine vom pal. Nat.Rat 1998 beschlossene Änderung der PLO-Charta wurde nieumgesetzt)

–          Jede angebliche Anerkennung des Existenzrechts Israels wird damit zur Lüge.

–          Die Bewohner Israels müssen jederzeit mit Gewalt und Terror seitens Palästinensern rechnen

–          2012 rief der Mufti von Jerusalem die Muslime dazu auf, Juden zu töten.

–          Schon Kinder spielen Selbstmordattentäter, lernen und rezitieren antisemitische Verse etc,

–          Die UNRWA-Schulen ziehen gezielt die nächste Generation Gewalttäter gegen Israel heran. http://www.youtube.com/watch?v=aC1FR5VeuOk

Brot für die Welt gehört zum deutschen EAPPI-Koordinationskreis. EAPPI ist ein Programm des Weltkirchenrats, das sog. Menschenrechtsbeobachter nach Israel/Westbank entsendet um bei Konfliktsituationen vor Ort zu sein und sie festzuhalten. Diese  Beobachter stehen jedoch auf der Seite der Palästinenser und vertreten einseitig deren Sicht und deren Anklagen gegen Israel, dessen Meinung nicht gefragt ist. Entsprechend fallen die Berichte aus, die dann zuhause präsentiert werden und bei Zuhörern ihre Wirkung nicht verfehlen. Nicht beachtet werden Fakten, Gewaltakte und Terror seitens Palästinenser (allein 2013 waren es über 5,000) und letztlich das Ziel von Fatah und Hamas, Israel zu vernichten. Dafür werden die dort zu Recht wohnenden Siedler dämonisiert. Die von Brot für die Welt unterstützte israelische NGO B’Tselem kommt ebenfalls auf der Webseite zu Wort. Sie schreibt einseitig von der Verhaftung Minderjähriger, von Toten und Verletzten unter den Palästinensern, von Siedlerangriffen, Enteignungen…ohne Israel zu Wort kommen zu lassen. Wer dort Steine werfende Jugendliche erlebt hat, der weiss um die Gefährlichkeit dieser Waffe! Was heisst Enteignungen? Lagen keine oder gefälschte Besitznachweise vor? Wo sind die Fakten? Warum musste das Militär überhaupt eingreifen? Waren es wirklich Siedlerangriffe?

Die Einseitigkeit von B’Tselem wird vom palästinensischen Menschenrechtsaktivisten Bassem Eid bestätigt. Er sollte es wissen. Als Palästinenser, in einem Flüchtlingslager aufgewachsen, wo er bis zum 33.Lebensjahr lebte, arbeitete er später als Menschenrechtsaktivist für „B’Tselem. Als ihn die Organisation als „feindlichen Kollaborateur“ beschimpfte, nachdem er über palästinensische Menschenrechtsverletzungen – die B’Tselem nicht interessieren – berichten wollte, wandte er sich von ihr ab und gründete seine eigene Organisation „Palestinian Human Rights Monitoring Group“. B’Tselem erhält übrigens auch Geld vom New Israel Fund der u.a. zahlreiche antiisraelische NGO’s unterstützt.

Unglaubwürdig ist Bernhard Schäfer, der mit einem manipulativen Bild der israelischen Schutzanlage (nicht Sperranlage) unter dem Motto „Tür zu einem gerechten Frieden“ von Menschenrechten und Völkerrecht schreibt, von Missbrauch militärischer Gewalt! Unglaubwürdig deshalb, weil auch er – ein Kennzeichen antiisraelischer Organisationen –  übergeht, dass die gültigen Satzungen der PLO und der Hamas seit Jahren zur Vernichtung Israels aufrufen, dass deren Propaganda die Ermordung von Juden bejaht, dass Abbas Mörder von Israelischen Männern, Frauen und Kindern als Helden feiert, usw. (www.palwatch.org). Kein Wort, dass Ursache der Schutzanlage (wovon ca. 25 km Mauer) und der Checkpoints grundsätzlich der palästinensische Terror ist, vor dem sich Israel schützen darf. Das Genfer Abkommen von 1949 ist deshalb nicht anwendbar, weil Israel 1967 mit Jordanien nicht einen rechtmässigen Souverän vertrieben hat. Infolge des arabischen Angriffskriegs hielt Jordanien 1948-67 Judäa/Samaria (Westjordanland) und Ostjerusalem widerrechtlich besetzt. Dies waren Teile des den Juden im gültigen Völkerbundmandat von 1922 versprochenen Mandatsgebiets, das sich vom Jordan zum Mittelmeer erstreckt. Gemäss Art. 6 des Mandats sind Siedlungen erlaubt, und in Oslo waren sie kein Thema.

Der von Schäfer beschriebene „Mauerentscheid“ des ICJ war falsch, denn den Richtern lagen weder das Völkerbundmandat vor, noch Art. 80 der UNO-Charta, welche früher erteilte Rechte schützt. Auch gibt es völkerrechtlich kein „palästinensisches“ Gebiet.

Grotesk, wenn unter „Neuen Krieg in Gaza verhindern“ zu lesen ist, dass gemäss Claudia Warning, Vorstand von Brot für die Welt, derzeit Entwicklungen auf eine erneute umfängliche Militäraktion Israels hindeuten – statt dass sie auf die erneute Aufrüstung der Hamas hinweist und einen demilitarisierten Gazastreifen fordert. Ob Warning auch der Meinung ist, dass Polen am 1.9.1939 Deutschland angegriffen hat? Sie negiert einfach die Tatsache, dass Israel 2005 freiwillig den Gazastreifen geräumt hatte – und seither mit über 15,000 Raketen beschossen wurde! Das Selbstverteidigungsrecht Israels ist offenbar kein Thema. Dass die Hamas bewusst Zivilpersonen als Schutzschilder missbraucht hat und dass Raketen in Wohnquartieren, Schulen etc. installiert wurden, dass fehlgeleitete Hamas-Raketen Opfer forderten  übersieht Frau Warning. Zum Gazakrieg folgende Kommentare:

http://www.youtube.com/watch?v=e8GkE1EY_QA&
http://www.youtube.com/watch?v=tlmFc1R8evY&

Carolin Callenius macht im Artikel „Oekumenisches Wassernetzwerk…“  auf tendenziöse Art und Weise Israel für die mangelhafte Wassersituation verantwortlich. Der Leserschaft wird ein falsches, einseitiges Bild präsentiert, auch was den Wasserverbrauch betrifft. Dieser betrug z.B. 2006 bei den Palästinensern 129m3 und in Israel 170m3 Frischwasser. Die Palästinenser haben längst erkannt, dass das Thema Wasser als Waffe gegen Israel dienlich ist, weshalb sie kein Interesse an Lösungen haben. Für die Hauptprobleme, die fehlenden staatlichen Entsalzungsanlagen sowie der Mangel an Kläranlagen, ist nicht Israel verantwortlich. Man sperrt sich jedoch explizit gegen den Bau solcher Anlagen, um für die Misere weiterhin Israel beschuldigen zu können.. Zum Wasser folgender Bericht. www.audiatur-online.ch/…/israelische-und-palaestinensische-wassernutzu…

Die Lage der Beduinen ist eine besondere, weil dieser traditionell nomadisierende Bevölkerungsteil sich nicht ohne weiteres einer staatlichen Ordnung unterziehen will

Bernhard Schäfer/Brot für die Welt bleibt in Sachen Rechte und Geschichte Israels auf der antiisraelischen Linie,  er sollte das Thema lassen. Anmassend ist seine Aussage: „Um Israel zu schützen, sollte also auch in Deutschland der politische Wille aufgebracht werden, um seinem Freund zu sagen: Genug ist genug.“.Dies Art Fürsorge erinnert an Adolf Hitler, der 1935 zum Thema Rassengesetz „wohlwollend“ meinte, dass den Juden in Deutschland nach diesen Gesetzen Möglichkeiten ihres völkischen Eigenlebens auf allen Gebieten eröffnet würden, wie sie bisher in keinem anderen Lande verzeichnet wären.“

Nichts hören wir von Brot für die Welt über die schwierige Situation der etwa 40,000 Christen unter den Moslems im Westjordanland. Gemäss Frau Dr. Petra Heldt, Direktorin der „Oekumenisch-Theologischen-Forschungsgemeinschaft in Israel“, ist die Lage der rund 150,000 Christen in Israel gut. Sie sind gleichberechtigt und haben gleiches Bürgerrecht. Die Lage der Christen in den palästinensischen Gebieten des Westjordanlandes und Gazas ist schlecht. Der Grund liegt in der Ungleichheit gegenüber den Muslimen. Das Leben der Christen ist hier politisch, wirtschaftlich und religiös ungesichert. Deswegen wandert aus, wer kann.

1 KOMMENTAR

  1. Bei "Brot für die Welt" scheint eine ganz besondere Sorte von Engagierten sich die Klinke in die Hand zu geben und darüber hinaus das freundliche Wohlwollen der Verantwortlichen zu genießen. Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wird verwendet um eine antiisraelische Propaganda zu unterfüttern. Und alles, was sich gegen den jüdischen Staat verwenden lässt, wird eifrig benutzt, ohne dass eine Überprüfung dieser „Informationen“ erkennbar ist. Ein solches Verhalten hat mit irgendeiner Form von Kritik zwar nichts zu tun, doch darum geht es den Betreffenden auch gar nicht, es geht einzig und allein darum, alles Verwertbare in Stellung zu bringen. Es herrscht Informationskrieg und bei "Brot für die Welt" hat man keine Skrupel, sich an der Propagandaschlacht gegen Israel zu beteiligen. Natürlich alles aus lauteren Motiven und im Namen der „Menschenrechte“, versteht sich. Niedere Beweggründe waren gestern.

    Wer jedoch verstehen will, weiß, was diese Aktivisten im Innersten antreibt …

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