Verkehr am Kalandia Checkpoint. Foto Justin McIntosh. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons.
Verkehr am Kalandia Checkpoint. Foto Justin McIntosh. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons.

Wie eine neue Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung Ramallah in Zusammenarbeit mit dem Palestinian Center for Policy and Survey Research (PSR) zeigt, gewinnt Präsident Abbas wieder leicht an Zustimmung in der palästinensischen Bevölkerung.

Wie die Umfrage zeigt, befürchtet eine Mehrheit der Befragten durch den Ausgang der Knesset-Wahlen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für beide Seiten. So sind 47 Prozent der Meinung, dass der Wahlausgang zu verstärkten Konfrontationen und mehr Sicherheitsproblemen führen wird. Direkten Verhandlungen mit Israel will eine Mehrheit der Befragten (42 Prozent) nur dann zustimmen, wenn gleichzeitig von israelischer Seite der Siedlungsbau in der sogenannten Westbank gestoppt wird.

Barghouti Wunschpräsident
Präsident Abbas könnte im direkten Gegenüber den Hamas Kandidaten Ismail Haniyeh bei möglichen Präsidentschaftswahlen knapp schlagen (48 Prozent für Abbas und 47 Prozent für Haniyeh). Gegen den ihn politisch nahestehenden, inhaftierten Marwan Barghouti hätte Abbas aber weder im direkten Duell noch bei einer Dreierkonstellation (Abbas, Haniyeh, Barghouti) eine Chance an der Wahlurne. Stünden alle drei Kandidaten zur Verfügung könnte Abbas, so die Umfrage, nur 25 Prozent der Stimmen erreichen während Barghouti und Haniyeh auf 37 und 35 Prozent kämen.

Hamas noch bei 32 Prozent
Bei Wahlen zum palästinensischen Legislativrat, an denen mehr als 70 Prozent der Befragten teilnehmen würden, könnte die Fatah wieder mit Zugewinnen rechnen. So würden 39 Prozent für Fatah und nur noch 32 Prozent für die Hamas stimmen. Damit befinden sich die Umfragewerte fast wieder auf dem „Vorkriegsniveau“ vom Juli 2014. Damals erreichte die Fatah rund 40 Prozent der Stimmen und die Hamas 32 Prozent. Die Zustimmung für die Hamas im Nachgang des letzten Gazakrieges ist somit annähernd gänzlich zurückgegangen.

Jeder Fünfte in Gaza für IS Demonstrationen
Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) verfügt laut der Studie über keine flächendeckende Zustimmung in der Palästinensischen Bevölkerung. Eine überwältigende Mehrheit von 86 Prozent bezeugt, dass der IS nicht den wahren Islam repräsentiert. Nur acht Prozent sind hier anderer Meinung. Dementsprechend sind auch 84 Prozent der Befragten dagegen, öffentliche Demonstrationen des IS in den Palästinensischen Gebieten zuzulassen. Im direkten Vergleich zwischen dem Gazastreifen und der Westbank wird jedoch ein Unterschied deutlich. So ist jeder fünfte Palästinenser in Gaza bereit, Demonstrationen des IS zuzulassen, während in der Westbank dies nur acht Prozent unterstützen, so die Resultate der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Hamas in Gaza
Ein knappe Mehrheit von 51 Prozent der Menschen in Gaza bezeichnen die Hamas als „Kriegsgewinner“ der Auseinandersetzungen im Juli/August 2014. Und 37 Prozent der befragten Palästinenser sind zufrieden wenn sie die „Kriegserfolge“ mit dem erlittenen menschlichen Leid und den materiellen Verlusten vergleichen. Knapp 60 Prozent glauben gemäss der Studie, Verhandlungen oder der gewaltlose Widerstand seien die beste Methode zur Schaffung eines palästinensischen Staates, während „nur noch“ 37 Prozent den bewaffneten Kampf als beste Option bezeichnen.

Die Studie entstand in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Palästinensischen Zentrum für Politik und Meinungsforschung in Ramallah. Insgesamt wurden zwischen dem 19. und dem 21. März 1262 Personen im Westjordanland und in Gaza befragt.

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1 KOMMENTAR

  1. Die palästinensischen Araber haben eine bemerkenswerte Lebensweise:

    Zum falschen Zeitpunkt das Falsche zu tun, oder zum richtigen Zeitpunkt das einzig Richtige zu unterlassen.

    Deshalb bin ich der Meinung, dass die palästinensischen Araber eine Konfrontation mit Israel nicht bloss erwarten, sondern diese auf Biegen und Brechen mit allen ihnen möglichen Mitteln, besonders mit Terror, provozieren werden.

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