Israelische und palästinensische Touristiker gemeinsam an einem Tisch. Foto itb-berlin
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Am vergangenen Sonntag endete die ITB in Berlin, die weltweit grösste und wichtigste Tourismusausstellung. Jedes Land, das mitmacht, präsentiert sich für die Besucher von seiner schönsten, lukullischsten, traditionellsten und weltoffensten Seite.

Die Ausstellungsfläche ist so gross, dass Shuttlebusse den Transport im Gelände übernehmen. Auf 160.000 m2 präsentierten 10.096 Aussteller aus 186 Ländern ihre Angebote. 175.000 Besucher nutzten die Tage, um sich über die neuesten Trends im Tourismus, aber auch über einzelne Länder zu informieren.

Israel ist immer an einem der prominentesten Stände in Halle 23 zu finden. Neben der offiziellen staatlichen Tourismusorganisation waren einige Städte (Eilat, Haifa und Jerusalem), sowie die Region Negev, aber auch die diversen Israelischen Fluggesellschaften, Tourveranstalter und natürlich auch Hotels vertreten.

Uri Sharon, der Direktor von „Go Israel“ für Deutschland, Schweiz und Österreich präsentierte einige Eckpunkte des israelischen Tourismus. Nach der durchaus positiven Entwicklung seit 2009 (2.739.800) brach der Incoming Tourismus im Jahr 2014 völlig zusammen und rutschte bis unter die Zahlen des Jahres 2010 zurück. Gegenüber 2013 betrug der Verlust 8,15%. Besonders stark betroffen war der Tagestourismus (Kreuzfahrtschiffe und Transfer aus Jordanien) mit einem Rückgang von 43,88% gegenüber dem Vorjahr.

Ein Grund dafür sind die Planänderungen der Kreuzfahrten, die während der Operation „Fels in der Brandung“, also genau in der Hochsaison Israel nicht mehr anliefen. Bis zum Juni hatten die Zahlen noch wunderbar ausgesehen, der Negativtrend ist zwar mittlerweile abgeschwächt, es gibt aber noch keine Trendwende.

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Motive für einen Israelbesuch waren der klassische Tourismus (37%), Besuche bei Freunden und der Familie (19%), Geschäftsreisen (17%), Pilgerreisen (14%) und Freizeit (9%).

Ein fröhlich buntes Unterhaltungsprogramm, Kostproben von landestypischen Süssigkeiten, Olivenöl und Pita Brot, eine Verkostung der hervorragenden israelischen Weine und eine Gesichtsbehandlung mit AHAVA Produkten sorgten dafür, dass der grosszügige Stand nicht nur von treuen Israelfreunden immer wieder gerne aufgesucht wird.

Bis zum letzten Jahr war der palästinensische Stand in unmittelbarer Nachbarschaft zu finden. Jahrelang fristete er dort ein trauriges Leben. Offenbar haben die Verantwortlichen nun einen besseren Vermarktungsspezialisten gewonnen. Der Stand wurde in eine benachbarte Halle verlegt, die Gestaltung des Angebotes war klarer strukturiert und viel freundlicher. Die dort vertretenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, trugen das Ihre dazu bei, den Tourismus in Palästina als das anzubieten, was er verdient zu sein: als eine Möglichkeit, wunderbare Orte und Landschaften kennenzulernen. Und Menschen zu treffen, die sich freuen, Gastgeber zu sein.

Übrigens, in Berlin gelang, was im Alltag heute noch ein unerfüllter Traum ist: Israelische und palästinensische Touristiker sassen gemeinsam an einem Tisch und diskutierten die Machbarkeiten der Zusammenarbeit! Prof. Dietlind von Lassberg (Studienkreis für Tourismus und Entwicklung) drückte ihre Hoffnung aus: „Wenn es Frieden gäbe, wäre die Region eine der Top-Destinationen auf der Welt.“