Hamas baggert an der Grenze zu Israel. Foto Screenshot Ynet News

Die rund 700 Einwohner des Kibbuz Netiv HaAsara, das weniger als einen Kilometer von der Grenze zu Gaza entfernt ist, haben sich darüber beklagt, dass Hamas vor ihren Augen Tunnels in Richtung Israel gräbt. Die israelischen Streitkräfte (IDF) würden derweil das Geschehen von ihrem Wachtposten aus betrachten ohne einzugreifen.

Die israelische News Plattform Ynetnews veröffentlichte ein Video, dass die Einwohner von israelischem Gebiet aus, nur wenige Dutzend Meter vom Grabungsort entfernt, gefilmt haben. Auf dem ausgegrabenen Erdhaufen stehen bewaffnete und maskierte Hamas „Aktivisten“ unbeeindruckt um Ausschau zu halten. Ebenfalls ist auf den Bildern zu sehen, dass regelmässig jemand verschwindet, in das was wohl als Eingang des Tunnels zu definieren ist.

Die Einwohner von Netiv HaAsara haben sich auch über die nächtlichen Trainings der Hamas beschwert. Der Schiesslärm und explodierende Granaten würden die Bewohner aus ihrem Schlaf schrecken. „Letzte Woche haben wir jede Nacht heftige Explosionen gehört und wir zweifeln nicht daran, dass Hamas Gefechtsübungen durchführt. Das ist eine sehr beunruhigende Entwicklung, die wir nicht einmal während der Operation Protective Edge (Juli/August 2014) so wahrgenommen haben. Vor der Operation war das Gebiet komplett geräumt und es waren keinerlei Aktivitäten feststellbar. Jetzt werden Verstärkungen und Übungsräume direkt vor unseren Augen gebaut.“ so ein Einwohner gegenüber der Zeitung Ynet. Die Aktivitäten sind allerdings IDF nicht entgangen. Die Bewohner wandten sich Ende Januar an den Verteidigungsminister. Dieser avisierte das GOC Southern Command um den Bereich zu untersuchen und zu überprüfen wie nahe die Tätigkeiten von Hamas am Grenzzaun sind.

Währenddessen beschweren sich Palästinenser im Gazastreifen darüber, dass Hamas den Wiederaufbau von Gaza vorsätzlich verzögert. Ungeachtet der Tatsache, dass bis Heute mehr als 88’000 Tonnen Zement und andere Baumaterialien geliefert wurden, verschwindet die Mehrheit davon buchstäblich im Untergrund, um damit offensichtlich ein Tunnelnetzwerk aufzubauen, zu betonieren und auszubreiten.

Nur Islamisten erhalten Geld
Ein dänischer Journalist, der in der letzten Woche Gaza besuchte, konnte mit eigenen Augen sehen, dass zwar Häuser wiederhergestellt werden, aber nicht für jedermann. In Beit Hanoun im Norden des Gaza-Streifens, streiten sich Familien untereinander, weil die Hamas nur jenen Familien Geld gibt, die die islamistische Bewegung unterstützen, so Allan Sørensen in seinem Bericht in der Zeitung Berlingske.

Die Häuser jener Familien, die dies nicht tun, liegen noch genauso in Schutt und Asche, wie vor sechs Monaten. Seit die Hamas die Finanzen kontrolliert, sind deren Vertreter auch in der Lage zu kontrollieren wer Zement und Baumaterial erhält und vor allem auch, wer es nicht erhält. Öffentliche Kritik an Hamas zu verüben, getrauen sich nur wenige, aus Angst davor, auf schwarze Listen der Islamisten gesetzt zu werden.

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