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Kürzlich hat der Generalsekretär des Weltkirchenrats eine Stellungnahme zur Verfolgung und Vertreibung der Christinnen und Christen in der irakischen Stadt Mosul veröffentlicht. Wir entnehmen dieser Stellungnahme: Der Weltkirchenrat und sein Generalsekretär lassen die Christen und Christinnen in Mosul im Stich – sogar publizistisch.

Was in Mosul stattfindet, ist ein schweres Verbrechen gegen die Menschheit und die Menschlichkeit. Die Bedrohung, Vergewaltigung, Vertreibung und Ermordung von Christen und Christinnen, eine Vertreibung aus einem uralten Gebiet christlicher Zivilisation, sollten auch und gerade vom Weltrat der Kirchen (WCC) beim Namen genannt werden. Doch dessen Generalsekretär, Pfarrer Fykse Tveit, spricht vom „Exodus“ und von einer „tragischen“ Situation für Christen und Muslime. Was ist so „tragisch“ an dem Verbrechen, das ISIS-Kämpfer unschuldigen Christen und Christinnen zufügen, indem sie sie zwangsweise zum Islam bekehren wollen oder ansonsten ihnen den Tod durchs Schwert ankündigen? „Exodus“ – das ist ein heiliges Wort der jüdisch-christlichen Tradition. Mit dem Wort Exodus verbindet die jüdisch-christliche Kultur die Befreiung und nicht die Vertreibung. Dieses Wort auf die mörderische Zwangsvertreibung und Bedrohung von Christen und Christinnen anzuwenden, die ja in ihrem seit alters angestammtem Land leben, ist auch ein Schlag ins Gesicht menschen- und völkerrechtlicher Konventionen.

Man schämt sich als Christ und Christin für diese erneute Unfähigkeit des Weltkirchenrats (WCC), die Wahrheit beim Namen zu nennen. Und man schämt sich, dass der WCC nicht mit einem einzigen Wort die Weltgemeinschaft zum Schutz der Christinnen und Christen in Mosul anruft und ermuntert, zur Not auch mit militärischen Mitteln, das Leben dieser unschuldigen Christen und Christinnen zu schützen. Das Böse kann manchmal nicht anders bekämpft werden. Die Erinnerung an unsere Geschichte in Deutschland, die Erinnerung an den christlich geleiteten Widerstand einiger weniger Aufrechter gegen das absolute Böse, leitet uns bei dieser Kritik am WCC. Feigheit und Kriecherei, Anpassung und Vertuschung, Vermeidung, die wahren Täter zu benennen, die Mörder gar noch zu tragischen Figuren zu machen, sind uns aus unserer Geschichte und der ihrer Kirchen hinreichend bekannt. Pfarrer Fykse Tveit sollte sich seinerseits an Norwegens Quisling erinnern und die Kraft aufbringen, für die Opfer und MärtyrerInnen seine Stimme zu erheben und die Täter beim Namen zu nennen. Aus Genf könnte er das doch ohne persönliche Gefährdung tun.

Eine verleugnende und vernebelnde Sprache ist in den größten Stunden der Gefahr nicht angesagt, sie ist keine Diplomatie, sondern nur Feigheit. Christen und Christinnen, Kinder und Greise darunter, werden von absolut mörderischen Fanatikern bedroht, vertrieben, ja, viele sind schon umgebracht worden. Jetzt gerade wieder in Mosul. Fykse Tveit darf ihnen nicht absprechen, Opfer von Vertreibung und Gewalt zu sein. Er darf nicht ihre islamistischen Feinde auf die gleiche Stufe von Tragik stellen. Er muss endlich aufhören, Täter wie Opfer zu behandeln. Sonst sollte er seinen schönen großen Schreibtisch in Genf verlassen, nach Norwegen heimkehren und den Weltkirchenrat befreien von dieser tragischen Verirrung, die seine Wahl zum Generalsekretär darstellt. Die Weltchristenheit braucht seit langem schon einen Generalsekretär oder eine Generalsekretärin, der oder die sich mutig für die verfolgten Christinnen und Christen einsetzt. Seine Sprache verrät ihn – es ist die  Sprache des Appeasements zu einer Zeit, wo Fraktur geredet werden müsste. Es ist am Ende eine Sprache, die sich abgefunden hat mit den Grausamkeiten und die die weltweite Christenverfolgung mutlos hinnimmt. Es ist die Kapitulation vor der Gewalt.

Ekkehard und Wolfgang Stegemann

Stellungnahme des Weltkirchenrates hier lesen

1 KOMMENTAR

  1. Inzwischen ist in Europa, in den USA und in weiteren demokratischen Staaten sehr gut bekannt, dass Minoritäten von den Islamisten nicht nur verfolgt werden, sondern sie werden systematisch massakriert, auch Kinder. In Syrien, im Irak und bald auch in weiteren arabischen und islamischen Ländern. Und wenn die europäischen Politiker weiterhin Appeasement mit den Islamisten betreiben, dann kommt dieser wahre gelebte Islam auch in Europa an. Oder, ist er etwa schon da?
    Ich empfehle den europäischen Politikern und Kirchenleute, diesen Artikel der Herren Ekkehard und Wolfgang Stegemann sehr gut zu studieren. Währendem die Islamisten Ungläubige massakrieren, beschuldigen Politiker und Kirchenleute Israel, weil es seine Bevölkerung gegen den islamischen Terror verteidigt.

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